Ende herrschaftlicher Dekadenz in Sichtweite?


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Bittsteller sollen einfach von dannen ziehen

Unter gar keinen Umständen teilen, schließlich hat man sich den eigenen Wohlstand nach jahrelanger, harter Arbeit redlich verdient. Somit besteht keinerlei Anlaß, ein mieses Gewissen sich einreden zu lassen, sollen doch die Bittsteller oder diejenigen, die eine Selbstverständlichkeit der Nächstenliebe einfordern, gefälligst von dannen ziehen.

Ende herrschaftlicher Dekadenz in Sichtweite, wo die entscheidenden Fragen anknüpfen: Wer gibt ab, wer weigert sich? Haben sie einkalkuliert, was wäre, wenn die großen Massen einfach sie in Zukunft überrennen, sich nicht mehr ohne weiteres ausbeuten lassen? Sie haben und fürchten sich somit völlig zu Recht.

Überreiche Eliten geben nichts freiwillig ab

Während das höchste Bestreben im Kapitalismus darin besteht, möglichst viel Reichtum anzuhäufen, in sofern das häßlich aber treffsichere Wort des Raubtierkapitalismus in seiner Bedeutung schrecklicher denn je daherkommt, zog es der sogenannte Kommunismus vor, einen Gegenpart zu bilden, in dem Menschen auf Augenhöhe zusammenleben.

Doch die Idee des Kommunismus konnte natürlich in einer kapitalistisch geprägten Welt sich nicht durchsetzen, zumal etliche der „oberen Zehntausend“ sich nette Ausnahmen gönnten, wie spätestens nach dem Mauerfall zur Gewißheit wurde, was viele längst vorher angeprangert hatten. Können wir daher davon ausgehen, daß das Ende des Überreichtums als logische Schlußfolgerung eintritt? Der Schein trügt dennoch!

Obwohl eine latent anhaltende, gar weiterhin zunehmende Verarmung der Massen fortschreitet, sollte man es nicht zu simpel betrachten mit dem plötzlichen Wegfall überreicher Eliten. Wer gibt schon freiwillig ab, was er hochmütig für sich beansprucht? Die Ergebnisse zweifellos verständlicher Revolten kennen wir zu genüge.

Divide et impera – ein Erfolgsrezept grausamer Konsequenzen

„Teile und herrsche“, wie Niccolò Machiavelli dies treffsicher und sinnig formulierte, findet heute weltweit völlig skrupellos Anwendung, allerdings im Ergebnis ein Erfolgsrezept grausamer Konsequenzen. Ein eigentlich vermeidbarer Kollateralschaden wird daher von vornherein ausgeschlossen, schließlich obsiegen die beträchtlichen Gewinnmargen, bedeuten das Maß aller Dinge in den menchenverachtenden Gehirnwindungen einer reichen Oberschicht, die nicht ansatzweise nachvollziehen kann, was es bedeutet, in Armut zu leben.

Deshalb verlaufen die alten Rezepte der herrschenden Klasse in denselben Bahnen wie schon seit Jahrtausenden, die Systeme und in ihnen die Ablenkungsmanöver bilden die nötige Distanz, das aufbegehrende Volk sich fern zu halten. Früher waren es Söldner, die heute durch Privatarmeen, Bodyguards Widerstände im Keim ersticken sollen, Hauptsache Eliten können unbedarft ihren ausbeuterischen Kurs fortsetzen.

Mag diese simple, bisher wirkungsvolle Rechnung aufgehen? Mitnichten. Denn menschliches, gereiftes Bewußtsein sucht sich eigene, aber äußerst effektive Wege der Verbreitung und Festigung einmal positiv gewonnener Erfahrungen. Dann lassen sich Unterdrückungsmechanismen nicht mehr aufrecht erhalten, wird Widerstand nicht zur Pflicht, sondern gelebte Selbstverständlichkeit.

Nichts vermag uns mehr erschüttern, als wenn das Urvertrauen verloren geht, welches in einem gesellschaftlichen Miteinander auch unsere Rolle bereithält. In sofern hat die Gesellschaft eine Verpflichtung, jeden zu berücksichtigen. Unterläßt sie dies im großen Stil, ist ein Zerfall vorprogrammiert.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Eine Antwort zu Ende herrschaftlicher Dekadenz in Sichtweite?

  1. Arno von Rosen schreibt:

    Es gibt auch Vermögende, die teilen und sich dem Grundgesetz verpflichtet fühlen, mehr als so mancher Politiker, aber eben nur sehr wenige.

    Gefällt 2 Personen

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