Prophezeiung ohne Anspruch auf Gewähr


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Menschliches Unvermögen rechtzeitig erkennen

Menschen sind angetreten, ihre Spuren auf Mutter Erde zu hinterlassen. Ein jeder vermag dies auf seine ganz eigene Weise, manchmal auch ohne irgendeiner bewußten Initiierung, sondern zumeist in einer gewissen Selbstverständlichkeit, die das Leben so vielseitig und interessant werden läßt.

Können die Nachfahren dies erkennen und haben den Respekt, die Nachsicht, entsprechend das Bestmögliche verwertbar zu verwenden von unserer Hinterlassenschaft? Wenn wir uns die stetige Ignoranz dem weltlichen Dasein gegenüber vergegenwärtigen, könnte man fast meinen, daß da nicht viel übrigbleibt von einer behutsamen Analyse oder gar Rücksichtnahme. Um zu verdeutlichen, wie sich bestimmte Entwicklungen gestalten, wagen wir doch mal eine Prophezeiung ohne Anspruch auf Gewähr, um menschliches Unvermögen rechtzeitig zu erkennen.

Irgendwo in einer Großstadtmetropole

„Ey, Locke, kannste mal deine Rübe aus meinem Sichtfeld schieben, sonst funkt’s“, bemerkte ziemlich wirsch ein gedungener, eher schmächtig erscheinender, junger Mann seinem Gegenüber, während gleichzeitig ein gewisses Gedrängel auf dem Gehweg herrschte zu dieser späten Abendstunde.

Eigentlich durfte sich hier niemand mehr tummeln, da die Sicherheitskräfte mal wieder eine Sperrstunde verhängt hatten wie schon so oft in letzter Zeit. Aber daran hielt sich wohl augenscheinlich niemand dran. Das hing auch ganz viel mit der generellen Einstellung der Staatsmacht gegenüber zusammen. Die Menschen hatten ohnehin keinerlei Interesse mehr, sich an Regeln oder Gesetze zu halten, Anarchie traf man daher immer häufiger an, sobald kein „wachsames Auge“ einer Videokamera oder Drohne in der Nähe lauerte.

Etliche Zeitgenossen machten sich einen Sport daraus, eben genau diese „Lücken“ für sich zu nutzen. Die Reaktion nach dieser bewußten Provokation blieb nicht aus. Der Angesprochene, ein breitschultriger Mittfünfziger schwang extrem schnell sein rechtes Bein, traf den jungen Mann mit zwei gekonnten und gezielten Tritten einmal an der linken Schläfe und mit dem zweiten Tritt exakt den Solarplexus, so daß der Getroffene schnell auf dem Bürgersteig aufschlug. Die vorrübergehenden Menschen beachteten diese Auseinandersetzung überhaupt nicht, manche rempelten den nach Luft Schnappenden sogar teilweise fluchend an. Keine Kamera hatte dies gesehen, keine Drohne war unterwegs.

Soylent Green war längst beschlossen

Längst hat sich die Vision des Science Fiction-Films „Soylent Green“ auf eine ganz spezielle Weise verwirklicht, aber mit dem entscheidenden Unterschied, die menschliche Hinterlassenschaft nicht lebensmitteltechnisch zu verwerten. Eine Kleinfamilie sitzt ungeduldig im hellerleuchtenden Wartezimmer eines Hospizes, der angenehm nach frischgeschnittenem Lavendel duftet.

Dabei blättern sie per Fernbedienung, um sich die verschiedenen Werbeangebote auf dem großen Bildschirm anzuschauen, und werden sich nach einer Weile auch einig: Opa soll seinem Wunsch entsprechend mit den Klängen der Doors auf einer Sommerwiese liegend Abschied nehmen von seinen Angehörigen. Niemand muß mehr unnötig lange leiden, sondern kann frei selbst bestimmen, wann sein Leben endet, ohne jedwede gesetzliche Bedenken. Allerdings erst nach einem ausführlichen Prozedere, um einen Irrtum auszuschließen. Mit dem Tod werden sämtliche Rechte des Körpers abgetreten, was auch die Entnahme aller verfügbar gesunder Organe anbelangt.

Nahezu alle Bäume, Pflanzen und Tiere verschwunden

Unsere Zivilisation hat die jahrelangen Sorgen nicht beachtet, sondern weiterhin bedenkenlos Mutter Erde ausgebeutet, weil der Run aufs Geld oberstes Ziel blieb. Neulich ließ Oma ihren zwei Enkelkindern mal wieder den Film anschauen, wo Silberpappeln sich im Herbstwind rauschend wiegen. Krähen tummeln sich krächzend auf den Baumkronen, während Schwäne im nahegelegenen See ihre Runden drehen.

Das war die Welt vor sechzig Jahren. Inzwischen kann man nur noch in speziellen, riesigen Gebäuden, gänzlich verglast, Tiere, Bäume und viele andere Pflanzen bewundern, während da draußen die Landschaft lebensbedrohlich nur noch im Schutzanzug betreten werden kann. Weltweiten Atomkriegen waren noch Kriege mit Biowaffen vorausgegangen. Anstatt Homo sapiens sich global mal wirklich einigte, stellten einige Wenige die Wesen der Erde vor vollendete Tatsachen: Zerstörung eines bis dahin nie gekannten Ausmaßes.

Menschheit hat es nachwievor in der Hand, schlimmeres zu verhindern

Schachspieler wissen, daß es nahezu unendlich viele Möglichkeiten strategischer Art gibt, um ihr Ziel zu erreichen, den König Schachmatt zu setzen. Genau so verhält es sich für die Menschheit, die es selbst in der Hand hat, welch weiteren Verlauf sie durchleben möge.

Solange Völker zuschauen, wie ein paar herrschende Familien letztlich über ihr weiteres Schicksal bestimmen, werden diese nicht aufhören, sämtliche Register zu ziehen, um ihre Macht auszubauen. Dabei werden weder moralische Grenzen gezogen noch irgendeine Rücksicht genommen. Stets zählen nur die eigenen Vorteile. Das gilt es zu erkennen und entsprechend gezielt zu verhindern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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