Russland: Putins Weg ins dritte Jahrzehnt seiner Herrschaft


Alexej Nawalnys Verhaftung fragwürdig

Erneut beweist die Russische Föderation, welch Problematik ihr innewohnt, nämlich nicht nur anhand ihrer Größe, sie ist mit Abstand das größte Land der Erde, sondern aufgrund der Machtstrukturen ewiglicher Oligarchie. Boris Jelzin wurde abgelöst und durch Wladimir Putin ersetzt.

Erneut wird ein Widersacher, diesmal Alexej Nawalny, der nicht mal wirkliche Chancen hat, Putin im Amt des Präsideten zur diesjährigen Wahl am 18. März abzulösen, gedemütigt und verhaftet. Die Menschen sind es landesweit Leid, daß ewiglich der gleiche Präsident die Geschicke Russlands lenkt, in den Protesten liest man „Russland ohne Putin“.

Was soll man von jenem Wladimir Putin halten?

Seine Macht begann faktisch am 09. August 1999 mit dem Amt des Ministerpräsidenten, dreizehn Jahre später folgte seine dritte Amtszeit, allerdings dann als Präsident selbst, eine clevere Möglichkeit, seine Macht größer auszubauen. In all der Zeit gab es keine ernsthaften Gegner für ihn, sie wurden schlichtweg nicht geduldet. Es sei an dieser Stelle betont, daß Putin über genügend Erfahrung verfügt in seiner vorherigen beruflichen Laufbahn als KGB-Offizier sowie dessen Verbindungen zur russischen Mafia, wie ihm nachgesagt wurde.

Alles keine Indizien eines lupenreinen Demokraten, schon gleich gar nicht, wenn seine Macht dermaßen lange anhält. Verständlicherweise kommt gerade bei den jungen Menschen in Russland Unmut auf, zumal man in die politischen Gepflogenheiten anderer Länder schaut, vergleicht und erkennt: Demokratie geht anders.

Wer die Medien kontrolliert, seine Widersacher letztendlich aus dem Weg räumt, selbst über ein gigantisches Vermögen verfügt, Schätzungen belaufen sich auf ein Privatvermögen Putins in Höhe von 40 Milliarden US-Dollar, wird kritisch betrachtet. Selbst wenn die Hälfte davon nur zutreffen sollte, reiht sich dieser Präsident als wohl vermögendster Oligarch selbst ein.

Die Rolle der USA, der EU und Putins Festigung Russlands im Ausland

Europa kann es sich schlichtweg nicht leisten, Russland herauszufordern, obwohl eine Nato-Erweitung erhebliche Probleme mit sich bringen, ein Wladimir Putin sich berechtigterweise bedroht fühlt, das russische Volk mit entsprechenden Gegen-maßnahmen schützen will. Man sollte nicht den Fehler begehen, angebliche Sympathiepunkte Putins dem neuen US-Präsidenten Donald Trump gegenüber, ob Putin sich nun in den US-Wahlkampf eingemischt hat oder nicht, mit einem entspannten Verhältnis zwischen diesen beiden Supermächten zu verwechseln. Das Gegenteil ist faktisch der Fall!

Inzwischen haben die bedrohlichen Krisen- und Kriegsherde viel eher zugenommen, Stellvertreterkriege wie z.B. in Syrien verdeutlichen den Ernst der Lage. Angriffe gen Iran, aber auch der Versuch der USA, die BRICS-Staaten zu gefährden sowie die Verflechtungen in der Ukraine seitens der EU und den USA auf der einen Seite und als das verteufelte Russland auf der anderen Seite, zeigen die Bedrohungen. Vielleicht wären manche Ereignisse unter einem anderen Präsideten als Putin nicht so glimpflich verlaufen, sondern unbeherrschter, radikaler. Wer weiß das schon so genau.

Hierbei zeigt sich ziemlich deutlich, in welcher weltpolitischen Zwickmühle wir uns befinden. Europa eingekeilt zwischen den Supermächten, China will mitmischen, der Rest der Welt gesellt sich zu gezielten Allianzen, von einer Unabhängigkeit oder Neutralität können die meisten Länder eben nicht sprechen. Zu viele wirtschaftspolitische Verflechtungen diktieren die Wege. Genauso kann man auch Wladimir Putins Rolle als neuzuwählender Präsident Russlands werten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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