Pferdesport offenbart unentschuldbare Tierquälerei


https://pixabay.com/de/pferde-landschaft-natur-feld-gras-2427513/

pixabay.com

Nur Kräftemessen und Prestige?

Ein ganz gewöhnlicher Vorgang in der Natur, daß Tiere ihre Kräfte messen, dient dieses Treiben doch dem Übeleben. Selbst der Mensch versteht es vorzüglich aufgrund seines Verstandes, alle möglichen und unmöglichen Disziplinen des sportlichen Kräftemessens anzuwenden, wobei daher auch Tiere wie die Pferde herhalten müssen.

Wenn es darum geht, profitable Geschäfte zu ersinnen, auch fürs eigene Prestige, wird selbst eindeutige Tierquälerei beim Pferdesport billigend in Kauf genommen. Die Liste menschlicher Verfehlungen bis hin zu besonders grausamen Untaten Pferden gegenüber sprengt jeden einfachen Artikel. Betrachten wir einige Unstimmigkeiten etwas genauer, und wieso ganze Gesellschaftsschichten, die dem Treiben des Pferdesports ungeniert zustimmen, in den Fokus der Kritik gehören.

Dressur Pervers – die Kritik wird lauter

Der Mensch begann vor über sieben Tausend Jahren die Pferde für sich zu entdecken, sie als Arbeits-, Last- und Reittiere langsam aber zielsicher zu domestizieren. Schon damals wurde keinerlei Rücksicht auf die Gesundheit der Pferde (Equus) genommen, deren Familie, die Equidae, eine sehr alte Gruppe der Unpaarhufer, stammesgeschichtlich sogar mehr als 55 Millionen Jahre zurückliegt. Hauptsache sie erbrachten den notwendigen Nutzen, damit Mensch seine Ziele erreichte. Das galt daher auch für sämtliche weltweiten kriegerischen Auseinandersetzungen, bei denen die Schlachtrösser gnadenlos involviert waren und ebenso qualvoll ihr Leben ließen.

So darf man sich auch nicht wundern, daß eine völlig selbstverständliche Einstellung zur Verwendung von Pferden im sportlichen Kräftemessen schon sehr früh begann, denken wir nur an die Wagenrennen im alten Rom oder das Galopprennen bei den Olympischen Spielen der Antike in Griechenland. Da niemand ansatzweise wirklich gezielt Menschen- oder gar Tierrechte im Laufe der Jahrhunderte einforderte, konnte kein Bewußtsein für solch selbstverständliche Forderungen entstehen. Mit dem Vorantreiben menschlicher Dekadenz, die auch im Pferdesport völlig zwanglos sich entwickelte, entstand eine nicht unwichtige Lobby, die gern die erzielten Geldeinnahmen für sich verbuchte.

Die Journalistin Gabriele Pochhammer hatte mehr Erfolg mit ihrem Artikel „Dressur Pervers“, 2005 erschienen in der Zeitschrift St.Georg, nachdem schon 13 Jahre zuvor Heinz Meyer vergeblich auf die Überdehnung des Halses bei Pferden aufmerksam machte, auch „Rollkur“ genannt. Diese extrem schmerzhafte und unnatürliche Methode fand und findet beim Dressur-, Spring- und Westernreiten Anwendung.

Kein Verbot des Militär-, Dressur- und Springreitens?

Die Pferde, die bei Galopprennen nur als zweitklassig sich herausstellen, müssen halt in extremen Hindernisrennen zweckdienlich dem Menschen zur Verfügung stehen. Dabei stellt das Jagdrennen die schwierigste Form beim Hindernisrennen dar, dessen Hochleistungssport den Pferden unnötige Risiken beschert. Das weltweit berühmteste Jagdrennen, das Grand National, findet seit 1839 in Aintree bei Liverpool statt. Die 7,2 km lange Distanz beinhaltet 30 mit Fichten abgedeckte Hindernisse und kann durchaus eine für Pferde extreme Höhe von 1,50 m aufweisen. Der Tod zweier Pferde empörte Tierschützer und dies völlig zurecht.

