Edelkastanie Baum des Jahres 2018


Bald schon mehr Wälder angelegt werden?

Die Castanea sativa, besser unter Eß-Kastanie bekannt, wer mag sie nicht, die heißen Maroni, die in Tüten gepackt auf Marktständen verkauft, uns angeboten werden. Ganz besonders in jenen Spätherbst- und Wintertagen. Ihr gilt nunmehr die diesjährige Aufmerksamkeit als Baum des Jahres 2018, bereits spielen Erwägungen eine Rolle, ob schon mehr Wälder angelegt werden mögen.

Ein gutes Zeichen, zumal die Forstwirtschaft ohnehin wegkommt von trotzig gepflanzter Monokultur ganzer Fichtenwälder, so manch heftige Stürme der letzten zwanzig Jahre halfen insofern ein wenig mit, endlich umzudenken angesichts der Domino-Effekte umfallender Fichtenbestände mit erheblichen Folgeschäden.

Die Dicksten unter den Laubbäumen – nur Mexikos Árbol del Tule toppt sie noch

Was ihren Umfang oder Durchmesser anbelangt, mögen Kastanien die Dicksten unter den Laubbäumen sein, da die älteren unter ihnen gern aushöhlen, die Krone wegbricht, regenieren sich jene Bäume, indem einfach neue Seitentriebe den Stamm verstärken, dieser an Dicke zunimmt.

Im Guinessbuch der Rekorde wird gern die in Sizilien am Fuße des Ätnas stehende Edelkastanie Castagno dei cento Cavalli, „Kastanienbaum der hundert Pferde“, der Legende nach sollen bis zu 30 Pferde im hohlen Inneren Platz haben, mit einem Stammumfang von 22 Metern benannt. Ursprünglich sollen es im Jahre 1780 rund 58 Meter gewesen sein.

Jedoch toppt die im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca stehende Sumpfzypresse Árbol del Tule die sizilianische Edelkastanie bei weitem mit einem Stammdurchmesser von 14,05 m und einem Umfang von 46 Metern, so daß sie weltweit als dickster Laubbaum gelten muß.

Weg von den Superlativen hin zu anhaltenden Mißständen

Dr. Silvius Wodarz hat sich schon etwas dabei gedacht, als er 1989 den „Baum des Jahres“ mittels seines gegründeten Umweltschutzvereins Wahlstedt verkündete. Dem Forstbeamten und Umweltschützer entgingen eben nicht spurlos die tragischen Umstände betroffener Bäume, der Waldbestände. Als Anwalt der Bäume prägte vor allem ein Satz von ihm den Kern seines Schaffens: „Man muss Bäume nicht neu erfinden, man muss sie nur neu entdecken!“

Was nützen all jene Superlative, welcher Baum dick, hoch, alt oder sonst was rekordverdächtiges darstellen möge, wenn Mensch in seiner Gier ihn mißachtet? Ob in Polen der Bialowieza-Urwald massiv gefährdet oder die Überlinger Platanen bereits Geschichte sind, stets zählen gewinnträchtige Erwägungen, anstatt Bäume als das zu sehen, was sie sind: unsere ältesten Mitbewohner auf Erden, die gefälligst mit wesentlich mehr Respekt behandelt werden sollten! Vergessen wir nicht, Bäume und Bücher sind Geschichten erzählende Begleiter, Holzmenschen wissen dies ohnehin zu schätzen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturschutz

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Eine Antwort zu Edelkastanie Baum des Jahres 2018

  1. wortsonate schreibt:

    Unsere Kastanienbäume haben im Moment alle einen Pilz. Das sieht man daran, dass teilweise die Blätter braun sind.

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