Mensch am Scheideweg seiner Existenz


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Ethik und Moral keine zufällige Entwicklung

Es bedarf nur ein paar simple Handgriffe, um etwas zu zerstören. Die Mittel aggressiven Potentials sind unübersehbar vielfältig von Menschen ausgeheckt und entwickelt worden, kommen folglich ohne Umschweife zum Einsatz. Die Folgen: Zerstörung in all ihren grausamen Folgen, vom Beziehungskonflikt über Familiendramen, von Stalking, Mobbing zu Amokläufen und schließlich zu Terror und Kriegen.

Auf der anderen Seite gebietet unsere über die Jahrtausende entwickelte Ethik und Moral, genau diese Eskalation zu vermeiden, den Erhalt gilt es insofern zu bewahren. Was hält unsere Gesellschaft letztlich trotzdem im Lot?

Liebe tragendes Element der Gewaltverhinderung

Wegen der ständig präsenten, latent vorhandenen Gewalt um uns herum, ganz besonders weltweit sichtbar verbreitet über die stetig zunehmenden Fernsehsender, darf man sich dennoch nicht wundern, daß immer mehr Aggressionspotential sich anreichert. Oder muß man eigentlich feststellen, daß die Augen verschlossen werden, eine Mentalität des Schweigens und Ignorierens stattfindet, weil wir Nichtgewaltbereiten und entsetzten Zuschauer schon fast ohnmächtig resignieren? Was verhindert daher dramatischeres?

Auf den Punkt gebracht: die Nächstenliebe in erster Linie. Ob wir sie nun kennen oder nicht, definieren oder es einfach sein lassen, sie ist fester Bestandteil des Homo sapiens als ein wesentlicher Aspekt der Liebe selbst, der größten Kraft im Kosmos. Ohne sie hätte der Mensch sich selbst und Mutter Erde schon längst den endgültigen Garaus gemacht. Sie darf folglich als das tragende Element der Gewaltverhinderung bezeichnet werden. Zum Vorschein kommt sie stets, wenn Zivilcourage vonnöten, wenn Gruppen sich definieren sowie zusammenhalten, im besonderen als Mittelpunkt des sozialen Zusammenlebens.

Eine ganz andere, aber gleichwohl wesentliche Säule der Verhinderung von Zerstörung kann nur der unabdingbare Drang zur schöpferischen Entfaltung bedeuten, eine Mischung aus Arterhaltung, Selbstbehauptung und berechtigter Verteidigung im Falle eines Angriffs. Gewachsenes und somit erkanntes Selbstbewußtsein im Einklang mit der Umwelt, den Mitmenschen fördert im friedlichen Zusammenleben die Harmonie, duldet eben keine Zerstörung.

Trotz Verharmlosung und Ahnungslosigkeit Entspannung mancher Deeskalation?

Keineswegs dürfen wir vor lauter Goodwill das ganze Ausmaß der Zerstörung übersehen, welches weltweit sehr viele Menschen leiden läßt. Um so wichtiger, daß man gerade unter Zuhilfenahme einer wesentlich besseren Technik viel schneller vom Ort der Geschehnisse berichten kann, wobei gleichzeitig die Medien und ihre Regierungsgewalten sehr gezielt kritisch betrachtet werden müssen, um Korruption und Verharmlosung zu entlarven und zu benennen.

Sich die Welt schönreden, um das geplagte Gewissen zu beruhigen, hilft nicht, ganz im Gegenteil, beflügelt dies die Zerstörer selbst, ihren gewaltbereiten Kurs fortzusetzen. Ein Bestandteil jener Verharmlosung stellt die Ahnungslosigkeit dar. Manchmal kann diese selbst aber auch, ähnlich wie bei einem Kind, als ein verbindendes Glied zur Entspannung, zur Deeskalation von Gewaltszenarien verhelfen.

Wer von Ihnen, liebe Leser, kennt es nicht, das gereizte Verweilen in Wartepositionen, ob im Gang irgend einer Behörde, im U-Bahnabteil oder im Wartezimmer einer Arztpraxis, urplötzlich entsteht da ein verbindliches Gelächter, breites Grinsen, ein Aufleuchten in vielen Augen, bloß weil ein Kind uns alle daran erinnert, wo wir selbst mal uns befanden, fragend, seine Grenzen auslotend, gänzlich naiv im positivsten Sinn des Wortes. Und dann? Dann sind für Momente die Gedanken beflügelt, das Eis gebrochen, der triste Alltag vergessen. Erfrischende Augenblicke des Seins, die es wert sind, Zerstörung erst gar nicht zuzulassen.

Ganz so einfach gestaltet sich dennoch das Leben selbst nicht, obwohl wir tagtäglich aufs Neue es in der Hand haben: aufbauen oder zerstören, lieben oder hassen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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