Wirtschaftswachstum: Wenn Experten Ausbeutung übersehen


Ewigliche Leier angeblich versäumter Reformen

Das neoliberale Gedankengut kennt keinerlei Grenzen, wenn es darum geht, dessen perfide Spielwiesen bis zum Exzess auszuweiten. Vielleicht erleben wir bald schon das Artz-IV à la Fronkreisch? Nicht wundern, das „H“ können die Franzosen nunmal nicht aussprechen, doch dem jungen dynamischen Emanuell Macron traut man halt allerlei zu, schon gar bald die deutsche Wachstumslokomotive abzulösen.

Hört hört, welch tolle Aussichten, die natürlich aus dem Munde des Chefvolkswirts der Berenberg Bank entfleucht. Der muß es ja wissen, mit welchen simplen Tricks Ausbeutung möglichst schnell verangeht. Was hierzulande für jede Menge prekäre Arbeitsverhältnisse sorgte, um diese Politik als Erfolgsmodell gegen stagnierende Arbeitslosigkeit nach außen hin zu verkaufen, kann man doch mittels cleveren Reformen auch in Frankreich durchsetzen, oder?

Jeder sozialen Verringerung gingen Reformen voraus

Ob zu Kohls Zeiten, als die Deutschen gefälligst ihren Gürtel enger schneller sollten, eine Welle von Gesundheitsreformen unser Gesundheitssystem bis zur Unkenntlichkeit verzerrte und schmälerte zu Lasten der meisten Arbeitnehmer, je geringer die Verdienste desto mehr waren davon betroffen, bishin zu den schröderschen Hartz-IV-Gesetzen, Reformen bedeuteten stets, ein Stückweit soziale Sicherheit zu verlieren. Damit hat jene neoliberale Politik gar keine Probleme.

Eine Politik ohne soziales Gewissen? Experten werden immer findiger in ihren Rechtfertigungen, um angebliche Engpässe den Bürgern als Notwendigkeit schmackhaft zu machen. Ganz besonders dreist sieht man dies bei der Bertelsmann Stiftung, der ISNM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft). Sie arbeiten Hand in Hand mit der Bundespolitik.

Armut wird schlicht ignoriert

Denn es darf nicht sein, was nur für außereuropäische andere Länder gilt, eine gänzlich nicht zu übersehende Armut. Das alles ist tatsächlich relativ. Solange hierzulande noch keine sichtbare Hungersnot herrscht, kann man natürlich per Tafeln und nicht überall feststellbarer Obdachlosigkeit sich den eigenen Wohlstand zurechtbiegen. Tatsächlich? Immerhin ist gerade Deutschland mit Abstand die reichste Nation in Europa, jedoch die Zahl der Armutsrentner stieg in den letzten Jahren erheblich.

Das interessiert aber solche Herrschaften wie Banker und andere Wirtschaftsexperten reichlich wenig bis gar nicht. Solange die Politik sie noch hofieren, kann man nonchalant weiter ausbeuten, da geht doch noch was, und wenn es bedeutet, Frankreich und Deutschland gegeneinander auszuspielen im Wettbewerb um noch mehr ewigliches Wachstum. Nun denn. Vive le travail!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Wirtschaft/Finanzen

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