Entscheidung zwischen Gefolgsmann oder Diener


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Unterwürfigkeit trifft auf großes Herz – was dann?

Unsere Vorfahren haben zwischen den beiden Begriffen Gefolgsmann und Diener keine klare Definitionslinie gezogen, möglicherweise ein Grund, dies bis heute in vielen Anwendungsbereichen der beiden Wörter weiterhin gelten zu lassen.

Das Amt, mittelhochdeutsch amt, amb(e)t, ambahte, althochdeutsch ambaht(i), Dienst(leistung), aus dem Keltischen (Duden)

Andere Ausdrücke sind Dienst, Stelle, Mandat, Aufgabe, Funktion, Behörde, Dienststelle, Verwaltung.

Aus dem Keltischen Wort ambaktos, Gefolgsmann, entstand im Gotischen, andbahts, Diener. In der romanischen Form wurde es zu ambaisa, Auftrag, in der französischen zu ambassade, Botschaft und im italienischen zu ambasciata, Botschaft, Gesandtschaft.

Der Wortbegriff Amtsdiener bezeichnet einen Angestellten in untergeordneter Stellung und zeigt als Wortzusammenstellung von Gefolgsmann/Diener die Schwierigkeit der Trennung zwischen beiden Begriffen.

In der Schweiz wird der Begriff Amtsweibel, (Amtsdiener) für unterschiedliche Positionen angewandt. Der Amtsweibel ist zuständig für Boten-, Dienstgänge und fungiert als Saaldiener. Zudem gibt es je nach Zuständigkeit die Bundesratsweibel, Parlamentsweibel, Bundesgerichtweibel, Standesweibel, Ratsweibel, Gerichtsweibel, Stadtweibel. (Wikipedia) Die genaue geschichtliche Erklärung warum aus einer untergeordneten Amtsdienstbetitelung die Übernahme für höhere Positionen übernommen wurde, würde hier in diesem Kontext zu weit führen. Wer es also genauer wissen möchte, Literatur darüber gibt es zuhauf.

Wichtiger erscheint, das Wort „Weibel“ zu erklären. Es entstammt aus dem mittelhochdeutschen weibel, althochdeutsch weibil, Gerichtsbote, zu: weibōn, sich hin und her bewegen. In der deutschen Sprache unschwer zu erkennen in dem Begriff „Feldwebel“. Und zu guter Letzt ein Hinweis aus das Verb „weibeln“, das im schweizerischen Sprachgebrauch in etwa die Beschreibung von geschäftig umhergehen, werbend Kontakte knüpfen, Lobbying betreiben, bedeutet. (Wikipedia)

Synonyme für Gefolgsmann sind Freund, Jünger, Begleiter, Getreuer, Fan, Komplize, Mitstreiter, Lakai, Schüler, Sympathisant, Verehrer. Für Diener ersetzen wir auch die Begriffe Butler, Page, Lakai, Hausangestellter, Helfer, Laufbursche, Knecht, Sklave, Gehilfe, Handlanger, Zuarbeiter.

Vergleicht man die Synonyme für Gefolgsmann und Diener, stellt man fest, daß aus einem Schüler ein Knecht werden kann, aus einem Freund ein Zuarbeiter, aus einem Mitstreiter ein Laufbursche oder was auch immer Sie selbst als mögliche Kombination herauslesen mögen. Erkennbar ist jedenfalls ein Gefälle, grob gesagt von oben nach unten, das bedeutet diese beide Begriffe stehen nicht auf „Augenhöhe“.

Ist dies ein Grund, warum Menschen in Amtspositionen oftmals zwischen den Aufgaben innerhalb einer Behörde und ihren persönlichen Befindlichkeiten sich hin und her bewegen? Vielleicht schwanken sie genauso zwischen Gefolgsmann/Mitstreiter und zwischen Diener/Handlanger? Und führt diese Diskrepanz dazu, geschäftig umherzugehen, um den Anschein von „ich erfülle meine Arbeitsaufgaben“, oder um werbend Kontakte zu knüpfen, damit ein Wechsel zu einer anderen Position möglicherweise auch ein zufriedeneres Arbeitsklima verschafft, oder Lobbying betreiben, damit „Unterwürfigkeit“ sich finanziell ausgleicht?

Lohnt sich überhaupt ein Überdenken dieser Begriffe?

Und könnten sich andere Wortkräfte manifestieren, wenn das Wort Sozius, (sequi, folgen) Gefährte, Teilnehmer, Teilhaber, Partner, Gesellschafter anstelle von Gefolgsmann/Diener angewandt werden würde? Wäre es dann nicht leichter, gesellschaftlich, hilfsbereit, gemeinnützig, uneigennützig, karitativ (sozial) für die Gemeinschaft tätig zu sein?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Eine Antwort zu Entscheidung zwischen Gefolgsmann oder Diener

  1. andthoro-2018 schreibt:

    Eine sehr interessante Sichtweise….ansteckend interessant….

    Gefällt 2 Personen

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