Außenseiter mitten unter uns am Rand der Gesellschaft


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Gezielte Ausgrenzung ein perfides Mittel der Verachtung

Die Gruppe verlassen müssen, nicht mehr dabei sein als deklarierter Außenseiter. Ein dramatisches Szenario für fast alle Menschen, weil wir soziale Wesen sind, uns gegenseitig brauchen, im Sein voneinander lernen. Die wenigen Ausnahmen, die aus unterschiedlichen Gründen ausgestiegen sind an der Teilhabe des Gemeinschaftslebens und sich für den einsamen Weg des Eremiten entschieden haben, bestätigen genau deshalb unser Bestreben nach gemeinsamer Nähe.

Doch was veranlaßt manche Wesen, über andere dahingehend zu bestimmen, sie zu diskriminieren, sie letztlich gezielt auszugrenzen, gar zu verachten? Das zeigt sich in verschiedenen Bereichen, von der sozialen Ausgrenzung, über die Meidung, welche besonders in Sekten angewandt wird, das Mobbing bis hin zum Rassismus. Unsere Gesellschaft trägt bis heute viel dazu bei, Außenseiter zu schaffen, anderen wiederum keine Intregration zu gönnen, denken wir an die Flüchtlingsproblematik.

Freiwillige Außenseiter vs. bewußt initiierte Ausgrenzung

Kann man tatsächlich die kühne Behauptung aufstellen, daß jeder Querdenker, jeder Phantast und somit auch jeder kreative Gedanke zunächst einmal die geistige Trägheit einer normbehafteten Gesellschaft durchbricht, in Frage stellt und daher auf bestem Wege einer freiwilligen Ausgrenzung sich befindet? Auf alle Fälle. Das muß sogar genau auf diese Weise vonstattengehen.

Wer diesen Schritt wagt, eine zeitlang das Alltagsgeschehen aus der Distanz betrachtet, beobachtet und hinterfragt, kann infolgedessen neue Ideen entwickeln, die wiederum der Gesellschaft selbst zugute kommen. Bezeichnen wir diesen Vorgang als die bestmöglichste, somit positivste Form der Ausgrenzung, wenn denn der kurzfristige, geistige „Aussteiger“ ziemlich schnell wieder Anschluß erhält und nicht tatsächlich ausgeschlossen bleibt.

Völlig anders schaut es bei der sozialen Ausgrenzung aus. Und die hat rasant zugenommen im Zeitalter der Hartz-IV-Gesetzgebung, der wachsenden Armut, der realen Arbeitslosigkeit in Verbindung immer niedrigerer Löhne nicht nur hierzulande, sondern europa- und weltweit. Wer nicht mehr am Gesellschaftsleben vollwertig teilhaben kann, weil es schlicht und ergreifend am Geld liegt, der wird nun mal ausgegrenzt. Besonders hart trifft es diejenigen, die vorher z.B. besser verdient hatten.

Die in Armut Hineingeborenen fühlen sich meist zunächst nicht ausgegrenzt, weil sie keine andere Lebensweise kennen lernen durften, für sie stellt diese Umgebung die Norm dar. Doch Ausgrenzung hat auch andere, „bösartige Gesichter“, denken wir an AIDS-Kranke, an Frauen selbst, die in Ländern ohne Gleichberechtigung gänzlich stattfindet. Immer dann, wenn Menschen aus dem dynamischen Leben in der Gesellschaft ausgegrenzt werden, was diese oftmals als eine Form der Verbannung empfinden, wird gleichzeitig ein schwelender Unfrieden erschaffen.

Da wird Mißtrauen gesät, wer heute noch sich in Sicherheit wiegt, kann morgen bereits der neue Kandidat als Außenseiter sein. Kinder praktizieren das übrigens ebenso ganz gern. Solange dies in einem gesunden Verhältnis stattfindet, spricht nichts dagegen, sie walten zu lassen. Schließlich sind sie auf Erden, um zu lernen, wobei sie genau dieses Vorgehen der Ausgrenzung auch nur von uns Erwachsenen „abgeschaut“ haben, versteht sich von selbst.

Weiterhin wird Mobbing zugelassen

Wen sollte man eigentlich zur Verantwortung ziehen, daß weiterhin in Schulen gemobbt wird? In erster Linie wegschauende und somit inaktive Lehrer, aber auch die Gesellschaft selbst, die eben entsprechend Mobbing zuläßt. Hat die Verhinderung des Mobbens vielleicht nicht nur mit ganz viel Courage zu tun, sich gegen eine hetzerische Gruppe zu stellen, um Mobbingopfer zu schützen?

Wer es wagt, den Gruppengeist einer derartigen Entrückung des Mobbens stoppen zu wollen, begibt sich natürlich in Gefahr, selbst zum Opfer werden zu können. Doch es muß immer wieder solche Mutige geben, die sich dieser bösartigen Dynamik in den Weg stellen, um sie zu unterbinden. Daß dennoch das Mobbing weiter anhält, sogar viel eher zunimmt, liegt besonders daran, daß unsere Gesellschaft Klatsch und Tratsch, Schadenfreude auf Kosten anderer gewährt, eine undurchsichtige Form der Lethargie: Ein jeder ist sich selbst der Nächste. Genau diese Mischung rollt gleichzeitig den Teppich aus, um obendrein rassistischem Gedankengut viel mehr Freiräume zu gewähren, wie man gerade im Hinblick des aufkeimenden Rechtsextremismus beobachten muß.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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