Feiern bis zum Umfallen


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Auf ein feuriges Jahr 2018!

Nicht nur zum Jahreswechsel wird gern gefeuert bis zum Umfallen. Ups, mir scheint, es schleicht sich gerade ein Freud´scher Versprecher, Vertippser in den Text. Ich will Ihnen ein X für ein U vormachen. Richtiger ein „U“ für ein „I“.

Das hängt nicht damit zusammen, daß mein Alkoholpegel noch vom rauschenden Verabschiedungsfest für 2017 und dem anschließenden Feierlichkeiten zur Begrüßung von 2018 vorhanden ist, sondern ich muß gestehen und Sie darauf hinweisen, das „U“ und das „I“ sind auf der Tastatur Nachbarn und so oft in Gebrauch, daß sie sich verdünnisiert haben (man sieht nur noch „schwarz“), wohl in der Hoffnung nicht so oft angetippt zu werden. Nun, dies wäre geklärt, nicht geklärt allerdings, so scheint mir, daß durch diese Verwechslung, war es unabsichtlich oder doch gewollt, eine Meinung aufgestellt wurde, die eindeutiger nicht zweideutiger sein kann.

Feiern und feuern bis zum Umfallen ist beides Realität, und dieser Tatsache wird weltweit gefrönt. Mal mehr, mal weniger. Seit alters her und jetzt. Die Reihenfolge ist in der Regel, erst feuern, dann feiern, oder sind Sie anderer Ansicht?

Wenn man anstatt „feuern“ das Wort „jagen“ einsetzt, so entspricht dies dem Umstand, daß nach einer Jagd, entweder alleine auf der Pirsch oder in Gruppenzusammenschlüssen, das erlegte Wild gemeinsam verköstigt wurde. Ob dies immer einer Feier entsprach oder einfach nur, um den Hunger zu stillen, dies ist irrelevant. Übrigens verhalten sich Raubtiere, die gemeinsam jagen, ähnlich, das aber nur am Rande, weil dieser Vergleich ein bißchen hinkt, denn selbst Herdentiere, also Pflanzenfresser mampfen gerne in Gemeinschaft und halten danach mit vollem Bauch ein Nickerchen. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. So könnte man es auch ausdrücken.

Feuern bis zum Umfallen als Sprachausdruck für Kampfhandlungen, und feiern bis zum Umfallen, wenn der Sieg errungen war, ist demnach nur eine konsequente Fortführung einer Gewohnheit. Möglicherweise steckt mehr dahinter, als wir eingestehen wollen, denn würden wir ansonsten jeden sich nur bietenden Anlaß wahrnehmen, um zu feiern? Geburtstage, reden wir nicht darüber, Hochzeiten, auch nicht unbedingt erwähnenswert, Abschlußfeiern für bestandene Prüfungen, okay, hier wird es interessant, denn hier beginnt eine endlos scheinende Reihe von „Feuer“ und „Feier“- Festen. Je nach Befindlichkeit gesellen sich hierzu noch Versöhnungsfeiern, Sau-rauslassen-Feiern, Einfach-nur-so-Feiern, Kennenlern-Feiern und noch einige mehr, die einfach erfunden werden, um des Feierns willen. Grundlos?

Genauso wie bei „feuern“, in den Zusammenhängen wie oben erwähnt, passiert es bei Festen bis zum Umfallen, daß Menschen dabei zu Schaden kommen können. Klingt so leichtfertig und ohne Empathie daher gesagt, so als ob es keine andere Wahl gäbe, und es immer so zu sein hat. Warum das Umfallen bei beiden eigentlich gegensätzlichen Handlungen vorkommt, liegt an dem Willen beim Feuern etwas zu erreichen, sich hervorzutun, der Beste zu sein wollen und deshalb die Gefahren zu unterschätzen, beim Feiern ist dies ebenso, man überbietet sich mit Höchstleistungsfloskeln, die in Mutproben münden können, man versucht sich in einem Punkt oder mehreren, von den anderen zu unterscheiden, was genauso dazu verführt, leichtsinnig zu sein, völlig unabhängig von irgendwelchen Drogen.

Apropos Drogen, diese wurden von den Vorfahren auch konsumiert, sei es mittels Pilzen, Kräutermischungen und, oder durch „musikalische Untermalung“. Vor dem Kampf wurden die Trommeln bis zum Umfallen genauso geschlagen wie nach einem Kampf, also beim Feiern.

Wir unterscheiden uns bei diesen Verhaltensweisen weder von unseren Ur-, Ur,- Urvorfahren noch von anderen Kulturkreisen. Hier sind wir Mensch und bleiben Mensch. Wirklich?

In diesem Sinne, auf ein Neues, ach so menschelndes Jahr!

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Meinung

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Eine Antwort zu Feiern bis zum Umfallen

  1. mikesch1234 schreibt:

    Alles Gute für 2018
    und viel Glück und viel Segen
    und LG,
    Hiltrud

    Gefällt 1 Person

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