Politik zwischen Medienspektakel und Augenauswischerei


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Die Belanglosigkeit des „weiter so“ schafft Widerstände und Resignation

Medienspektakel bestimmt den Alltag, zumindest die Köpfe, die noch etwas mitbekommen, sei es durch Dauerberieselung oder per kritischer Auseinandersetzung, erahnen oder wissen dies. Letztere hadern ständig, was denn fehl gelaufen sei. Zu wenig Widerstand oder gar Vernetzung? Die Flut der Fragen nimmt schier kein Ende, während mühsam manche Antwort sich Wege der Befreiung sucht.

Klingt ein wenig zu undifferenziert, genauso wie eine Scheinwelt, die nur eines im Sinn hat: vorgaukeln, bloß nicht hinterfragen. Insbesondere bei bevorstehendem Machtwechel, ob dies hierzulande tatsächlich stattfinden wird, darf unbedingt angezweifelt werden, purzeln Nachrichten und Gerüchte durchs Land, damit das erstaunte Volk beschäftigt. Natürlich richtet sich der Fokus auf die Bundestagswahl, ein gestriges Fernrsehduell verweist bereits, wohin die politische Reise driftet: in die Belanglosigkeit des „weiter so“.

TV-Duell der Effekthascherei – AfD-Fans vorgeführt

Wobei man sich schon fragen sollte, welchen Raum jene rechtsradikale Strömung ausgerechnet hierzulande einnimmt, wenn die Rede von „der Angst der Moderatoren vor dem Mob“ als zutreffende Schlagzeile erscheint. Ist es bereits mal wieder soweit, daß Rassismus und Nationalismus die Politik aufs Glatteis führt? Unbeholfene Statements beider Kanzlerkandidaten, die auch nur die Vorgaben der Moderatoren beantworten, werfen insofern eher ein trügerisches Licht, was denn hierbei die eigentliche Absicht gewesen sein soll. Belustigung oder Verunsicherung der Wählerschaft? Fernsehen verkommen als Effekthascherei?

Kreative Ideen vermögen einiges ausrichten, wenn an geeigneten Stellen platziert. Gedacht, gesagt, getan. Daß die Social Media einen immer größeren Stellenwert erhalten, allen voran Facebook, sollte sich längst herumgespochen haben. Das macht sich auch jene AfD zunutze, per Bots und Fake-Accounts. Eine Mischung aus „verlogener Selbstdarstellung“ hat was von narzißtischer Hochstapelei, die gern mal übers Ziel hinausschießt, Hauptsache es finden sich genügend unkritische Anhänger.

Genau dort setzte die Satirepartei „Die Partei“ an, kaperte 31 geschlossene Facebookgruppen von AfD-Fans. Shahak Shapira und sein Team bewiesen mit gezieltem Schalk, was tatsächlich von jener politischen Alternative zu halten ist: nichts.

Soziale Not wird geflissentlich kleingeredet

Da kann ein Martin Schulz noch so vehement tönen, die Suche nach sozialer Gerechtigkeit entpuppt sich als ein Trugschluß, der obendrein für genügend Zündstoff sorgt, was daraus noch alles entstehen mag. Von Widerständen bis Resignation reicht die Palette möglicher Szenarien. Wobei bekanntlich ausgerechnet rechtsradikale Strömungen immer mehr Zulauf erhalten.

Das uralte Prinzip „Teile und herrsche“ funktioniert gerade in den Unterklassen, neu ist das keineswegs. Jene Optionen des Gegeneinander-Ausspielens sollte man als reale Absicht hinstellen, waren es zu Beginn mit der Agenda 2010 noch die alleingelassenen Arbeitslosen, die entsprechend per Hetztiraden verunglimpft wurden, bis heute werden, sind offensichtlich Flüchtlinge eine willkommene zweite Möglichkeit, soziale Not somit erst recht anzuheizen. Daß die Konzernpolitik bereits viel zu lang sich ausbreiten und etablieren durfte, weiß jeder Kritiker dieser neoliberalen Politik. Das Fatale daran: Wer oder was hält sie noch auf?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Eine Antwort zu Politik zwischen Medienspektakel und Augenauswischerei

  1. wolfgang fubel schreibt:

    Die Masse der Deutschen befindet sich im geistigen Tiefschlaf.
    Wenn die dann irgendwann mal wach werden in einer Katastrophe,
    dann beginnt die hysterische Suche nach den Schuldigen.
    Keiner von denen wird je auf den Gedanken kommen, dass sie
    zu lange geschlafen haben und die Katastrophe mitverschuldet haben.

    P.S. Ick hol mir jetzt n Bier aus n Kühschrank und dann leg ick mir
    wieda hin!

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