Tabakindustrie auf aggressiven Vormarsch in Afrika unterwegs


https://www.flickr.com/photos/geoftheref/260313839/sizes/z/

flickr.com/ geoftheref/ (CC BY-NC-ND 2.0)

Die legalste Droge braucht wohl mehr Abnehmer

Die Freiheit des Einzelnen möchte niemand untergraben, selbst wenn dieser sich seine Zigarette gönnt. Jede Sucht hat ihre Opfer, weil Hochglanzbroschüren und ganze Werbeindustrien ihnen ein gänzlich anderes Leben vorgaukeln wie die Schattenseiten der eintretenden krankmachenden Folgen. Das wird einfach ausgeblendet, besonders von Rauchern selbst. Verständlich, weil sie sich an dem Strohhalm ihrer Sucht klammern, die ihnen niemand wegnehmen darf.

Während hierzulande die Zahl der Nichtraucher erfreulicherweise endlich zunimmt, diesjährig die WHO zum Weltnichtrauchertag mit dem einfachen Motto auftrat, „Rauchen kostet. Nichtrauchen kostet nichts!“, entdeckt die Tabakindustrie neue Absatzmärkte für sich, nachdem die Umsatzzahlen in Europa seit Jahrzehnten längst gesunken sind, um nunmehr auf aggressiven Vormarsch in Afrika unterwegs zu sein.

Bevölkerungswachstum verspricht mehr Abnehmer

Zumal gerade in ärmeren Staaten und Schwellenländern kaum eine gesundheitliche Aufklärung vorliegt, insofern ein leichtes Spiel für die Tabaklobby. Verelendung und soziale Mißstände lassen ohnehin die Kriminalitätsrate ansteigen, der Griff nach Drogen blüht, daher eben auch zu der weltweit legalsten Droge, der Zigarette.

Das Bevölkerungswachstum verspricht ihr wesentlich mehr Abnehmer, von einer Steigerung auf nahezu eine Milliarde Menschen ist die Rede, somit ein mehrfacher Ausgleich rückläufiger europäischer Zahlen, die Tabakindustrie läßt sich jene Erfolge daher keinesfalls nehmen. Wer will sie noch aufhalten, was interessiert sie die Sorgen von Gesundheitsexperten? Hauptsache die Profite stimmen.

Entwicklungshilfe fördert ohnehin die Armut und schadet Afrikas Völkern viel eher

Wie Volker Seitz ausführlich und anschaulich in seinem Buch „Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann“ verdeutlichte, im Interview, welches wir mit ihm im Dezember 2015 führten, mahnt er zurecht die Korruption an, vermißt sinnvolle Bildungssysteme, kritisiert die Politik der Diskriminierung bäuerlicher Landwirtschaft.

Hat dieser Kontinent bereits schon neben etlichen Problemen auch mit dem Aids-Virus eine hohe Opferzahl, was somit die gesundheitliche Versorgung erheblich belastet, würde mit einem erhöhten Tabakkonsum er vor einer schier unlösbaren Aufgabe stehen. Das interessiert die Tabaklobby reichlich wenig, Grund genug wenigstens hierbei vor den bevorstehenden Gefahren hinzuweisen. Vielleicht nützen solche Appelle ein Stückweit oder können andere Initiativen hervorrufen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesundheit

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Gesundheit abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s