Wenn Humor Brücken schlägt – weg vom Trübsal blasen


https://pixabay.com/de/lachen-statue-skulptur-gl%C3%BCcklich-995213/

pixabay.com

Lach mal wieder

Wer kennt sie nicht, die Wirkung des Lachens, sodaß gesundheitliche Aspekte durchaus erkennbar vorhanden. Es gibt sogar ein wissenschaftliches Fach vom Lachen, die Gelotologie (von griech. γέλως gélōs, Gen. γέλωτος gelōtos „das Lachen“).

Es beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Lachens, den körperlichen und seelischen Aspekten. Ihr Begründer war der US-amerikanische Psychiater William F. Frey, der zunächst erstmal ein Medizinstudium absolvierte, bevor er sich zum Psychiater weiterbildete. 1964 gründete er in Palo Alto sein Institut für Humorforschung und das, obwohl die Scientific Community bezweifelte, daß die wissenschaftlichen Standards der Humor- und Lachforschung genügen würden. Somit blieb ihm nichts anderes übrig, als die Forschung aus eigenen Mitteln zu finanzieren.

Wagen wir, ein wenig in die Materie dieses interessanten Themas uns zu vertiefen. Der US-Immunologe Lee S. Berk konnte nachweisen, daß das Lachen mehr Abwehrstoffe im Körper bildet. Es wurden bei Menschen entscheidend höhere Werte im Blut festgestellt, die Tage zuvor herzhaft gelacht hatten als bei denjenigen, die es unterließen. Selbst die Fitness wird durchs Lachen gesteigert, die Verdauungsorgane dabei massiert, der Kreislauf angeregt, die Durchblutung verbessert, die Lungenfunktion erhöht, auch eine stärkere männliche Potenz konnte nachgewiesen werden.

In Studien stellte sich heraus, daß schon nach wenigen Minuten Lachen Schmerzpatienten eine mehrere Stunden andauernde Erleichterung empfanden. Wir bewegen beim Lachen immerhin rund 80 Muskeln. Exakt aus diesem Grund setzt oft nach dem Lachen eine angenehm empfundene Erschöpfung und Entspannung ein. Gelotologen haben sogar einen Tip parat, wenn es um die leidige Frühjahrsmüdigkeit geht: Lachen Sie einfach mal eine Minute lang herzhaft, es ist genauso erfrischend wie ein 45 minütiges Entspannungstraining.

Führen Sie sich vor Augen, was bei einer Autopanne geschieht. Hierzulande folgt in der Regel ein streßbeladener Wutanfall, Enttäuschung breitet sich aus, steht manchen ins Gesicht geschrieben. Probieren Sie beim nächsten mal ein völlig anderes Verhalten, so wie es die meisten Afrikaner handhaben. Diese lachen zunächst einmal lauthals über dieses Mißgeschick. Was geschieht dabei?

Ganz einfach, es werden die kreativen Bereiche des Gehirns aktiviert, Streß wird abgebaut. Dann folgt eine wesentlich entspanntere Haltung, um über eine Lösung des Problems nachzudenken. Wir gewinnen übers Lachen also einen Abstand zu Dingen, die uns belasten und haben einen leichteren Zugang zu neuen Perspektiven, die wir dann viel eher erkennen können. Die gesundheitliche Wirkung des Lachens kommt auch all jenen zugute, die aufgrund von Behinderungen oder Krankheiten an den Rollstuhl oder ans Bett gefesselt sind.

Längst gibt es einige gutdurchdachte, sehr wirkungsvolle Humor- und Lachtherapien: die Rote Nasen Clowndoktoren, Lach-Seminare, Lach-Yoga. In Deutschland gibt es sogar eine Lach-Kirche. Die Clowndoktoren heitern ganz gezielt die Patienten auf, hören sich deren Ängste und Sorgen an, natürlich geht dabei eine Absprache mit den Ärzten voraus. Durch die Lockerung vom tristen Krankenhausaufenthalt sollen die Patienten zur schnelleren Genesung gebracht werden.

Die meisten kennen nur zu gut die Wirkung, die ein lachender Mensch auf uns haben kann. Dieser wird unbedingt wesentlich angenehmer von seiner Umwelt angenommen als trübsalblasende Zeitgenossen. Öffnen sich einem lachenden Wesen mehr Chancen? Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich groß. Kinder lachen wenigstens 25 mal so viel wie Erwachsene. Somit ist der Gedanke sehr naheliegend, eine unbeschwertere, spontanere und spielerische Lebensweise durch das Lachen wieder zu erhalten. Auch lohnt sich selbst grundloses Lachen, denn unser Gehirn unterscheidet eben nicht zwischen dem unechten und echten Lachen, sodaß auf alle Fälle dennoch der positive Effekt einsetzt.

Der Gründer der weltweiten Yoga-Lachbewegung, Madan Kataria, führte 1998 den Weltlachtag ein, findet jährlich am ersten Sonntag im Mai statt. Punkt 14 Uhr deutscher Zeit wird für eine Minute gemeinsam gelacht. Er verkörpert den Weltfrieden, wie der Gründer betonte, mit dem Ziel, ein globales Bewußtsein der Brüderlichkeit und der Freundschaft durch das Lachen selbst zu erreichen.

Einfach mal wieder lachen, es kann so befreiend sein, auch wenn es genügend traurige Nachrichten gibt. Selbstverständlich kann das Lachen die Probleme nicht beseitigen, aber dennoch ein Stückweit uns helfen, den Alltag ein wenig erträglicher zu gestalten, unabhängig von gesundheitlichen Vorteilen, die dabei noch begleitend einsetzen mögen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaft abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s