Naher Osten: Saudi-Arabien auf Provokationskurs unterwegs


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flickr.com/ Secretary of Defense/ (CC BY 2.0) https://www.flickr.com/photos/secdef/28360310301/sizes/z/

Erzfeind Iran soll mit Unterstützung der USA und Israel zermürbt werden

Als ob nicht schon genügend Kriege weltweit toben, Donald Trump in Asien unterwegs erneut Nordkorea warnt, die USA nicht herauszufordern, positioniert sich Saudi-Arabien nunmehr mit seinem Provokationskurs. Läßt der US-Präsident sich etwa vor deren Karren spannen? Viele Zeichen sprechen dafür.

Zugleich ändert sich die Lage im Nahen und Mittleren Osten fortwährend, etliche Allianzen fanden sich in bestehenden Kriegskonflikten zusammen, ob in Syrien oder jüngst im Jemen. Anscheindend soll der Erzfeind des saudischen Königreichs mit Unterstützung der USA und Israel zermürbt werden.

„We see this as an act of war“ – Adel el-Dschubeirs Ansage brandgefährlich

Im wahrsten Sinn des Wortes. Der jüngste Vorfall einer Rakete, die von den Houthis in einem von ihnen im Jemen besetzten Gebiet gen Riad abgefeuert wurde, soll mit iranischen Schriftzeichen versehen, die Hisbollah-Miliz verantwortlich sein, wobei zugleich die libanesische Regierung mit am Pranger steht. Die Angst vor einem möglichen Attentat führte dazu, daß der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri zurücktrat.

Aus der Sicht Saudi-Arabiens verhält sich dies ein wenig anders. Es macht ihn mitverantwortlich, die Ansage des saudiarabischen Außenministers Adel el-Dschubeir muß man somit als brandgefährlich werten, indem er selbst bereits von einem Kriegsakt spricht, den Artikel 51 der UN-Charta zitiert, was bedeutet, jede Nation dürfe reagieren, wenn ein Angriff gegen sie eintrete. Keineswegs Hariri selbst lastet Saudi-Arabien dessen Rücktritt an, zumal er zuvor das Königreich um Hilfe gebeten hatte.

Saudi-Arabien im Wandel unter Mohammed bin Salman al-Saud

Den König Salman im Juni zum Kronprinz ernannt hatte, nachdem dieser schon zwei Jahre zuvor zum Verteidigungsminister ernannt worden war. Salman sorgte mit dafür, daß die Spannungen zum Iran neu eskalierten, besonders durch die Hinrichtung von 47 angeblichen Terroristen im Januar 2016.

Unter Mohammed ibn Salman (im Land wird er auch MBS genannt) herrscht inzwischen ein neuer Ton aus Riad, als Kronprinz gönnt man sich schon mal eine superteure Yacht für eine halbe Milliarde Euro, um gleichzeitig die Beamtengehälter zu kürzen. Die Katar-Krise geschah keinesfalls zufällig, das Augenmerk gilt Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, der unter der Fuchtel Saudi-Arabiens dienlich sein Amt ausführen soll. Fast unmöglich, da Katar in enger Zusammenarbeit mit dem Iran das weltweit größte zusammenhängende Gasfeld teilt.

Neben der Festnnahme dutzender hochrangiger Regierungsmitglieder ließ MBS auch den Sohn des letzten Königs Abdullah, den Prinz Mutaib Bin Abdullah, festnehmen. Welch Wandel, immerhin galt bis dahin die Regelung, daß offene Machtkämpfe des Königshauses nicht ausgetragen werden. Die Welt blickt gen Saudi-Arabien, dessen Rüstungsdeals zuvor für genügend Skepsis sorgten, der Nahe und Mittlere Osten bleibt ein Pulverfaß.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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