Existenz des Menschen in Frage gestellt


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In den Weiten des Kosmos, irgendwo auf einem Planeten namens Silidor, ein wenig größer als unser Jupiter, fand eine Konferenz statt, in der über den Mensch verhandelt wurde, dessen Existenz in Frage gestellt war, obwohl diese Wesen sich in Begriff fanden, den Übergang von der materiellen zur geistigen Welt endlich zu finden und beherzt zu begehen.

An kreisrunder, übermächtig großer Tafel saßen die Vertreter der kosmischen Planeten. Der derzeitige Vorsitzende des VRK (Vereinigter Kosmischer Rat), Rophenus Zenoto, räusperte sich kurz und erhob das Wort.

„Verehrte Anwesende, liebe Medienvertreter, in unserer heutigen, öffentlichen Sitzung gehen wir der Frage nach, inwieweit der Homo sapiens vom Planeten Erde noch lebens-fähig sein wird, welche Fortschritte diese Spezies bisherig durchlebt hat. Ich erteile daher dem Chef des BP-I (Beobachtungsposten) das Wort und bitte Sie, möglichst präzise und kurz sich zu fassen.“

Zum besseren Verständnis sei an dieser Stelle kurz erläutert, daß schon seit mehreren Jahrzehnten die Erdenbewohner von unterschiedlichen Außerirdischen intensiv beo-bachtet wurden, ohnehin vor ungefähr acht Millionen Jahren erste Besuche auf dem Blauen Planeten erfolgten, die Entscheidung getroffen wurde, den Homo sapiens entsprechend zu beeinflussen, dieser somit eine Mischung aus den bestehenden Hominiden und außerirdischen Spezies war, er in Folge daher ein Experiment darstellen sollte. Die wesentlich weiter entwickelten außerirdischen Spezies betrachteten folglich die Erde als gigantisches Versuchslabor.

„Wissen Sie, verehrte Anwesende, was mich am allermeisten beeindruckte?“, begann Fripollex, der Chef des BP-I, „der Durchhaltewillen der Übriggebliebenen nach dem letztmaligen dritten Weltkrieg, der unausweichlich stattfinden mußte, ohnehin schon lang vorhergesagt wurde von einigen Sehern der Menschen. Trotz all der bösartigen, tief verwurzelten Erfahrungen, die jene Überlebende zweifellos in sich trugen, sie an den Rand des Wahnsinns bei dem ein oder anderen trieb, setzte sich dennoch ein intensiver Prozeß einer ganz gezielten Bemühung durch: Die Erkenntnis, daß Homo sapiens endlich den Pfad des materiellen Geiferns verlassen sollte, um wieder den geistigen Zielen entgegen zu streben.“

Aufgeregt begannen die Teilnehmer an der Tafel miteinander zu diskutieren, manche trauten dem neuen Wandel keineswegs, argumentierten mit den stetigen Rückfällen in sinnlosen Machtbestrebungen einzelner Verirrter, die doch tatsächlich es immer wieder verstanden hatten, die große Masse mit wenigen, simplen Tricks zu beeindrucken und zu manipulieren. Andere aber gaben zu bedenken, daß genau an dieser Stelle inzwischen ein Paradigmenwechsel bei der Menschheit eingesetzt hatte, der nicht mehr aufzuhalten war. Das heißt, sie ließ derartige Despoten nicht mehr zu!

Rophenus Zenoto ließ den Gong erschallen, ein moderates Mittel, um für Ruhe zu sorgen und forderte Fripollex auf, doch fortzufahren.

„Nun denn, Ihr Lieben. Ich kürze mal ein wenig ab. In vertraulichen Gesprächen, die wir weltweit unbemerkt belauschen konnten, war eindeutig zu entnehmen, daß der Mensch nicht im geringsten mehr bereit war, Machtbestrebungen jemals wieder zuzulassen. Im Gegenteil, wie verwandelt gestaltete sich der Alltag. Oberstes Gebot bestand darin, im Einklang mit der Umwelt zu leben, sorgfältig die letzten übriggebliebenen Oasen zu hegen und zu pflegen. Zugegebenermaßen haben wir selbst etwas nachgeholfen, damit der Homo sapiens nicht gänzlich verzweifelte in dem einen oder anderen Fall. Schließlich führte das Ausmaß der Zerstörung streckenweise im Ergebnis zur Unbewohnbarkeit etlicher Gebiete, von der atomaren Strahlenbelastung ganz zu schweigen. Hätten wir dabei nicht wohlwollend entgegengewirkt, wäre die Opferzahl wesentlich höher gewesen. In sofern bedeutete unser Eingriff Rettung in letzter Not.“

Eine Weile lang herrschte Stille im Saal, weil die Anwesenden sehr wohl wußten, was die Schilderungen von Fripollex bedeuteten. Gleichzeitig spürte man aber auch eine gewisse Erleichtung bei vielen: Mensch erhielt seine letzte große Chance, um sich vielleicht auf den Weg ins All zu machen, wenn nach einer langen Zeit der Bewährung endlich der Blaue Planet friedvoll seine Runden drehte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Eine Antwort zu Existenz des Menschen in Frage gestellt

  1. EarthChild schreibt:

    Schade, dass es erst den 3. Weltkrieg geben musste, um die Menschen zur Umkehr zu bewegen! Ich persönlich würde es viel besser finden, wenn die Menschheit bereits vor dem 3. Weltkrieg die Menschen, die an der Umweltzerstörung verdienen, und ihre Helfer jetzt sofort in ein Raumschiff setzen und zu irgend einem toten Planeten schicken mit all ihrem Gift, Radioaktivität, Plastik, Fracking Wasser und genmanipuliertem Dreck, einem Planeten wo es nicht mal mehr Bazillen u.ä. gibt, dass sie verletzen, quälen, foltern, morden und ausbeuten können, wo sie nie mehr weg können und ihre Brut auch nicht, und wo sie nur einander haben, um einander das anzutun, was sie seit unbekannten Zeiten der Natur, unserem Planeten, den Pflanzen, den Insekten, den Tieren, den Vögeln und dem Menschen antun!!! Sie ehren und achten unseren Planeten und alles Leben darauf nicht, dann haben sie auch auf unserem Planeten absolut nichts verloren und gehören runtergeschmissen!!!

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