Psychische Belastungen alles andere als harmlos


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Spätestens dann meldet sich unser Körper

Angesichts all der weltweiten Probleme, die uns täglich über die Medien ins Haus flattern, wäre doch mal Innehalten angebracht. Momente der Besinnung auf das Wesentliche, unser Leben. Andererseits stellt sich die berechtigte Frage, ob wir das überhaupt können? Klar doch, jeder hat die Möglichkeit, sich kurze Freiräume zu gönnen. Wer es dann auch will, es tatsächlich zuläßt, der sollte nicht lange zögern.

Jetzt fragen Sie sich wahrscheinlich, für was das denn gut sein soll? Jeder Mensch hat ganz unterschiedliche Belastungsgrenzen, dies bedeutet, inwieweit er Informationen aufnehmen kann und erst recht dramatische. Irgendwann verschließt sich unser Hirn, ist nicht bereit, sich mehr zuzumuten. Spätestens dann greifen die Schutzmechanismen, eine gute Regelung unseres Körpers, um uns vor größerem Schaden zu bewahren. Denn psychische Belastungen greifen letztlich den Organismus an, führen somit zu Folgeerkrankungen.

Selbstbetrug fruchtet auf Dauer mitnichten

Der ewige Run auf sämtliche Superlative, die es zu erreichen gilt, stellt die hauptsächliche Motivation dar, uns ein Zuviel zuzumuten. Dieser Hype auf Reichtum, Erfolg und der eigenen, ewig korrekten Darstellung in der Gesellschaft, allem gerecht zu werden, kann viele dazu bewegen, über ihren Schatten zu springen, doch der Selbstbetrug wird auf Dauer nicht fruchten. Am Ende bricht das Kartenhaus des Übereifers in sich zusammen, die Folgeschäden gestalten sich dabei ziemlich unterschiedlich.

Unabhängig von den materiellen Errungenschaften bei diesem Lebenswandel, leiden unbedingt die zwischenmenschlichen Beziehungen. Denn nur Gleichgesinnte können auf scheinbarer Augenhöhe miteinander sich austauschen. Andere, die nicht mithalten können, bleiben einfach unbeachtet. Dadurch bewegen sich die dem Erfolg Hinterherhechelnden auf äußerst dünnem Eis, weil sie es verlernen, auf die Belange ihrer dennoch vorhandenen Mitmenschen einzugehen, geschweige sie zu verstehen.

Eine Scheinwelt baut sich auf, in der nur die Sieger Platz haben und Verlierer außen vor bleiben. Wehe, wenn ein Zahnrad im Getriebe mal nicht funktioniert, eine Kettenreaktion unbedachter Fehler ausgelöst wird, und kein Mensch kann ernsthaft behaupten, perfekt zu sein, dann kann aus dem Elitespektrum schnell Verlust entstehen. Den darf man sich natürlich nicht leisten und schon gleich gar nicht zugeben, nach außen eingestehen.

Doch diejenigen, die genau dieses Luxusleben anstreben, diesem nacheifern und nahezu alles unternehmen, um es auch zu erreichen, begeben sich in ganz ähnliche Gefahren. Solange keine Widrigkeit ihnen ein Strich durch die Rechnung macht, alles nach Plan verläuft, mag das Modell gutgehen.

Mancher Schicksalsschlag öffnet uns die Augen

Das beste, was all jenen widerfahren kann, die nicht aus ihrem Alltagstrott herauskommen können, weil sie sich bereits zu stark auf ihren Lebensstil eingelassen haben, vermag ein Schicksalsschlag dahingehend bewirken, ihnen die Augen zu öffnen. Das mag jetzt brutal klingen, aber oftmals haben genau solche Erlebnisse entscheidend dazu beigetragen, daß sich etwas ändert. Dennoch kann es auch hilfreich sein, im Vorfeld sich selbst zu hinterfragen, es müssen nicht unbedingt tragische Ereignisse dazu beitragen. Am besten kann einem ein guter Freund, der Partner des unbedingten Vertrauens dabei behilflich sein, seine Macken, Schwächen und Angewohnheiten zu analysieren. Es muß nicht gleich der Therapeut sein, einen solchen zu finden, ohnehin ein schwieriges Unterfangen darstellt. Und so schließt sich der Kreis unseres Daseins, wir gelangen wieder zum Beginn dieses Artikels.

Innehalten im Sein, eine ganz wichtige Aufgabe an uns selbst. Erschaffen wir uns Oasen der Ruhe, um in uns selbst zu kehren, manche nennen es Meditation, die auch Anwendung findet, aber es reicht schon die Bereitschaft, sich selbst zu reflektieren. Leben wir unser Leben so, wie wir es wirklich wollen, und zwar im tiefsten Inneren? Oder aber prostituieren wir uns nur, um bestimmten Lebenszielen gerecht zu werden, obwohl wir sogar wissen, daß dies uns schadet? Begeben wir uns auf einen Weg der Rückbesinnung menschlichen Daseins: Nicht der Habitus und der Erfolg zählen, aber ganz sicher Zufriedenheit ohne schlechtes Gewissen und Selbstzweifel.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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