Erdogan läßt Dogan Akhanli im spanischen Granada verhaften


https://pixabay.com/de/recep-tayyip-erdogan-treffen-2402266/

pixabay.com

Der türkische Despot mischt Europa auf?

Dabei soll die Politik seelenruhig zuschauen, was sie ohnehin schon viel zu lang zuließ? Mit Blick zur Bundeskanzlerin muß man dies konstatieren, die bisherige diplomatische Zurückhaltung erweist sich längst als Aufforderung für Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan, sein despotisches Vorgehen fortzusetzen.

Insofern eigentlich nicht verwunderlich, daß Erdoğan nunmehr Doğan Akhanlı im südspanischen Granada verhaften läßt, eine Auslieferung Akhanlis will allerdings der sich inzwischen eingeschaltete deutsche Außenminister Sigmar Gabriel verhindern. Daraufhin attackiert Erdoğan Gabriel mit dem Vorwurf, dieser solle die Grenzen beachten. Seit wann wird mit zweierlei Maß gemessen? Ein Despot befiehlt die Auslieferung des deutschen Schriftstellers auf spanischem Boden, der deutsche Außenminister hat sich gefälligst zurückzuhalten?

Der mit den Grauen Wölfen tanzt – wohin driftet die Türkei?

Genau dorthin, wo man sie haben will seitens Erdoğans AKP und Devlet Bahçelis MHP (Partei der Nationalistischen Bewegung). Der Präsident folglich derjenige, der mit den Grauen Wölfen tanzt, deren MHP mit knapp 12 Prozent im Parlament sitzt, ihm beim Referendum dienlich beiseite stand, die obendrein keineswegs zufällig hierzulande immer aggressiver werden.

Da entwickelt sich etwas weiterhin im Verborgenen, dessen punktuelle Parallelen nicht unterschätzt werden sollten, denken wir an den europäisch-US-amerikanischen Rechtsruck, der wie ein Virus sich überall breit macht und etablieren will. Wohin driftet diese Türkei mit jenem Despoten, der ungehobelt sich gar in den deutschen Wahlkampf einmischt, andererseits ebenso AfD-Anhänger und rechtsextreme Kräfte in Deutschland hinter sich meint, einen zu können?

Parallelen zu Terroranschlägen ein Indiz

Ausgerechnet im ehemaligen Franco-Spanien tauchen nach dem schrecklichen Terroranschlag diese Identitären auf, die ihr rechtsradikales Gedankengut unters Volk mischen wollen, eine aufgebrachte Menge verhindert den Aufmarsch völlig zurecht. Was hat das mit der Türkei zu tun? Mehr als uns lieb sein sollte, vergessen wir nicht, welch bösartig perfider und simpler Rassismus sich stets Wege seiner Ausbreitung sucht. In den USA die Alt-Right-Bewegung, europaweit die Wiederauferstehung der Rechtsradikalen, die Grauen Wölfe in der Türkei – ein roter Faden, der nichts gutes verheißen kann.

Wer wie Doğan Akhanlı den Finger in die Wunden der historischen Gewalt legt, die Unteilbarkeit der Menschenrechte fordert, Völkermorde aufarbeitet, gerät unweigerlich in die Fänge der türkischen Justiz, die auch nur ihrem Despoten folgt. Erdoğan selbst benutzt den türkischen Schriftsteller für seine Macht, auch jetzt gegen Deutschland als Kalkül vor der Bundestagswahl.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Quergedachtes abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s