Kazimierz und Andrej


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Ich erinnere mich,
Kazimierz,
als wäre es gestern gewesen.
Deine Unsicherheit
in der Freiheit
war selbst
hunderte Kilometer
entfernt deiner Heimat
in unserer Küche zu spüren.

Wir boten dir Offenheit an,
manchmal griffst du danach
wie ein Ertrinkender,
manchmal schrecktest
du zurück,
oft, das weiß ich,
hieltest du uns
für irr.

In den letzten Tagen
denke ich verstärkt an dich,
an Andrej, deinen Freund.
Ihr brachtet immer
Geschenke aus Polen mit,
Bücher, Platten und einmal
sogar einen kleinen Baum.

Ihr brachtet auch
Hoffnung mit,
den Wunsch nach
Akzeptanz eurer Liebe,
die Utopie, daß Toleranz
euer Polen
den ersehnten Fortschritt
bringe.

Andrej starb!
Kazimierz starb!
Ihr wart beide
noch jung an Jahren.
Die Todesumstände -,
ach, ich will jetzt
nichts mehr sagen!

Ich erinnere mich, Kazimierz!
Ich erinnere mich, Andrej!
Ihr wart für uns
die Gesichter
des modernen Polens!
Ich wünsche mir so sehr,
die Unsicherheit
von Freiheit
hat in eurer Heimat
keinen Bestand.

Erinnert ihr euch?
Wir waren Europa,
wir waren gemeinsam
in Sicherheit.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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