Mensch auf Irrwegen unterwegs?


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Kurze Glücksmomente vs. Rausch der Superlative

Bescheidenheit würde schon sehr gut anstehen, anstatt immer wieder aufs Neue nach noch größerer Materie zu trachten, dem Rausch der Superlative, den ganze Generationen beflügeln, selbst ihre Nächsten zu verraten, sie eizutauschen für scheinbar kurze Glücksmomente. Wenn jene Raffgierigen überhaupt noch einem Funken Gefühl beiwohnen vor lauter Ehrgeiz, solch Zwecken dienlich.

Ist es das, was Mensch sich sehnlichst erhofft, einer Materie nachzujagen, um jenen Bereicherungen gar gänzlich zu verfallen, vergessen die schönen Momente innerer Zufriedenheit, sie stattdessen unbedarft einfach verdrängen, weil sie das Ziel ausbremsen mögen, einem Reichtum entgegenstreben? Mit einem ernsthaften Blick ins Weltgeschehen muß man solche Entwicklungen leider bejahen.

Auf der Suche zu seinem inneren Selbst

Manchmal braucht es wahrhaftig extrem dramatische Erlebnisse, um Zeitgenossen schlagartig die Augen zu öffnen. Natürlich gibt es ganz andere Möglichkeiten der Selbstfindung, die ohnehin die schwierigste zu lösende Aufgabe für uns Menschen bedeutet: sein wahres Ich finden. Wer bin ich, was ist wahr in und an mir? Was von klein auf den Menschen beschäftigt, wenn er ungefähr im Alter von Sieben sich seiner bewußt wird, das Ich zum Tragen kommt, die Umwelt mit anderen Augen sieht, sich stets fragend und suchend reflektiert.

Dabei hat Homo sapiens unwiderruflich eine Tür geöffnet, die er bis zum Lebensende nicht wieder schließen wird. Ganz im Gegenteil, rast- und ruhelos wird er im Laufe seiner Entwicklung stets aufs Neue sein innerstes Selbst suchen. Was kann dabei besser helfen als der Austausch unter Gleichgesinnten. Um so wichtiger, sich nicht permanent abzulenken, vielmehr den Faden zum Ich zu bewahren, die Brücke in die Tiefe seiner Seele nicht zu zerstören. Leichter gesagt als getan in einer Welt der Unruhe, der Hektik und vor allem der Konkurrenz, die es einem alles andere als leicht macht.

Hilfreich manch aufrichtiger Freund beiseite stehen kann, wenn wir ihn gefunden, dieser vorurteilsfrei uns kritisch betrachtend ein Stückweit die Augen zu öffnen vermag, wir auf diese Weise Wege sehen, den inneren Ruhepol zu erreichen: die Balance zwischen Verzweiflung und Gelassenheit. Sie für sich zu gewinnen, gilt es, um zufriedener im Leben wirken zu können.

Wie oben – so auch unten

Schwach sein eine der wichtigsten Erkenntnisse im Leben, in der Natur. Der Stärkere zwar obsiegt, weil er über dem Schwächeren zunächst thront, doch pulsierende Daseinszustände halten nicht ewiglich an, unterliegen der Gesetzmäßigkeit einer Entwicklung, die man niemals festhalten kann. Nicht zufällig lautet es: Wie oben – so auch unten, im dritten Hermetischen Gesetz.

Innehalten, nicht nur für kurze Momente, sondern nach dem Aufsuchen des gefundenen Ruhepols darf ruhig mal das eigene Leben reflektiert, gar hinterfragt werden, um vielleicht dringend notwendige Änderungen anzugehen, sich für andere Wege zu entscheiden, die uns lenken mögen, sogar guttun können. Vergessen wir nicht unseren Nächsten in der Familie, im Freundeskreis, gemeinsam läßt sich das Leben angenehmer ertragen, Probleme lösen, eine innere Zufriedenheit entwickeln.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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2 Antworten zu Mensch auf Irrwegen unterwegs?

  1. drnessy schreibt:

    Ein schöner Artikel! Wobei manch einer vor lauter Sinnsuche und Reflektion leicht vergisst, dass er ein Teil des Ganzen ist und so sehr Momente mit sich selbst auch wichtig sind, man sich nur finden kann, wenn man auch die Menschen um sich herum zu verstehen versucht. Sie sind oft die besten Lehrer, weil sie einem in vielen Dingen einen Spiegel vorhalten… Und Zuwendung ist ein wertvolles Gut, dass immer weniger an Beachtung findet…Ein wunderschönes Neues, Nessy
    http://www.salutarystyle.com

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