Wer keine Rücksicht walten läßt, vor dem ist Vorsicht geboten


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Ein gewiefter Kerl, dieser Fahrlehrer?

Eigentlich ist es unschwer zu begreifen, warum wir in der Fahrschule, vor allen Dingen in der Praxis, also dem Fahren, während der Fahrlehrer auf dem Beifahrersitz möglichst einen auf relaxt und entspannt mimt, den Blick in den Rückspiegel oder die Außenspiegel nicht vergessen sollten.

Solange wir schön geradeaus fahren, also quasi auf den endlosen Straßenkilometern des Pan-American Highway, des Eyre Highway in der Nullarbor-Ebene (Australien), vielleicht auch auf der ein oder anderen Straße in Frankreich, die bisweilen kilometerweit keine einzige kleine Kurve aufweist. Immer der Nase lang, geradeaus. Warum sollte man da in den Rückspiegel sehen?

Schließlich führt die Straße geradeaus, man will nicht abbiegen, überholen ist schätzungsweise auch nicht nötig, da man die Straße quasi für sich alleine hat. Wie die Läufer bei einem Wettbewerb. Oder haben Sie schon einmal einen Sprinter während des Laufs gesehen, der seinen Kopf nach hinten drehte? Was interessieren den Läufer diejenigen, die hinter ihm sind, jeder Blick zurück würde ihn der Gefahr aussetzen, aus dem Tritt zu kommen. Das Ziel, der Blick nach vorne zählt. Da ist Vorsicht geboten und nicht Rücksicht. Überhaupt, die Verkehrsschilder haben nur vorne auf dem Schild ein Hinweis, ein Verbot zu stehen, auf der Rückseite, so ein Quatsch, wer guckt denn schon auf die Rückwand eines Bildes.

Warum blicken wir dennoch ständig beim Autofahren in den Rückspiegel, die Seitenspiegel? Gymnastik, damit die Halsmuskulatur geschmeidig bleibt, damit es nicht zu eintönig wird und man eventuell einer Müdigkeit verfällt, weil bei der Sicht nach vorne keine Abwechslung vorhanden ist? Rücksicht, auf wen? Der hinter mir sieht doch, was ich tue, solange er nicht nach hinten sieht, sondern so wie es sich gehört, den Blick starr nach vorne. Vorne spielt die Musik. Vorne ist Vorsicht! Rücksicht ist hinten, da bin ich schon vorbeigefahren, das habe ich passiert. Was interessiert mich es also, was hinter meinem Rücken geschieht? Okay, es wird immer wieder einige geben, die hinter meinen oder jemandes Rücken etwas zu lästern haben, deshalb bekommt man mit den Jahren ein dickes Fell, gell?

Und überhaupt, sind nicht diejenigen, die rücksichtslos für ihre eigenen Belange eintreten, diejenigen, die es im Leben zu etwas bringen, Erfolg haben, Karriere machen, im Geld schwimmen? Natürlich braucht man zum Dagobert-Duck-Gen auch Kontinuität, Durchsetzungsvermögen, Fleiß, Ausdauer und möglicherweise wie bei den Sprintern jemanden, der im Vorfeld die Piste säubert, damit kein Stein mehr im Weg liegt, die Strecke im Auge hat, um bei dem kleinsten Hindernis dafür zu sorgen, daß dies beseitigt wird. Zu was also ein Rückblick? Was hinter einem liegt, hat man geschafft, diese Arbeit ist erledigt. Rückblickend über verpasste Chancen zu jammern, ist kontraproduktiv und hemmt den Blick auf das Kommende.

Wenn ich also laut Fahrlehrer in den Rückspiegel sehen soll, will er mich damit auf die Probe stellen? So in der Art, wie schnell kann sie reagieren, wenn genau in diesem Moment ein Ball auf die Straße rollt oder gar ein Wildschwein vors Auto rennt? Was hab ich davon? Ein Training für ein schnelles Reaktionsvermögen? Gewiefter Kerl, dieser Fahrlehrer!

Vorrausschauendes Fahren ist Rücksicht, sagt der Fahrlehrer. Wie jetzt? Wenn ich in den Rückspiegel sehe, ist dies vorrausschauend? Bedeutet Rücksicht demnach freie Sicht nach vorne? Oder anders ausgedrückt, wer keine Rücksicht walten läßt, vor dem ist Vorsicht geboten?

Zu Risiken und Nebenwirkungen wie Sie am besten die Straße des Lebens befahren, befragen Sie Ihre eigene Intuition.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Meinung

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