Identitäre blamieren sich mittels billigen Kopien


Wer keine Ideen hat, klaut gern beim „Klassen-feind“

Nichts neues unter der Sonne, wenn diese auch in Winterszeiten so kurz vor Weihnachten sich eher rar macht, die Tage noch kürzer werden, was die Identitären sich jüngst mitten in Berlin erdacht hatten mit ihrer Aktion sogenannter Grabsteine vorm Brandenburger Tor. Natürlich könnte man sich gelangweilt abwenden und zur Tagesordnung übergehen.

Dennoch bedarf es eines Kommentars der Vollständigkeit halber. Gerade weil die Neue Rechte meint, sie könne mir nichts dir nichts Eindruck in der Bevölkerung schinden, was angesichts noch anhaltender Flüchtlingswellen ihr gelingen mag, keineswegs zufällig nahm vor kurzen jene rechtsradikale Partei Platz im Deutschen Bundestag.

Manch Blamage mußten sie bereits wegstecken

Dabei suhlen sich die sogenannten Patrioten oder Identitären, allesamt in Wirklichkeit hundertprozentige Rechte, besser real als Neonazis zu bezeichnen, auch wenn viele von ihnen dies vehement bestreiten, in ihrer Opferrolle, wenn sie mal wieder ins Fettnäpfchen traten. Man kann ihr eine gewisse Absicht unterstellen oder aber schlichtweg Unvermögen, helle, kreative Ideen zu entwickeln.

Da legte neulich das Zentrum für Politische Schönheit ordentlich vor mit ihrer cleveren Aktion vorm Anwesen des Herrn Höcke. Jene billige Kopie vorm Brandenburger Tor zeugt nicht gerade von Ideenreichtum. Aber das kennt man ja aus Kreisen jener Rechtsradikalen, stets überall nachäffen, sich etlicher Felder bedienen, Hauptsache der ahnungslose Bürger bemerkt es nicht vor lauter Phrasendrescherei- und brüllerei.

Wenn man schon nicht beherzte Hilfe von in Seenot Geratenen direkt verhindern kann, dann denkt sich das „haßerfüllt, bösärtige Hirn“ eben andere Möglichkeiten aus wie diese reaktionäre Schiffahrt im Sommer dieses Jahres, die allerdings zurecht jäh gestoppt wurde.

Was lange währt, wird noch lang nicht gut

Das sollte sich ganz besonders die Neue Rechte merken. Eine sattelfeste Demokratie läßt solche Entgleisungen eben nicht zu, selbst wenn jüngst in Österreich das Bündnis Kurz-Strache zustandekam. Wie lange in aller Seelenruhe die europäische Politik dies mittragen wird, bleibt mal dahingestellt. Wir erleben seit längerem den Unmut mit Blick gen Ungarn, Polen und Tschechien.

Internationale Wirtschaftspolitik kann sich letztlich einen rechtsradikalen Kurs auf Dauer nicht leisten, es sei denn, sie bekennt sich offen dazu. Noch scheint dies nicht zuzutreffen, selbst wenn ein Herr Trump in den USA heftig droht und querschießt. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die Weltpolitik ihre Lehren vergangener Zeiten zieht und einer derartigen Entwicklung im letzten Moment den Riegel vorschiebt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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