IUCN: Westafrikanische Schimpansen vom Aussterben bedroht


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Neuer Nationalpark in Liberia läßt hoffen

Verharren wir zunächst in Westafrika im Hinblick ausgestorbener Primaten. Der vom britischen Museumssammler Willoughby P. Lowe im Jahre 1933 entdeckte „Miss Waldrons Roter Stummelaffe“ (Piliocolobus waldronae) gilt seit 2000 als ausgestorben, obwohl Vermutungen kursieren, er könne im Südosten der Elfenbeinküste dennoch überlebt haben.

Die Weltnaturschutzunion (IUCN) klassifizierte westafrikanische Schimpansen als „vom Aussterben bedroht“. Ein Appell des Vereins Rettet den Regenwald bittet um rege Beteiligung, Westafrikas Schimpansen zu retten, schließlich sorgt der Anbau von Kautschuk, Kaffee, Kakao und Ölpalmen, das Roden ganzer Wälder, aber auch Jäger selbst dazu, die das Fleisch der Primaten als Bush Meat auf Märkten zum Verkauf anbieten. Schutzgebiete sind rar, ein neuer Nationalpark in Liberia läßt allerdings hoffen.

Tierschützer fordern Menschenaffen als „lebendiges Welterbe“

Science-Fiction-Fans könnten aufhorchen, denken wir an den vor fast 50 Jahren gedrehten Science-Fiction-Film „Planet of the Apes“, immerhin erleben Astronauten dort selbst am eigenen Leib, in wie weit der umgekehrte Fall sie lebensbedrohlich betrifft. Hier auf Erden sind real etliche Primaten vorm Aussterben bedroht, denken wir an die Östlichen und Westlichen Gorillas, die Orang-Utans auf Borneo und Sumatra und nunmehr an die westafrikanischen Schimpansen.

In Uganda schaut es für die dort lebenden Schimpansen gleichwohl keineswegs besser aus, wie wir im Mai berichteten. Folgerichtig fordern Tierschützer, Menschenaffen als „lebendiges Welterbe“ zu bezeichnen, ihnen wesentlich mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Wenn schon das Insektensterben fortschreitet, Zoologische Gärten ohnehin Knäste zum Leidwesen betroffener Tierarten letztlich kaum etwas mit artgerechter Tierhaltung gemein haben, sollte man sich nicht wundern, daß wache Menschen sich berufen fühlen, diese Mißstände anzuprangern. Es geht hierbei mal nicht um Menschen, die sowieso erhebliche Probleme eines friedlichen Zusammenlebens tagtäglich offenbaren, sondern um die Verhinderung von Tierleid!

Artenschwund dramatischer als bisherig angenommen

Man mag Professor Paul Ralph Ehrlich von der Stanford University vorwerfen, mit seinen Prognosen in seinem 1968 erschienenen Buch „The Population Bomb“ falsch gelegen zu haben, obwohl seine anschließende Kritik an der Grünen Revolution mehr als berechtigt ist, mit dieser Aussage steht er keineswegs allein da: „Die westlichen Länder saugen die Ressourcen des Planeten ab und zerstören Ökosysteme in nie dagewesener Geschwindigkeit.“

Insofern sind Annahmen, daß bis Ende dieses Jahrhunderts jede zweite Art ausgestorben sein wird, alles andere als Panikmache. Sie entsprechen realistischer Einschätzungen wachsamer Biologen und Naturschützer. Sorgen wir alle dazu, diesen dramatischen Prozeß weitestgehend zu verhindern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturschutz

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