Vom Alleinsein in einer Welt etlicher Ablenkungen


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Krisen meistern, ohne in Einsamkeit abzudriften

Unsere Welt präsentiert sich bunt, laut und vielfältig für Menschen, und kaum jemand käme auf die Idee, das Leben selbst in Frage zu stellen, die täglichen Sorgen bis hin zu den ganz Verzweifelten, denken wir an die Suizidgefährdeten oder Todkranken, die mal hierbei ausgeklammert seien.

Mitten im Leben und doch ganz allein für sich vor lauter Einsamkeit? Wie können solch Betroffene zurechtkommen, und was für Strategien entwickeln sie? Meist scharen wir doch die Familie selbst um uns, die wenigen Freunde und viele Bekannte. Aber was geschieht mit all jenen, die sich viel eher aus ganz unterschiedlichen Gründen zurückgezogen haben, darüber hinaus sogar im Extremfall möglichst oft Mitmenschen meiden?

Hilfreich per Rückzug?

Keiner von uns vermag nonstop sämtliche Eindrücke einfach so im Alltag verarbeiten. Man sollte nicht die gewaltige Flut an Informationen und Bildern unterschätzen, die auf uns niederprasseln, ganz besonders aufgrund der technisierten Welt, die ebenso das Berufsleben nachhaltig beeinflußt. Anstatt sich die nötige Ruhe zu gönnen, wird meistens am Feierabend der Fernseher oder der PC eingeschaltet, Geist, Seele und Körper finden keine Ruhepunkte der Entspannung.

Ein kurzer Rückzug muß somit als empfehlenswert gewertet werden, dient hilfreich, um mal mit entsprechendem Abstand in sich zu kehren. Hierbei kann von Einsamkeit keineswegs die Rede sein, sondern vielmehr von notwendigem Innehalten, angenehmer Entspannung.

Nicht im Einklang mit sich selbst – ein Defizit als Hauptursache für Einsamkeit?

Wer erfolgreich sein Leben meistert, sämtliche Probleme mit der gebührenden Notwendigkeit löst, scheint wohl im Einklang mit sich selbst zu stehen. Das gilt allerdings nicht für alle. Denken wir nur mal an das unübersehbare Single-Dasein in unserer Gesellschaft, welches keineswegs als ein zufälliges Phänomen zu betrachten ist. Selbstzweifel können aufkommen, gerade weil die Erwartungshaltung im Berufsleben, im Familien- und Bekanntenkreis enorm hoch gesteckt uns entgegnet.

In einer Welt der Superlative bei gleichzeitiger Notwendigkeit den eigenen Status sich zu erkämpfen, angesichts drohenden sozialen Abbaus, zunehmender Armut, wer nicht wachsam vorsorgt, hat die Psyche ohnehin ständig diesem Druck standzuhalten. Wer dann noch die Eigenliebe zu verlieren beginnt, weil Ängste des Versagens hinzukommen, andere Menschen nicht mehr „erreicht“ werden, die man natürlich benötigt, um selbst als liebenswert bestätigt zu werden, der kann langsam aber sicher in einen Strudel der Einsamkeit geraten.

Wege aus der Krise – sinnvolle Abwechslung der Rückbesinnung

Es macht wenig Sinn, all die Formen der Einsamkeit hier aufzuzählen, zumal wir alle die dramatischsten Folgen im eigenen Umfeld bis hin zu deutlichen Schlagzeilen nachlesen. Vielmehr gilt das Augenmerk, Wege aus solchen Krisen zu suchen und aufzuzeigen. Es beginnt bereits während der vielen kleinen Dinge im Alltag, wobei die größte Unterstützung derjenige erfährt, welcher zunächst das eigene Selbstwertgefühl wieder aufgebaut und gestärkt hat: Eigenliebe somit unbedingte Vorraussetzung. Wenn gar nichts hilft, spricht hierbei nichts gegen eine begleitende Unterstützung in Therapieform.

Wer länger schon den Kontakt zu seinen Mitmenschen verloren hat, braucht entsprechend vorsichtige Schritte zurück in die Gesellschaft, das läßt sich keineswegs übers Knie brechen. Was wir nahezu selbstverständlich in Kindertagen spielerisch lernten, Kontakte herzustellen und zu pflegen ohne jedwede Bedenken, geschah eben nicht von heute auf morgen. Einsamkeit verliert sich ebenso auf wundersam einfache Weise, wenn man mit der Selbstfindung seine eigenen Stärken und Talente neu entdeckt, den Austausch mit Gleichgesinnten nach anfänglichen Kontaktversuchen wieder meistert, beim Wechselspiel zwischen Bestätigung und Reflektion zurückfindet aus der Isolation mitten hinein in die Gesellschaft. Nicht die Größe und Vielfalt darf als Meßlatte betrachtet werden, sondern bereits kleinste Erfolge in Richtung Zweisamkeit.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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