Kohls Mädchen versucht’s zum vierten Mal


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flickr.com/ European Parliament/ (CC BY-NC-ND 2.0)

…oder warum Deutschland keine potentiellen Kanzlerkandidaten findet

Sie schafft es schon, sie kann’s nicht mehr, Angie vor, Erika M stürzt tief – alles platte Phrasen, keineswegs der Realitität dienlich, weil Angela Merkel sich einfach grinsend zurücklehnt. Kohls Mädchen versucht’s zum vierten Mal, was das Pfälzer Urgestein damals gelang, soll der promovierten Physikern erst recht glücken, schließlich hatte sie im Gegensatz zum inzwischen verstorbenen sechsten Bundeskanzler keine Affäre zu meistern, ihrer Raute sei Dank. Ob diese dabei ihr dienlich war?

Wer weiß das schon so genau. Erst recht nicht, warum Deutschland keine potentiellen Kanzlerkandidaten findet. Aus Bequemlichkeit, weil Mutti sich so wacker schlägt? Überhaupt, was solle jene merkwürdige Umschreibung einer Bundesmutti? Angie hat nie Kinder gekriegt und auch keine adoptiert oder gar als Mutter großgezogen. Diese Erfahrung blieb ihr erspart, bündelte ihre gesamte Energie in die berufliche Karriere, mit Erfolg. Na und? Ganz ohne Kritik, stets selbstgefällig nach ihrem Lieblingsmotto: Wir schaffen das?

Ein gefundenes Fressen besonders für die beiden extremen Parteien, die Linke und jene AfD. Die CSU hat ehedem nie den Platz ganz rechts außen füllen können und dürfen. Entweder lief ihr stets jene NPD den Run ab, dazwischen die mißglückten Republikaner und seit kurzem jene angebliche Alternative, die alternativlos außer neonazihaften Phrasen keine Argumente vortragen kann, geschweige denn glaubwürdige Politik. Manch Politikverdrossene fallen zwar auf deren Hetzparolen herein, unterm Strich reicht es weder in Landtagen noch im Bundestag zu einem Regierungsbündnis. Niemand will zurecht mit denen koalieren, selbst wenn manche in den Reihen der Union mit ihnen liebäugeln.

Alles richtig gemacht Angie, oder? Wer seit fast zwölf Jahren auf dem Kanzleramtssessel klebt, hat der noch in etwa den Überblick fürs notwendige? Ganz zu schweigen für die Sorgen im Volk, um gleichzeitig sich auf der Weltbühne zu behaupten? Keine Sorge, Werbung hilft stets, den Blick zu trüben, in Hochglanzbildern und mit simplen Texten Wähler zu mobilisieren. Funktioniert meist hervorragend, kein Indiz von besonderer Leistung, so auch mitnichten bei der Bundeskanzlerin.

Ihr Herausforderer, jener Martin Schulz, hat ohnehin kaum eine Chance, ihr das Wasser zu reichen. Mit dem inzwischen verblassenden Schulz-Effekt stiegen die Wahlprognosen zu ihren Gunsten. „Einheit in Vielfalt“, um mal einen der Werbeslogans zu zitieren, hat schon was, oder? Frau beruft sich auf eine siebenundzwanzigjährige Wegstrecke, die erschaffene Einheit mittels ihres ehemaligen Ziehvaters, um gleichzeitig genau das hervorzuheben, was sie selbst mal brüsk negiert hatte. Erinnern Sie sich, wie sie einst, ein knappes Jahr vor ihrem erstmaligen Amtsantritt als Kanzlerin verkündete, die multikulturelle Gesellschaft sei gescheitert?

Solch Blödsinn aus dem Munde einer Politikerin, ein Armutszeugnis par Excellence. Aber gleichzeitig die Vergeßlichkeit des Wählers in Betracht ziehen, das paßt zu jener Klientel. Schön, ihr Verständnis für Flüchtlinge, mit Worten wie „wir schaffen das“ signalisiert sie Geschlossenheit, die dennoch nicht genügend ankommt im Volk selbst. Zu viel veranlasster Sozialabbau trifft auf Rassismus, der stets Wege der Hetze und des Haßes sucht, eine brisante Kombination, die den Aufstieg der Neuen Rechten ermöglicht. Willkommene Spielwiese der Ablenkung dienlich, damit der neoliberale Kurs nonchalant fortgesetzt werden kann. Demnächst mit einem erneut schwarz-gelben Bündnis? Angie soll’s egal sein, ihr Platz ist ihr sicher.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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