Nordkoreas weltweite Isolation kaum durchzuhalten


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Ein Volk hält sich noch zurück – wann fällt der Vorhang?

Jetzt mögen all jene auf der Matte stehen, die obendrein diese „Demokratische Volksrepublik Korea“ mit Inbrunst verteidigen, mit Antiamerikanismus kontern, Hauptsache ins kommunistisch verbrämte Horn geblasen, Parallelen zur ehemaligen DDR flackern unverkennbar auf, bloß nicht zugeben, daß Alleinherrschaft stattfindet, schließlich bürge die „demokratische“ Benennung im Staatsnamen für entsprechende Aufrichtigkeit.

Welch trügerisch simples Weltbild, wobei jedwede kritische Haltung einfach ignoriert wird. Unfaßbar. Wer dabei noch jenen Herrn Trump berechtigterweise hinterfragt, gerät gleich zwischen zwei Fronten: den ewiglich „treudoofen“ USA-Fans und den Kim-Anhängern.

Statements über Nordkorea einfach als Propaganda diffamieren?

Man kann es sich auch leicht machen, was ohnehin besonders gern seitens rechtsradikaler Strömungen dermaßen praktiziert wird, denken wir an die unglückliche Formulierung von Fakenews, nachdem das Gebrülle über die „Lügenpresse“ nicht mehr ausreichte.

Insofern folgen entsprechende Diffamierungen vorschnell bei Interviews wie diesem hier, wo der Bauingenieur Kim Chul Seung und die ehemalige Sprecherin des Propaganda-Apparates, Kim Jung Hyun, sich den Fragen von Patrick Diekmann stellten. Trotz vorsichtiger Zurückhaltung, zumal die Flüchtlinge selbst nicht überall Einblicke hatten, darf man davon ausgehen, daß Nordkorea-Fans aufmucken.

Eine Diktatur läßt keinerlei Optionen offen, diese zu hinterfragen. Schwierig, wenn ein Kim Jon-un dermaßen verglorifiziert wird. Ein Dreiunddreißigjähriger an der Spitze des weltweit am meisten islolierten Staates, der genauso wie Herr Trump mit Verbalattacken unterwegs, noch im August hielt die Weltöffentlichkeit den Atem ob solcher Szenarien kurzfristig an, die Gefahr eines möglichen Krieges besteht weiterhin, dennoch bemühen sich alle Beteiligten um weitere Zurückhaltung. Die Ruhe vor welchem Sturm?

Chancen auf Änderung in Nordkorea eher gen Null

Angesichts einer extrem eingeschränkten Informationsfreiheit, die gen Null tendiert, selbst in der ehemaligen DDR gab es für die Menschen mehr Möglichkeiten, besteht am ehesten eine Chance bei veralteter Technik: dem Radio. Wer es mit bestimmten Bestandteilen zwecks Zusammenbaus ins Land schmuggelt, um dortige Infos aus dem Äther zu fischen, mag sich bilden, um der harten Doktrin ewiglicher Treue zum Regime zu trotzen.

Nicht ohne sein eigenes Leben zu riskieren, in Umerziehungslagern zu landen, Folter- und Hungertod als letzte Station zu erleiden. Lassen sich die Menschen überhaupt auf Widerstand ein, zumal Angst stets der beste Ratgeber aller Herrschschaftssysteme, explizit in Diktaturen? Das Leid so gewaltig, daß kaum mehr Kräfte vorhanden, von Bespitzelungen ganz zu schweigen? Andererseits gibt es genügend Beispiele in der Menschheitsgeschichte, daß solche Konstellationen trotzdem ein jähes Ende finden mögen.

Die Rolle Chinas bleibt fragwürdig, schließlich schickt das Riesenreich Nordkorea-Flüchtlinge einfach zurück, wissend, wie mit diesen dort verfahren wird. Menschenrechte haben daher wohl kaum Bedeutung, keine gute Option, um Vertrauen zu schaffen. Außerdem bleibt die internationale Lage kompliziert, erst recht wenn der Iran sich mit Nordkorea solidarisiert, Russland ebenso Zurückhaltung ausübt. Das Feindbild den USA gegenüber bleibt am Köcheln, wer hierbei haarscharfe Analysen betreibt, eben zu differenzieren, gelangt schnell in bestimmte „Fettnäpfchen“, die ihm dann vorgehalten werden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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