2017 war gestern – morgen erwartet uns das neue Jahr 2018


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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Während Fernsehanstalten, die Presse, eine ganze Medienlandschaft des öfteren weit vorm Ende eines Jahres mit einem Rückblick aufwartet, nehmen wir den Jahresrückblick wesentlich ernst- und gewissenhafter unter die Lupe, und zwar am allerletzten Tag, bevor das neue Jahr 2018 morgen uns bereits erwartet.

Stellen Sie sich mal vor, da lassen sich welche journalistisch akribisch aus, was so alles geschah, doch in jener Zeitspanne zwischen Rückblick und dem Beginn des nächsten Jahres geschieht etwas anderes wichtiges. Und nun? Da stellt sich doch die Frage, wann denn in welchem Rückblick jene Ereignisse man nochmals Revue passieren läßt. Genau, das fällt einfach aus, so als ob sie nicht geschehen wären. Welch Ungerechtigkeit und vor allem eine Unprofessionalität, die mal unbedingt als unverzeihlich angeprangert werden muß. So etwas ungeheuerliches aber auch!

Na, na, jetzt bloß nicht übertreiben. Wer wird denn gleich dermaßen brüsk sich aufregen, zumal Nachrichten und deren Meldungen ohnehin viel zu viele auftreten, wer will und kann sie denn allesamt verarbeiten, geschweige denn sortieren, einordnen? Einiges darf man getrost kritisch beäugen, manche Meinungen stoßen dem ein oder anderen sauer auf, sind nicht genehm. Doch recht kann man es eh nicht jedem machen.

2017 war das Jahr des neuen Rechtsrucks, die USA, Österreich und Polen stellten dies unter Beweis, ausgerechnet in Deutschland nahm aufgrund unüberlegter Protestwähler eine rechtsradikale Partei im Deutschen Bundestag Platz. Kein gutes Zeichen, selbst wenn die anderen Parteien meinen, sie könnten dies demokratisch wegstecken, damit umgehen. Fehlanzeige. Rassismus ist weder eine Meinung noch argumentativ zu rechtfertigen, Haßparolen und menschenverachtende Gesetzesvorlagen schon gleich gar nicht. Das färbt ab, findet seine Wege an die Stammtische, in die Schulhöfe. Dabei schöpfen wir mit jenem Wissen darum nicht mit dem Blick in die Glaskugel, sondern zurück in die Geschichte.

Das hatten wir schon zu Genüge vor einigen Jahrzehnten kurz vorm II. Weltkrieg. Doch der Deutsche scheint an Geschichtsdemenz zu leiden, verdrängt, hat ohnehin ganz offensichtlich die Nazi-Zeit eben nicht aufgearbeitet, sonst könnte er eine derartige Entwicklung kein zweites Mal dulden. Reichen die Widerstände aus, um eine Zunahme jenes rechten Mobs rechtzeitig zu verhindern? Oder schaut das gaffende Volk erneut wie gelähmt einfach zu und läßt ihn gewähren?

Das wird eines der wichtigsten Aufgaben sein fürs Jahr 2018, diesen Haß im Keim zu ersticken! Da wären noch Unruhestifter wie jener Humpty-Trumpty, eine neue österreichische Regierung, ein Despot in Nordkorea, die Saudis und etliche Terrorzellen, die sich ebenso versuchen am perfiden Spiel der Mächte.

Gleichzeitig schaut die Welt ins Zentrum Europas, welche Bundesregierung sich aufrafft, man unkt und buhlt um höhere Militärausgaben, einen weiteren Abbau des Sozialstaates, alles beste Voraussetzungen für zunehmendere Armut und Kriegsszenarien, schließlich verspricht Zerstörung einen erneuten Wirtschaftsaufschwung, Hauptsache Wachstum, egal wer oder was darunter leidet. Na denn, ein frohes Neues Jahr 2018. Oder sollte man besser sagen: Keine guten Aussichten für die Zukunft?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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