Erdogan mischt die YPG-Miliz in Syrien auf


Riskantes Getöse zwischen den USA und Russland?

Der türkische Despot läßt keine Gelegenheit aus, um seine Herrschaftsansprüche nach außen hin geltend zu machen. Dafür ist er schon allzu lang bekannt, wenn auch mit mäßigem Erfolg, international betrachtet konnte er dadurch nicht unbedingt Sympathiepunkte einheimsen.

Stört das diesen Recep Tayyip Erdoğan? Mitnichten. Wer dermaßen unerschrocken auf politischer Weltbühne agiert, dem kann man kaum Ratschläge erteilen, geschweige Vernunft von ihm erwarten. Kein Wunder, daß längst von einem riskanten Spiel mit Trump und Putin die Rede. Der schwindende Einfluß der Türkei im Syrienkrieg Grund genug, um tatkräftig mit Imponiergehabe zu drohen, obwohl bevorstehende Verluste dies in Frage stellen sollten? Immerhin kann die YPG-Miliz sich durchaus behaupten, verfügt über viel Kriegserfahrung.

Die Lage in Syrien alles andere als hoffnungsfroh

Obwohl der IS in Syrien weitestgehend verdrängt, das Land in dieser Hinsicht eigentlich aufatmen könnte, verbleiben die alten Interessenskonflikte, sehen viele in Assad den Hauptgrund für diesen schon viel zu lange währenden Krieg. Von Beginn an begaben sich immer mehr Milizen in den Syrienkrieg, der weiterhin als Bürgerkrieg tituliert, obwohl dies keineswegs dem Geschehen gerecht wird. Zu viele Allianzen mit gänzlich unterschiedlichen Zielen sorgen für ein Anhalten dieses komplizierten Krieges.

Die neue Rolle Russlands und die kläglichen Versuche der Türkei sorgen nicht unbedingt für mehr Sicherheit in Syrien. Inzwischen kursiert der Begriff der Irak-Falle im Kontext zu den USA, die alles andere als eine glückliche Partie innehaben. Selbst schuld, sollte man ihnen entgegenschmettern. Immerhin sorgten gerade die USA dafür, diesen Krieg erst recht anzuheizen!

Erneut Erdoğan als Bad Boy unterwegs?

Betrachtet man den halbherzigen Widerstand seitens europäischer Politiker, auch bundesdeutscher in Sachen Erdoğan und dessen Entgleisungen, die diplomatisch angewandte Zurückhaltung, wird schnell klar, warum der Despot einfach seinen Kurs fortfährt, als sei nichts geschehen.

Wir erinnern uns an die kürzlichen Statements des türkischen Außenministers, der bereits wieder fröhlich von besseren Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei schwärmt. So schnell vergißt das politische Parkett die jüngsten Entgleisungen Erdoğans und dessen Gefolgsleuten, die Menschrenrechtsverletzungen, die ungeheuerliche Willkür in der Türkei?

Man sollte sich letztlich nicht wundern im Hinblick zu machtpolitischen Vorteilen, denkt man an das Verhältnis zum Nato-Bündnis, an die vielen Waffengeschäftsinteressen. Da spielen riesige Geldsummen eine übergeordnete Rolle, sodaß kein Raum oder Platz übrigbleibt, um Humanität einzufordern. Kommt uns das nicht bekannt vor, auch hinlänglich den perfiden Verwicklungen der USA auf weltpolitischer Ebene?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Politik abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Erdogan mischt die YPG-Miliz in Syrien auf

  1. grafiksammler schreibt:

    Was hat eigentlich die Überschrift „Erdogan mischt die YPG-Miliz in Syrien auf“ mit dem Text zu tun?

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.