Wenn Haie Angie veranlassen, Jean-Claude anzurufen


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Oder warum bestimmte Meldungen das Sommerloch füllen sollen

Während die einen darauf bestehen, die Medien als Lügner hinzustellen, manche verschwörungstheoretische Diskussionen anleiern, meinen andere wiederum, sie müßten mit aller Gewalt die Buntblattpresse toppen. Einerlei, das gehört wohl zum Geschäft, Hauptsache der Euro rollt.

Urlaubszeit ebenso für gestreßte Politiker wie Angie, genau die Angie, die den G20-Gipfel unbedingt ins Leben gerufen hatte, billigend die daraus resultierende Gewalt in Kauf nehmend, ein gewolltes Szenarium, um aufmarschierende Polizei zu rechtfertigen, der geprobte Super-Gau bei Massendemos. Die Bundeskanzlerin soll in Sulden der Südtiroler Berge ihre Ferien genießen laut jenes Schmierenblattes mit den vier Großbuchstaben.

Völlig egal, ob’s zutrifft oder nicht, wichtig nur, daß bestimmte Meldungen das Sommerloch füllen, zumal diesjährig weder eine Fußball-EM noch eine Fußball-WM stattfindet. Sei’s drum, Wetterkapriolen können durchaus dienlich sein. Nein, keine Flutwellenopfer, sondern Haie im Hauptbahnhof von Hannover. Sie haben richtig gelesen, die possierlichen Fische verirrten sich nach dem letztmaligen Unwetter dorthin, wie der Benno mit einem aktuellen Bild per Twitter zum Besten gab.

Herrlich präsentierte Photomontagen machten im Internet die Runde, selbst Angie errreichten jene Eindrücke schließlich in bergiger Höhe. Entrüstung mit einem Anflug von innerlich anwachsenden Zornesausbrüchen ließen der Bundeskanzlerin keine Ruhe mehr, dabei nahm sie keinerlei Rücksicht, wo sich dieser Jean-Claude Juncker herumtrieb, einzig und allein zählte jetzt, ihn möglichst schnell in Kenntnis zu setzen, was die EU mal wieder verbockt habe.

Niemand anders kann für jenen Skandal zur Rechenschaft gezogen werden, obendrein hat Angie Jean-Claude schon länger in Verdacht, sieht Verbindungen zur Hannover-Szene. Gedacht, getan, schnell mal das Smartphone zückte, längst wissend, daß etliche Dienste mitlauschen und -lesen. Der EU-Kommissionspräsident stellte sich in diesem Augenblick den Fragen von Pressevertretern zusammen mit dem slowakischen Regierungschef Robert Fico, der zu diesem Zeitpunkt in Brüssel sich befand.

Üblicherweise stellen professionelle Politiker bei solchen Anlässen natürlich ihre Handys aus, Jean-Claude hatte es wohl vergessen, es klingelte prompt. Sichtlich ob seines Malheurs verärgert, zog der Betroffene mit den Worten sein Handy entschuldigend aus der Anzugjacke, seine Frau sei am Ende der Leitung. Schnell korrigierte er sich jedoch, als er die Nummer von Angie erkannte, und drückte ihren Anruf einfach weg.

Das Nachspiel wollen wir Ihnen selbstverständlich nicht vorenthalten. Hinterher rief Jean-Claude somit Angie um Entschuldigungsworte ringend zurück, welche sie äußerst distanziert und kühl zwar annahm, aber daraufhin ihm eine Standpauke hielt, wieso denn Haie den Weg zum Bahnhof von Hannover gefunden hätten. Dessen Rechtfertigungsgründe verbleiben im Dunkeln, aber das kennen wir Bürger ja, denken wir an etliche Geheimverhandlungen wie z.B. bei diversen Freihandelsabkommen. Politik as usual.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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