Das ganze Gehabe des Militär-, Dressur- und Springreitens sollte eigentlich im Sinne des Tierschutzes verboten werden. Aber wer richtet schon freiwillig und beherzt das Wort gegen eine Lobby, die weit verzweigt alles unternimmt, um diese gewinnträchtige Einnahmequelle zu rechtfertigen? Tierschützer tun das und auch Menschen, die den Humanismus auf ihre Fahnen geschrieben haben. Pferde gehören auf große Koppeln, am allerbesten in Freiheit, die letztlich eben nicht unbegrenzt ist. Dennoch sollte diesem Herdentier das freie Herumtollen, das ein oder andere Rennen gegönnt sein, aber sämtliche Quälereien, die dem Wesen dieser tollen, sehr sensiblen Tiere widersprechen, nicht geduldet werden!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Tierschutz/Tierrechte

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Tierschutz/Tierrechte abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Pferdesport offenbart unentschuldbare Tierquälerei

  1. Nordmann schreibt:

    Die Mißstände, die Sie anprangern gibt es. Ein Umdenken ist erforderlich. Besonders die immer gefährlicheren Hindernisse müssen verändert werden. In der Vielseitigkeit hat man versucht, den Sport „fernsehgerechter“ zu machen. Herausgekommen ist dabei eine Häufung von komplizierten und „hakeligen“ Hindernissen mit all den bösen Folgen.
    Das größte Problem jedoch sind die viel zu jungen Pferde. Viel zu früh werden sie trainiert und landen dann ganz schnell beim Abdecker. Die Schäden an den Sehnen und Gelenken sind unglaublich. Der Haltungszustand der Pferde ist auch schrecklich. In der Hühnerzucht hat sich einiges getan, indem die Käfige vergrößert wurden. Bei den großen Warmblütern ist diese Verbesserung noch nicht angekommen.
    Der Pferdemarkt ist eine Katastrophe, die erzielbaren Preise decken in keiner Weise die Kosten, die ein Sportpferd bis zum Einsatz verursacht hat. Ein Reitpferd von 5 Jahren kostet in der „Herstellung“ 20000 Euro. Der Käufer will aber maximal 5-7000 bezahlen. Hieran ist zu erkennen,daß es ganz viele Idealisten im Lande gibt, die mehr Geld für Pferde ausgeben als sie jemals einnehmen. Pferdezucht ist ein riesiges Verlustgeschäft. Auf die Frage, wie man mit Pferden ein kleines Vermögen machen könne, antwortete Paul Schockemöhle: Man muß ein großes Vermögen einsetzen. Der Zuschauer läßt sich blenden von den großen Pferde-Stars und den Preisen, die sie erzielen. Es nicht anders als bei den großen Hollywoodstars, die kleinen Schauspieler nagen am Hungertuch.

    Gefällt 2 Personen

  2. Werner Fröhlich schreibt:

    Kapitalismus tötet, sagt der Oberkathole – aber eben nicht nur (entfremdete) Menschen & dem schneller-höher-weiter verfallene Pferdezüchter – sondern alles, was ihm ausgeliefert ist – ausnahmslos..
    Nicht nur in der „Königsklasse“ der – den Cäsaren nachfolgenden – „Fahrsportler“ (gemeint sind Vierspänner) erweist sich der (oberhalb angedeutete) Spruch: Mensch kann mit Pferd schnell ein kleines Vermögen machen – er muss aber ein großes mitbringen.
    Was da auf WM-Niveau „materialverschleißend“ sportlich spazieren fährt, ist entweder seit vielen Jahren pleite, oder / und bezieht seinen eigentliche materielle Unterhaltung aus der anderen Zuhältereien zur Schändung von Menschen und Pferden.
    Die dort üblichen Dotierungen reichen weder für die Portokasse , noch für das Spritgeld – dementsprechend betucht ist die vorgebliche „Weltelite“.
    Ein wirkliches Trauerspiel – nur weil Pferd & Mensch nicht schnell und weit genug weglaufen können – und wohin auch?

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s