No risk no life – einfach nur ein blöder Spruch?


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Nackenhaare und mafiöse Strukturen keine zu-fällige Erscheinung

Leben ist Risiko, alles Leben ist Gefahren ausgesetzt. Die Erkenntnis oder das Wissen hierüber ist nicht der Tatsache geschuldet, daß unsere Urahnen uns dies in Form von Geschichten, weisen Sprüchen, Bibelzitaten vermittelt haben oder tun. Viel eher sind wir ausgestattet mit eigenen Gefahrenmeldern wie Angst, Grusel, Furcht, die sich unter-schiedlich bei jedem Menschen zeigen. Plötzliche Schweißausbrüche, Zähneklappern, Herzrasen und Nackenhaare aufstellen sind einige der Möglichkeiten, die sich einstellen, wenn Gefahren in der Luft liegen.

Apropos Nackenhaare aufstellen, diese Gefahrenwarnung kann man bei Säugetieren äußert effektvoll sehen, und auch wenn dies bisweilen heute wieder angezweifelt wird, es ist ein Vermächtnis der verwandtschaftlichen Herkunft, somit kann man davon ausgehen, daß die Schutzmechanismen, wie oben beschrieben, angeborene Sicherheits-wahrnehmungen sind.

Trotzdem sind Eltern die ersten Lebensjahre und darüber hinaus bemüht, ihre Nachkommen vor Gefahren zu schützen und das Risiko von Unfällen oder Unbill zu mindern. Die Begriffe „Helikoptereltern“ und „Rabeneltern“, ersterer steht für überfürsorgliches Sicherheitsdenken, der andere für nachlässiges oder nicht vorhandenes Schutzempfinden gegenüber Schutzbefohlenen, so die allgemeine Sprachauslegung, bedeuten sie die jeweiligen Spitzen der positiven und negativen Sicherheitszuwendung.

Das englische Wort für Sicherheit lautet „security“. Wer weiß das inzwischen nicht, denn in den letzten Jahren sind Firmen mit diesem Namen oder diesem Namenanhängsel quasi aus dem Boden geschossen.

Die Security, englisch security, Sicherheit, aus lateinisch securitas securus, sicher. (Duden) Sicherheit steht für behütet sein, Geborgenheit, Obhut, Schutz, Abschirmung.

Wer sich trotz Sicherheitswarnungen oder -hinweise einer Gefahr aussetzt, nimmt ein Risiko, ein Wagnis in Kauf.

Das Risiko, älter italienisch ris(i)co, Herkunft ungeklärt. (Duden) Andere Begriffe sind Wagestück, Abenteuer, Himmelfahrtskommando, Kamikazeunternehmen, Wagnis, Ex-periment.

Da man als nicht wissenschaftsabhängige Sprachbegeisterte die Freiheit hat, ohne Risiko des Dilettantismusvorwurfs, Sachverhalte in einem andern Zusammenhang zu sehen, sei hier darauf hingewiesen, daß Risiko ohne weiteres aus „re“ und „securus“, also aus „zurück“ und „sicher“ abgeleitet werden kann. Das erscheint eine sinnfähigere Her-kunftsbedeutung als ungeklärt, oder?

Eltern machen ihre Schutzbefohlenen auf Gefahren aufmerksam oder wenden sie ab, wenn die Kinder noch zu jung sind, um diese abzuschätzen. Die meisten Eltern versuchen den Kindern Hilfestellungen anzubieten, damit sie selbständig die gleichen Gefahren oder ähnliche Gefahrenzonen erkennen, um sie eigenständig vermeiden lernen zu können.

Wie würden Sie Eltern nennen, die Kinder ihren weiteren Schutz verweigern oder sogar mit Strafen drohen, wenn das Kind ohne Hilfe der Eltern einen Weg gefunden hat, Unbill abzuwenden, also selbständige Entscheidungen treffen kann, ohne weiteren Schutz oder deren Beistand? Helikoptereltern oder Rabeneltern?

Und welche Begriffe fallen Ihnen ein, wenn Verantwortliche, egal in welcher Position, Ihnen jegliche Sicherheit absprechen, Sie bedrohen, wenn Sie anderer Meinung sind, eine Arbeitsstelle verlassen, die Partei wechseln, den Lebensmittelpunkt ändern?

Dies bedeutet eine wie auch immer geartete Überheblichkeit der Verantwortlichen und besagt, daß nur sie fähig sind, Sicherheit zu geben oder eben die Zurücknahme jeglicher Sicherheit, oder?

Die Mafia, italienisch maf(f)ia, erpresserischer sizilianischer Geheimbund, eigentlich, Überheblichkeit. (Duden)

Es bleibt ein mehr als fader Beigeschmack, verfolgt man zurzeit gewisse Aktionen und Handlungen von Personen und Gruppen, die nach politischer und wirtschaftlicher Ver-antwortung streben, wenn man die Zahl derer berücksichtigt, die sich warum auch immer von diesen Personen oder Gruppen distanzieren, oder andere Meinungen vertreten und öffentlich bekennen, daß ihre Sicherheit nicht mehr garantiert ist.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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2 Antworten zu No risk no life – einfach nur ein blöder Spruch?

  1. Schneider, Fr. schreibt:

    es heisst:
    No risk – no fun!

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