Nordkorea-Krise: Krieg nach Verbalattacken und Sanktionen?


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flickr.com/ duncan/ (CC BY-NC 2.0)

Kim Jong-un und Donald Trump gießen Öl ins Feuer

Nichts wirkt dramatischer als zwei Staatsführer, deren Charaktere sich nicht nur gleichen, sondern die obendrein beschwichtigende Ratschläge ihrer Verbündeten in den Wind schießen. Seitens Nordkoreas verstärkt sich dies seit geraumer Zeit im wahrsten Sinn des Wortes mit den Raketentests.

Allerhöchste Zeit für ein Comeback der Sechser-Gespräche, wie China jüngst völlig zurecht forderte. Jedoch gießen Kim Jong-un und Donald Trump ständig Öl ins Feuer, nach heftigen Verbalattacken und Sanktionen wird ein bevorstehender Krieg immer wahrscheinlicher? Falls den Verbündeten auf beiden Seiten es nicht gelingt, sämtliche diplomatischen Kanäle auszuschöpfen, muß dies befürchtet werden.

Trumps vorschnelle Drohung mit „Feuer und Wut“ ein Fauxpas

Die weitreichenden, jüngst beschlossenen UN-Sanktionen geben den beiden Herrschern genügend Anlaß, erst recht die Krise anzuschüren. Dabei scheint The Donald gänzlich den Überblick verloren zu haben, schließlich wären bei einem Krieg Südkorea und Japan direkt am meisten betroffen, aber auch die VR China hätte mit erheblichen Problemen zu rechnen, von Flüchtlingsströmen mal ganz abgesehen.

Beim Gipfel in Manila lehnte Nordkorea Gesprächsangebote Südkoreas ab, weil für Nordkorea Amerika nicht mehr sicher sei. Die UN-Sanktionen wurden dabei scharf verurteilt, die jüngsten Sanktionen würden für das isolierte Land eine Verletzung seiner Souveränität bedeuten. Eine Reaktion seitens des unbeherrschten Donald Trump ließ nicht lange auf sich warten, am Rande eines Treffens über die Drogenepidemie in den USA drohte er in seinem Golfclub in Bedminster mit „Feuer und Wut“. Trotz Warnung eigener Militärs, daß ein Krieg unvorsehbare Folgen mit etlichen Opfern, auch eigener dort stationierter US-Soldaten haben könnte, hält diesen US-Präsidenten nicht davon ab, seine Cholerik auszuleben.

Die Weltgemeinschaft sollte sich im eigenen Interesse mehr einmischen

Und zwar auf sämtlichen diplomatischen Kanälen. Es reicht eben nicht aus, Russland, China, Japan und Südkorea sich selbst zu überlassen, während die beiden Kontrohanten ohne Scheu eine kriegerische Auseinandersetzung heraufbeschwören. Weder von Deeskalation eine Spur noch davon, daß Sanktionen oder Gesprächsangebote die beiden bewegen, den Konflikt beizulegen.

Inzwischen hat sich aus den alten Zeiten eines Kalten Krieges die Weltpolitik eher zu riskanteren Szenarien entwickelt, obendrein ist ein UN-Atomwaffenverbot letztlich wirkungslos, wie man nunmehr angesichts der Norkorea-Krise feststellen muß. Gleichzeitig rächt sich Donald Trumps Unfähigkeit, kann durchaus die Welt in ein atomar verseuchtes Desaster katapultieren, wenn man ihn nicht rechtzeitig stoppt. Genau deshalb sollte die Weltgemeinschaft sich im eigenen Interesse mehr einmischen, versäumt sie dies, blickt die Menschheit ihrer ersten selbst verursachten Apokalypse entgegen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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