Lebensmittelindustrie täuscht mit Pseudo-Ampel


Nestlé, Coca-Cola und Co. mit eigenem GDA-Modell europaweit unterwegs

Jahrelang versperrte sich die Lebensmittelindustrie gegen die sinnvolle Nährwert-Ampel, verhinderte eine EU-weite Ampelkennzeichnung, kam der Forderung von Ver-braucherschützern, das Modell der britischen FSA (Food Standards Agency) doch umzusetzen somit nicht nach.

Wer Verbrauchern dermaßen konstruktive und überschaubare Modelle wie die Ampelkennzeichnung verweigert, der führt daher wohl eher nichts gutes im Schilde. Kein Wunder, daß nunmehr Nestlé, Coca-Cola und Co mit eigenem GDA-Modell europaweit aufwarten, ihnen mit jener Pseudo-Ampel eher Sand in die Augen streuen, ihre Produkte einfach gesund zu rechnen.

Das perfide Spiel mit der Kennzeichnung setzt sich fort

Und zwar zu Lasten oftmals verunsicherter Verbraucher. Hauptsache die profitablen Geschäfte florieren, was interessiert dabei das Wohl der Kunden. Bekanntlich läßt die Lebensmittelindustrie keine Gelegenheit aus, ihre Tricksereien in den Zutatenlisten zum Besten zu geben, da stört somit eine klare Botschaft per Lebensmittel-Ampel.

Im Prinzip ist sie überschaubar und einfach umzusetzen, zumal mit den gut erkennbaren Signalfarben rot, gelb und grün durchaus verständlich. Dabei rückt der Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz in den Fokus der Kritik. Rot steht für hohen, Gelb für mittleren und Grün für geringen Gehalt. Insofern wurde sich an die britische FSA orientiert, dessen Variante bereits 2004 eingesetzt worden war.

Die bisherige aufgedruckte GDA-Kennzeichnung verunsichert hingegen die Verbraucher, zumal sie klein gedruckt hinten unten auf den Verpackungen präsentiert werden. Kein Wunder, daß auch foodwatch sich gegen die nunmehr vorgeschlagene Pseudo-Ampel der Lebensmittellobby verwehrt.

Verbraucherschutz wird schlichtweg ignoriert

Insofern hält der Etikettenschwindel einfach an, setzt sich mit diesem Vorstoß der Lebensmittelindustrie fort, ohne die Folgen zu berücksichtigen. Die Gesundheit der Verbraucher wird weiterhin aufs Spiel gesetzt. Man kann es auch ziemlich deutlich am Vormarsch des schädlichen Industriezuckers Isoglucose erkennen, den die USA uns Europäern verstärkt anbieten dank den Damen und Herren aus Brüssel, die damit wohl kein Problem haben.

Doch was interessieren die Belange der Verbraucher, dann lieber den Lebens-mittellobbyisten Tür und Tor öffnen, schließlich winken einträgliche Geschäfte. Unser täglich Gift wird eben nicht verbannt, landet nonchalant auf dem Teller.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Verbraucherschutz

 

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