Dem Klima ein Schnippchen schlagen


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Wenn die Atmosphäre Ihre Stimmung hebt

November, naßkalt, nebelgrauer Himmel, düstere, wenn nicht gar drückende Stimmung auf das Gemüt, das Wohlbefinden. Möglicherweise haben Sie das Glück und sitzen in einem hell erleuchteten Zimmer, die Umgebungstemperatur gaukelt Ihnen einen angenehmen Sommertag vor. Die stickige Luft, die durch die hellen Lampen und die auf Behaglichkeitsempfindung der Körpertemperatur eingestellte Wärme, wird schätzungsweise durch Apparaturen von Ihnen fern gehalten. Automatisch auf Helligkeit, Wärme und gesunde Luft geregelt, surrt, brummt, qualmt, dampft es nicht in Ihrer unmittelbaren Nähe, sondern im Kellergeschoß und auf dem Dach.

Da das Wetter seinen eigenen Zeitenablauf in Anspruch nimmt und nicht zur Gänze manipulierbar, (auch nicht durch Regentänze, Opfergaben) kamen die Menschen auf die Idee, dem Wetter mit anderen Mitteln ein Schnippchen zu schlagen. Grob gesagt, im Winter wird geheizt und im Sommer die warme Luft durch Klimaanlagen vertrieben. Das haben unsere Vorfahren bereits in vereinfachter Form so gehandhabt. Wobei das mit der Klimaanlage eher ein Privileg der ganz Reichen war, denn wer konnte sich schon einen lebenden Fächersklaven leisten?

Nun gibt es im gesamten Verlauf des Lebens unberechenbare Vorkommnisse, die nicht unbedingt erklärbar und voraussehbar sind. So auch bei der Wärmeerzeugung oder bei der Wärmevertreibung. Kohlenmonoxidvergiftungen, Brände haben den Menschen immer wieder aufgezeigt, daß die Handhabung zur Annehmlichkeit eines selbstgemachten klimatischen Zustandes mit Gefahren verbunden ist. Selbst die scheinbar ungefährliche Klimaanlage durch einen Fächersklaven hatte ihre Tücken, konnte es doch ohne weiteres geschehen, daß der Fächende entweder durch zu langes Stehen in der Sonne einem Hitzschlag erlag oder durch die Schwüle ohnmächtig wurde.

Zur Hilfe Herbeieilende haben die Verunglückten aus der Gefahrenzone weggetragen und auf eine sichere Fläche gelegt, oder in „moderneren“ Zeiten in eine Klinik gefahren. Beides der Rettung dienlich und seltsamerweise demselben Wortstamm zugehörig.

Das Klima, spätlateinisch clima, griechisch klíma (Genitiv: klímatos), Abhang; geneigte Fläche; (geografische) Zone, zu: klínein, Klinik (Duden)

Andere Begriffe sind Wetter, Witterung, Atmosphäre, Stimmung.

Die Klinik, lateinisch clinice, Heilkunst für bettlägerig Kranke, griechisch klinikḗ (téchnē), zu: klínē, Bett, zu: klínein, (sich) neigen, (an)lehnen; beugen (Duden)

Synonyme sind Heilstätte, Spital, Krankenhaus, Lazarett.

Abhang, geneigte Fläche, (geographische) Zone, die Ableitung für Klima und Bett, sich neigen, anlehnen, beugen für Klinik, so weit hergeholt ist die kognitive Verbindung nicht, oder?

Zum besseren Verständnis, das Wort Klima bedeutet nicht nur eine sich ständig wiederholende Witterungsbedingung in einem Gebiet und eine künstlich geschaffene Raumtemperatur, sondern auch die Stimmung, Atmosphäre zwischen Personen, Gruppen. Im Nachhinein etwas schwierig wäre die Behauptung, das Klima sei das eigentliche Ursprungswort, aus dem sich das Wort Klinik herausgebildet hat. Dem muß man widersprechen, da das Bett ebenso eine geneigte Fläche darstellen kann, und schätzungsweise kognitiv die Herleitung durch das Flußbett bestand.

Die geographische Zone, die geneigte Fläche, die Atmosphäre eines Gebietes (Klima), das Niederbeugen zu einem Bett, um Kranke zu heilen (Klinik), außer der Neigung, der Beugung, das beide Wörter als Wortstamm beinhalten, wo kann hier ein Zusammenhang gesehen werden, sich ein Sinn erschließen?

Das Wort Atmosphäre ist möglicherweise ein Schlüssel, um diese Frage zu beantworten.

Die Atmosphäre, zu griechisch atmós, Dunst und sphaĩra, (Erd)kugel (Duden)

Andere Ausdrücke sind Luft- Gashülle, Ausstrahlung, Umwelt, Milieu, Stimmung, Feeling, Umgebung, Klima.

Egal auf welcher Fläche Sie sich gerade befinden, in einem Raum, in der Natur, Sie sind in diesem Raum, in dieser Umgebung ein Teil der Atmosphäre, Sie strahlen wie der Raum und die Umgebung Ihre Stimmung aus. Sie sind ein Teil des Klimas, weil Sie auf einem Teil der Fläche (Bett) Klinik sich aufhalten.

Falls Sie immer noch der Meinung sind, Klimaveränderungen hätten mit Ihrem persönlichen Angelegenheiten nichts zu tun, so werden Sie die Aussage dieses Textes möglicherweise erst verstehen, wenn Sie in der Klinik zur Genesung liegen, weil Sie wissen schon, unberechenbare Ereignisse das gesamte Leben auf Erden begleiten.

Wollen Sie dem Klima, dem Wetter ein Schnippchen schlagen, sorgen Sie dafür, daß das Klima, die Atmosphäre nicht vergiftet wird, das erspart Ihnen den Weg in die Klinik.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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