Deutschland in der Rüstungs- und Kriegsfalle


Waffenexporte in Krisen- und Kriegsgebiete

Wie war das nochmal, nie wieder Krieg von deutschem Boden aus? Wann kann man von einer aktiven Beteiligung sprechen, vor Ort mit eigenen Soldaten oder aber schon wenn Waffen in Krisen- und Kriegsgebieten? Jene Fragen wurde keineswegs gewissenhaft gestellt, sondern ganz im Gegenteil, Deutschland befindet sich längst in der Rüstungs- und Kriegsfalle.

Was kommt wohl dabei heraus, wenn die beiden großen Parteien, – man bei der SPD mit rund 20 Prozent von einer solchen überhaupt noch sprechen kann -, Waffen exportieren, die einem ARD-Bericht zufolge so hoch wie nie in Krisengebiete verkauft wurden?

Frieden war gestern – was treibt die SPD an?

Wer sich mit den Zusammenhängen von einer friedlichen Koexistenz auseinandersetzt, kommt nicht drumherum, die familiäre Verbundenheit zu betrachten, wer also Frieden will, der muß zuerst den Krieg einfrieden. Mensch hat es wohl all die zurückliegende Zeit versäumt, genau das auch auszuleben. Der unterwürfig, bequemere Weg wurde vorgezogen, dem sich gleichwohl eine SPD untergeordnet hat. Das treibt wohl genau jene Sozialdemokraten an, die eigentlich oftmals zu Beginn ihrer Parteikarriere noch den Frieden auf ihre Fahnen geschrieben hatten.

Das Geschäft mit den Waffen rächt sich folglich weiterhin. Nicht zufällig lautete der von Robert Havemann und Rainer Eppelmann 1982 verfaßte Berliner Appell: „Frieden schaffen ohne Waffen“. Denn Frieden als Abwesenheit vom Krieg, der ja bekanntlich gerade mit Waffen funktioniert, Menschen tötet, kann nur ohne Waffen eine dauerhafte Chance haben.

Türkische Offensive gegen die Kurden mit deutschen Panzern

Ein ziemlich brisantes Unterfangen, was da an der türkisch-syrischen Grenze geschieht, jenes Aufmischen der YPG-Milizen seitens Erdoğans, zumal der türkische Despot gleich den Syrienkrieg dadurch erneut anheizt, das Ganze per „freundlicher Unterstützung“ mit deutschen Panzern gegen die Kurden. Ein sehr alter Konflikt, die Kurden haben es ohnehin nicht leicht in den umliegenden anderen Staaten des Nahen und Mittleren Ostens, oftmals eben nicht geduldet, wieder mal auf dem Rücken der unschuldigen Zivilbevölkerung ausgetragen.

Das kann und darf einerseits weder den Supermächten recht sein, noch Staaten wie Deutschland. Das Fatale daran sind eben jene Waffenexporte, schlimm genug, daß schon Parteien mit dem C für christlich im Parteinamen nonchalant jene Kriegsmaschinerie mittels Rüstungsgeschäften zulassen, eine SPD hat seit der Offensive beim Jugoslawienkrieg unter der Schröder-Regierung keinerlei Probleme damit, vom ursprünglichen friedlichen Kurs abzukommen.

Kein Wunder, daß Gabriels heikler „Leopard“-Deal erneut im Fokus der Kritik steht, wo jener doch ansonsten vollmundig alte SPD-Ziele gern zum Besten gibt. Das paßt ebenso nicht zusammen, will man am Liebsten unauffällig unter den Teppich kehren. Natürlich funktioniert das so mitnichten. Die Öffentlichkeit beobachtet und urteilt. Hoffentlich wieder mit wesentlich mehr Widerstand, damit endlich eine Friedensbewegung ihrem Namen gerecht wird, solche Deals nicht weiter zuzulassen, wenn auch direkte Einflüsse nichts nützen, weil die Waffenlobby sich nicht beirren lassen wird.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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3 Antworten zu Deutschland in der Rüstungs- und Kriegsfalle

  1. Manfred Corte schreibt:

    Einfache Rechenaufgabe: Der Waffenlieferant (Pistole) für den Münchner Attentäter (9 Tote) muß 7 Jahre in Haft – wie lange muß dann jemand in Haft, wenn er fast 400 Panzer an die Türkei liefert, die damit einen Angriffskrieg (viele Tote) führt?

    Gefällt 3 Personen

  2. Arno von Rosen schreibt:

    Wer sich mit Hunden schlafen legt, muss sich nicht wundern, wenn er mit Flöhen aufwacht.

    Gefällt 2 Personen

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