Bildung: Lesen wohl mit der wichtigste Bestandteil


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Vom Sammeln zum Auswählen und Verinnerlichen

Eine der wichtigsten Kulturfertigkeiten des Menschen neben dem Rechnen und Schreiben stellt das Lesen selbst dar, die ohne weiteres auch als eine Form der Kommunikation betrachtet werden dürfen. Dennoch gehört zum Lesen selbst natürlich die Reflexion, das Überdenken des Gelesenen, was besonders intensiv zum Tragen kommt, wenn wir durch die erzählende Literatur als Leser uns in andere Zeiten und Personen versetzen, auf diese Weise Erfahrungen aus zweiter Hand sammeln.

Das Wort lesen kommt aus dem Lateinischen legere für „sammeln, auswählen und lesen“, wobei es im heutigen Sinne als Lehnbedeutung zu verstehen ist. Im Deutschen finden sich so auch die Lehnwörter Lektor, Legende und Lektüre. Das Englische to read entstammt dem raten bzw. „erraten“.

Der Vorgang des Lesens findet Anwendung im Visuellen aber auch durch das taktile Umsetzen von Schriftzeichen in Lautsprache, eben die Sprechsilben, die Buchstabenlaute, Wörter, Sätze und Textabschnitte. Wir lesen Karten, graphische Darstellungen, Fahrpläne, technische Zeichnungen, Musiknoten oder Schaltpläne. Beachten wir dabei das sogenannte Fährtenlesen, das Ablesen von Gefühlsregungen im Gesicht des anderen.

Schier grenzenlose Abenteuer beflügeln unsere Kindheit

Das Lesen ist ein Schlüssel zur Sprache selbst, zum Denken, stärkt unsere Vorstellungskraft, das Lernen. Und da die Schriftsprache abstrakter ist als die mündliche Sprache, wird die Phantasie und die einhergehende Begriffsbildung natürlich entscheidend herausgefordert. Genau das spüren Kinder, sodaß die meisten auch lesen lernen wollen. Ohne die Hilfe und Unterstützung der Eltern kann die Leseentwicklung nicht gut voranschreiten, die meist noch vor der Schulzeit beginnt.

Letztlich fördert ein Familienalltag, bei dem Lesen dazugehört, den Anreiz zum Lesen, weil Leser gern Leser „anstecken“. Doch die Förderung zum Lesen beginnt sogar noch früher, nämlich bereits im Kleinkindalter. Das Geschichtenerzählen, das Vorlesen sowie das Erklären beim Betrachten der Bilderbücher sind die ersten wichtigen Erfahrungen, um das spätere Lesen zu erleichtern. Viel Geduld und Zeit schwingt folglich mit, vergessen wir nicht, daß kein Kind gleich gut einsteigt beim Lesenlernen. Während das eine ganz schnell begeistert schon nach kurzer Zeit Kindergeschichten „verschlingt“, plagt das andere unter Umständen eine Leseschwäche.

Ermöglichen Sie Ihren Kindern einen Raum der Ruhe, der Alltagsstreß muß ohnehin bewältigt werden, feste Lesezeiten, vielleicht vorm Einschlafen, können eine Hilfe sein. Beim Vorlesen selbst sollte nicht einfach der Text „runtergelesen“ werden – sich mehr Zeit lassen, Gedankenpausen einlegen, schwierige Wörter unbedingt erklären, nicht einen Monolog sollte das Vorlesen darstellen, viel eher ein Gespräch.

Speed Reading ein Vorteil?

Das kann eine sehr wichtige Überlegung sein, vor allem für Studierende, die ganz viel Text, ganze Bücher in einem begrenzten Zeitraum lesen und erfassen können müssen. Dabei helfen einige gutdurchdachte, spezielle Lesetechniken, welche in manchen Instituten in Leseseminaren angeboten werden. Drei wesentliche Lesetechniken werden vermittelt, als da wären das Speed Reading, wobei die klassische Lesemethode Anwendung findet, halt nur wesentlich schneller, das PhotoReading, das Lesen mit Unterstützung des Unterbewußtseins und schließlich: die SQ3R-Methode. Hierbei soll das Gelesene fest im Gedächtnis verankert werden.

Lesen, ein Prozeß, der Freude machen soll in erster Linie, außer daß er auch Lerninhalte uns vermittelt. Bedenken wir, wie schön es ist, ein Buch zu lesen, dem Ende einer Erzählung entgegenzufiebern. Manche erinnern sich vielleicht noch an stundenlange Lesezeiten, weil die Spannung uns dazu verleitete.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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2 Antworten zu Bildung: Lesen wohl mit der wichtigste Bestandteil

  1. Arno von Rosen schreibt:

    Wer nicht liest, kann nicht wirklich jemals eine fundierte Bildung erreichen…

    Gefällt 1 Person

  2. Thomas Stiegler schreibt:

    Sehr schöner Gedankenansatz, danke dafür.

    Lesen ist nicht nur der wichtigste Bestandteil von Bildung, sondern in unserer (Buch-)kultur die Grundlage dafür. Unsere gesamte Entwicklung, auch geistig / seelisch, wurde massiv durch das Buch und dem Umgang mit ihm geformt.

    Daher ist es auch so schlimm für unsere Gesellschaft, wenn das Buch in solchem Tempo an Wert verliert. Das hat unabsehbare Folgen für die Zukunft.

    Schön, Deinen Blog hier gefunden zu haben. Ich beschäftige mich mit denselben Fragen, vielleicht interessieren Dich auch Beiträge auf meinem Blog. Würde mich freuen.

    https://www.der-leiermann.com/ueber-bildung-01/

    Liebe Grüße,
    Thomas.

    Gefällt 1 Person

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