Auf Kritik an Höcke haben sie keine Böcke


https://www.flickr.com/photos/wolfgangstaudt/3755384142/sizes/z/

flickr.com/ Wolfgang Staudt/ (CC BY-NC-ND 2.0) https://www.flickr.com/photos/wolfgangstaudt/3755384142/sizes/z/

Ableger des Berliner Holocaust-Mahnmals in Born-hagen ein voller Erfolg

Im obersten nordöstlichen Zipfel Thüringens liegt das Dörfchen Bornhagen, Heimat des AfD-Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke im Thüringer Landtag, manche nennen ihn gar gezielt Bernd. Dieser leistete sich ein Fauxpas sondergleichen in seiner Rede am 17. Januar im Dresdner Ball- und Brauhaus Watzke, wobei er dreist erklärte, „unser Volk sei das einzige Volk, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt habe.“

Es versteht sich von selbst, daß entsprechender Unmut und Shitstorm gegen den beurlaubten Gymnasiallehrer aufkam, der daher das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) auf den Plan rief, um dem AfD-Politiker in dessen Wohnort einen Denkzettel zu verpassen mit dem Ableger des Berliner Holocaust-Mahnmals. Ein entrüsteter Rentner und Freund Höckes bekundete lauthals: „Dreckspack, laßt den Höcke in Ruhe!“ Solche Töne passen zur rechtsradikalen Klientel, womit natürlich die Aktionskünstler umgehen konnten.

Ordnungshüter ein wenig irritiert – Jens Maier spricht von geistigen Erben der Stasi

Entsprechende Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Natürlich war die Polizei vor Ort zunächst überfordert, mit einem solchen Andrang hatte sie nicht gerechnet, erste Anhänger Höckes begannen schnell, handgreiflich zu werden, rauschten allerdings dann ab.

Anders verhält es sich mit Bernds… äh… Björn Höckes Gefolgsleuten, AfD-Vorsitzender Jörg Meuthen läßt verlauten,  es sei widerwärtig, daß so etwas in Deutschland überhaupt möglich sein könne. Jens Maier spricht gar gleich von den geistigen Erben der Stasi. Ganz genau, AfD-Politiker müssen sich damit abfinden, daß beherzte Kritik wesentlich mehr aktiv sich einbringt angesichts rechtsradikal rassistischer Töne und vor allem einer sich etablierenden Partei wie die AfD.

Was bisherige Parteien versäumten, mahnen kreative Menschen an

Endlich kommt mal Bewegung ins Land, nach etlichen Gegendemos zu Pegida-Aufmärschen und politischer Einigkeit rechtsradikaler Gruppierungen, die besonders europaweit immer dreister auftreten, von Polen über Ungarn, Österreich bis nach Frankreich und ebenso Spanien, auf der iberischen Halbinsel erdreisten sich gar Polizisten unverblümt lauthals, Hitler und Franco huldigend. Keine gute Entwicklung das Comeback neo-faschistischen Gedankenguts!

Umso erfreulicher, daß es Philipp Ruch und den Aktivisten gelang, Björn Höcke jenen Ableger der Holocaust-Denkmals heimlich zu installieren. Mehr davon, zumal wir noch kürzlich anmahnten, wo die Zivilcourage Kunstschaffender bleibe. Sie positioniert sich ziemlich kreativ. Daß dem trögen rechtsradikalen Pöbel nichts besseres als Haß und erneute Parolen einfällt, wundert mitnichten.

Solange eine Demokratie auch extremen Kräften Räume gibt, die sie morgen bereits zu stürzen vermögen, braucht sie sich nicht wundern, daß eine latente Gefährdung vorliegt. Gleichzeitig muß sie sich die Frage stellen lassen, wieso überhaupt Extremismus im Volke Nahrung findet.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Quergedachtes abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s