Schöne neue Welt gewollter Ignoranz


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Besser ideologische Schranken abbauen

Gar nicht so lange her, da war alles viel einfacher, besser, ruhiger, und die Menschen nahmen sich mehr Zeit für einander. Es gab viel weniger Hektik und Streß, geschweige denn daraus resultierende Krankheitsbilder wie Herzinfarkte, Burn-outs oder gar Krebserkrankungen. Das dürfen wir erfahren in Unterhaltungen mit den Älteren, den Generationen, die noch Kinder waren im Zweiten Weltkrieg oder gar noch älter. Doch wer hält schon die globale Entwicklung auf?

Menschliche Ideenvielfalt brachte bisherig alle möglichen Erleichterungen mit sich, ganz besonders mit Hilfe der maschinellen Industrialisierung, wo Motoren menschliche Kraft ersetzten. Ein nicht endenwollender Erfindergeist bestimmt längst einen Lebensprozeß, dem sich niemand in sämtlichen Zivilisationsgesellschaften zu entziehen vermag.

Technik und Finanzmärkte wider der Natur

Natürlich schaffte dies ein großes Potential an deutlicher Einsparung, was den Verschleiß menschlicher Mühsal anbelangte, nicht die Arbeitskraft war im Vordergrund, sondern das Wissen, wie man Maschinen zu bedienen, zu warten und zu pflegen hatte. Das gleiche gilt für das längst fortschreitende Zeitalter der Computertechnik sowie der Meßtechnik. So weit so gut. Aber erschaffen all diese progressiven Entwicklungen mehr zwischenmenschliches Miteinander, wo wir doch eigentlich genau deshalb mehr Zeit haben müßten?

Es sind die Finanzmärkte, das Großkapital, die als Drehscheibe unaufhörlich unser Leben diktieren, und zwar weltweit bis hinein in sämtliche Winkel, auch in die unbekannt verschlossenen, selbst wenn dortigst reine Natur herrscht oder ein paar Naturvölker ums Überleben kämpfen.

Ein Schimmer von Hoffnung? Demut bedeutet Kapitulation

Das Diktat des Geldes beherrscht den Lebenswandel, dessen Schattenseiten darf eigentlich kein wacher Geist übersehen, es sei denn, er wendet sich einfach abgestumpft ab oder meint, sich durch Ignoranz zu schützen. Die Verlierer im perfiden Spiel der nimmersatten, neoliberalen Wirtschaftspolitik nehmen zahlenmäßig rasant zu, ob sichtbar oder gut versteckt in irgendwelchen halbherzigen sozialrassistischen Maßnahmen, Unterkünften und Gesetzen, während in der Dritten und Vierten Welt das gesamte Ausmaß permanent wachsender Verarmung kaum noch überschaubar sich offenbart, äußerst selten per Fernsehbild die noch stillgehaltenen, halbwegs Gesättigten hierzulande erreicht. „Schöne neue Welt des Wegschauens“ – Armutszeugnis einer verrohenden Gesellschaft, ganz gleich in welchem Lande?

Nein, Demut bedeutet Kapitulation in diesem vernichtenden Kontext. Selbst wenn gewisse Kreise exakt das gern sehen würden, denn nichts wäre ihnen lieber als gedemütigte Willfährige, die vor lauter Ängsten einfach funktionieren, man nach Gutdünken formen kann. Es liegt an uns allen, die eigentlichen Beweggründe dieser Herrschaften zu durchschauen, um entsprechende Maßnahmen frei selbstbestimmt zu ergreifen und umzusetzen. Da hat falsch verstandene Demut, ein Obrigkeitseinknicken überhaupt nichts verloren, wollen wir nicht sämtliche Errungenschaften zwischenmenschlicher Befreiung von solchen Mächten ohnmächtig uns nehmen lassen.

Damit muß Schluß sein. Kann allerdings nur funktionieren, wer den Mut besitzt, sich zusammenzuschließen, weil gemeinsam Gleichgesinnte viel besser ihre Interessen durchzusetzen vermögen. Ideologische Schranken gilt es abzubauen in der Erkenntnis, daß da etwas gänzlich anderes zielgerichtet keinen Fuß mehr fassen darf: Unmündigkeit, die Menschen instrumentalisiert, sie benutzt zum Zwecke gewisser Kapitalinteressen, die wiederum unmenschlicher denn je agieren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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2 Antworten zu Schöne neue Welt gewollter Ignoranz

  1. socialbyanons schreibt:

    Ein gut geschriebener Beitrag. Genau deshalb zerfällt hier alles. Ich sehe in der heutigen Zeit wieder die ALTRÖMISCHE DEKADENZ DER KAISER, STADTHALTER UND KÖNIGE/DIKTATOREN. Traurig! Es ist immer das gleiche.

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  2. Tag Heute schreibt:

    Ignoranz ist absichtliches Übersehen. In der Weise verweigerte Übersicht unterhalb des Randes führt dazu, dass die Welt für einen Teller gehalten wird, an dessen rutschiger Innenseite es gelte, sich untereinander darum zu streiten, nicht als Suppe auslöffeln zu müssen, was die Herrschaftsinteressen des Großkapitals hineingespuckt haben.

    Gefällt 1 Person

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