Verteidigung ohne Sinn und Verstand


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Sie sind losgezogen, um ihre Ehre zu verteidigen,
in voller Kampfmontur,
bei 44 Grad im Schatten.
Lassen sich nie wieder beleidigen,
erst recht nicht auf dem Schulflur,
von jenen ungehobelten Ratten.

Der Kampf war kurz und erbarmungslos,
Schmerzensschreie erschallten den Hof,
als schon der Direktor hinzueilte,
losbrüllte: „Aufhören, ich bin der Boß!
Seid ihr noch zu retten, dermaßen doof?!“
Seine Sekretärin mit Verbandszeug bei ihnen weilte.

Was die Jugend sich alles erlaubte,
gehörte wohl zum Aufwachsen dazu.
Gleichwohl Gewalt heute mehr geschieht.
Wer damals noch an Gerechtigkeit glaubte,
dem passen auch jetzt noch keine Schuh,
egal, was man geflissentlich übersieht.

Sie zogen los, ihr Land zu verteidigen,
überstürzt und in Panik geraten,
die Luft bitterkalt bei Minus dreißig Grad.
Es gab nichts mehr zu beleidigen,
die wenigsten rochen den fiesen Braten,
jetzt ham se den Salat.

Die Städte zerstört, überall Leichengestank,
das Bild in den Köpfen haften bleibt,
wer solch Menschen nicht traut.
Da hocken sie nun grübelnd auf einer Bank,
was dort wohl an Gedanken sie antreibt,
seitdem sie sich damals arglos verhaut?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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