Rechtsextremismus: Identitär reaktionäre Schifffahrt jäh gestoppt


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flickr.com/ oricosta/ (CC BY-NC 2.0)

Wer anderen eine Grube gräbt

Erneut richten die Medien ihre Aufmerksamkeit auf jene rechtsextreme Gruppierung, die Identitären genannt, die bereits in der Vergangenheit mit altbewährten Mitteln umweltpolitischer Maßnahmen wie das Anbringen von Transparenten in schwindelnder Höhe an Bauwerken nachäfften.

Doch damit nicht genug, hatten die Rechtsextremen doch bereits vor einer Woche das Schiff C-Star zur „Rettung Europas“ gechartert, der „Schlepper-Wahnsinn“ im Mittelmeer solle beendet werden, sie wollen der libyschen Küstenwache ihre Hilfe anbieten, die ursprüngliche Idee, private Schiffe der Hilfsorganisationen zu „stoppen“, haben sie allerdings inzwischen verworfen, zumal die Seenothilfe sie letztlich dazu verpflichtet. Nunmehr sitzen die Rassisten im Hafen von Famagusta fest, da ein Schlepperverdacht gegen deren Kapitän vorliegt.

Welch menschenverachtende Einstellung offenbart sich hier vor der Öffentlichkeit

Als ob nicht schon genug Leid im Mittelmeer in den letzten Jahren geschah, flüchtende Menschen dort ihr Leben verloren, mit der Schließung der Balkan-Route sowie dem Türkei-Deal wieder mehr es wagen, die lebensgefährliche Flucht anzutreten. Außer Frage, daß die kriminellen Vorgehensweisen der Schlepper alles andere als gutzuheißen sind.

Die verantwortliche Politik sollte sich an die eigene Nase fassen, nicht nur in den Kriegs- und Terrorgebieten, sondern ebenso die EU selbst sowie die deutsche Politik, denken wir an Waffengeschäfte, Ressourcenausbeute bishin zu aktiver Beteiligung bei kriegerischen Konflikten. Insofern sind die Aktionen jener Rechtsextremen ohnehin alles andere als durchdacht, sie spielen nicht nur der neoliberalen Politik in deren Hände, sie veranschaulichen obendrein ihre rassistische Gesinnung, mal ganz abgesehen von den vielen Unterstützern aus Wirtschaftskreisen im In- und Ausland, die keinerlei Bedenken haben, erst recht seit dem Aufwind der Neuen Rechten, die schon bald erneut in Deutschland im Parlament sich wähnen darf.

Kapitän als Waffenschmuggler und selbst ein Schlepper?

Ob sich diese Vorwürfe nun bestätigen oder nicht, die Identitären sind wohl in ein gewaltiges Fettnäpfchen getreten mit ihrem Kapitän der C-Star. Was sie selbst jetzt verärgern mag, zieht belustigende Kreise nicht nur bei den Linken nach sich, sondern bei all jenen, denen sowieso die menschenverachtenden Aktionen jener Rechtsextremen ein Dorn im Auge.

Man kann es Enzo Bianco, dem Bürgermeister von Catania, nicht verdenken, daß er das Anti-Flüchtlings-Schiff der Identitären aufhalten will, schließlich gehe es ihm um Hilfe direkt vor Ort, da stören solch demagogisch menschenunwürdige Aktionen. Wer anderen eine Grube gräbt, fällt zwar nicht direkt rein, aber muß mit entsprechendem Widerstand rechnen, der gleichzeitig verdeutlicht, daß jenes rechtsextreme Gedankengut eben nicht mehrheitlich in der Bevölkerung angekommen ist. Gut so!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Eine Antwort zu Rechtsextremismus: Identitär reaktionäre Schifffahrt jäh gestoppt

  1. marisasminds schreibt:

    Hat dies auf Marisa's Mind rebloggt.

    Gefällt mir

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