Donald Trumps Medienschelte entfacht billige Polemik


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flickr.com/ IoSonoUnaFotoCamera/ (CC BY-SA 2.0)

Schräge Töne gleichen einer politischen Reality-Soap

Muß man bereits von einer US-amerikanischen Trumpophobie sprechen, was wohl als nächstes folgen mag, welche Entgleisung jenem 45. Präsidenten widerfahren werde, in welches Fettnäpfchen er stampft, oder ob erneut eine 180-Grad-Kehrtwende folgen mag? Was heute noch gilt, wer dieses oder jenes Amt ausführt, kann morgen schon verpönt sein, dem werden die Worte „You’re fired“ entgegengeschmettert? Schräge Töne gleichen einer politischen Reality-Soap, wie sie die USA noch nie in solchem Ausmaß erlebt haben.

Nixon und Reagan waren im Vergleich dagegen noch Waisenknaben, obwohl die Folgen des Vietnam-Krieges bis heute noch zu spüren, der schauspielende Cowboy das Wettrüsten heftig anheizte, verbleiben The Donald unfaßbare Optionen, dessen Folgen man am liebsten verdrängt, denkt man an Afghanistan oder gar Nordkorea.

Der Stern verrennt sich in Geschmacklosigkeit

In US-amerikanischer Flagge behängt zum Hitlergruß den rechten Arm gestreckt posiert in Nazi-Manier Donald Trump als Symbolfigur für seinen selbst hofierten Rassismus, nur daß der „Stern“ damit entschieden zuweit geht, wie völlig berechtigt der Zentral der Juden als „geschmacklos“ rügt.

Kritik an diesen US-Präsidenten hatte es bereits zur Nominierung, während des Wahlkampfes und erst recht in seiner bisherigen Amtszeit völlig berechtigt gegeben, so rächt sich seine Unfähigkeit zusehends. Allerdings sollte dennoch das unsagbare Verbrechen jenes Adolf Hitler, der an dem millionenfachen Tod wesentlich beteiligt, nicht mit Donald Trump somit auf eine Stufe gestellt werden.

Trumps Narzißmus unterstützt dessen Selbstüberschätzung

Wer kennt sie nicht, die Redewendung, daß Eigenlob stinkt. Richtig tragische Folgen erleben wir erneut mit diesem Präsidenten, sein Narzißmus unterstützt dessen Selbstüberschätzung. Seine Reaktion auf die Gewalt in Charlottesville kommentiert er damit, seine Worte seien „perfekt gewesen“. Erneut warf er den Medien dabei Unehrlichkeit vor, obwohl er selbst seine damaligen Bemerkungen schlichtweg unter dem Tisch kehrt. Ein Donald Trump, der mit zweierlei Maß mißt.

Ein Staat, der ohnehin keinerlei Bedenken hat, seine eigene Bevölkerung und den Rest der Welt möglichst umfassend zu bespitzeln und auszuhorchen, wie die USA dies seit etlichen Jahren unerschrocken pflegt, seines Zeichens der Höhepunkt die NSA-Affäre, der setzt diesen Kurs stillschweigend fort. Was sich einmal bewährt, wird durchgezogen.

In der Befehlsgewalt dieses 45. US-Präsidenten eine moderate Möglichkeit, Kritiker mundtot zu machen. Gedacht, getan. Der Internetprovider Dreamhost sollte die Daten persönlicher Informationen über die Betreiber sowie deren Besucher der re-gierungskritischen Webseite Disruptj20.org per Gerichtsbeschluß herausrücken. Schlimm genug, nur die massenhafte Abfrage von über 1,3 Millionen IP-Adressen konnte der Anwalt vom Provider verhindern, erwägt dennoch in Berufung zu gehen. Das sollte er auch, weil mit Datenschutz hat dieses Gerichtsurteil wenig gemein, spielt in die Hände eines Präsidenten, der jedwede Kritik als persönlichen Angriff wertet.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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