Glyphosat: EU-Kommission wirbt mit einer Light-Anwendung


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flickr.com/ Global2000/ (CC BY-ND 2.0)

Zulassung für weitere zehn Jahre steht bevor

Der umweltzerstörerische Weg nimmt seinen Lauf, was scheint gewisse Herrschaften die Vernichtung von Naturkreisläufen zu interessieren, so leidet ebenso Mensch selbst an zunehmenden Giftcocktails, die gleichwohl in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

Trotz vehementer Proteste, Unterschriftenaktionen seitens der Bevölkerung gegen das Herbizid Glyphosat, etlicher Gutachten, selbst der Einschätzung von der WHO-Krebsforschungsagentur (IARC), daß der Unkrautvernichter „wahrscheinlich krebserregend“ sei, setzt sich die EU-Kommission darüber hinweg, wirbt nunmehr mit einer Light-Anwendung, die Zulassung steht für weitere zehn Jahre bevor.

Politik versagt erneut nach Übergangsfrist?

Es schaut ganz danach aus. Hatten schon im letzten Jahr etliche Proteste nicht dazu geführt, sowohl die Bundespolitiker als auch die EU-Parlamentarier dazu zu bewegen, endlich die Anwendung des fragwürdigen Glyphosats zu stoppen, empfiehlt Brüssel lapidar, man solle dessen Nutzung an Orten mit viel Publikumsverkehr minimieren.

Aber in der Landwirtschaft mit freundlicher Unterstützung von Monsanto, Bayer und Co. jenes Giftgemisch der Menschheit zumuten! Zumal jüngst am 26. Juni die zuständige Behörde für Gesundheit und Umwelt (OEHHA) in Kalifornien sich dafür entschieden hatte, Glyphosat nunmehr ab 7. Juli auf jene Liste mit Chemikalien zu setzen, die krebserregend seien (Proposition 65).

Das ignoriert die Politik geflissentlich, glaubt eher den Einflüstungen und Gutachten der Chemielobby, die natürlich nach wie vor gezielt verharmlost.

Jede Gegenaktion setzt ein Zeichen

Obwohl es kaum noch Aussichten gibt, die verantwortliche Politik zu überzeugen, ihre Haltung zu ändern. Gegen Ende Februar letzten Jahres startete foodwatch seinen Appell, endlich Glyphosat seitens der EU-Kommission verbieten zu lassen. Inzwischen fordern rund 1,3 Millionen Europäer/innen mit der Europäischen Bürgerinitiative das Glyphosat-Verbot, Campact startete einen Appell an Bundesagrarminister Christian Schmidt, Bundesumweltministerin Barbara Hendricks als auch an die Bundeskanzerlin, es fehlen nur noch rund 30.000 Stimmen, bis die 650.000 erreicht sind.

Das Forsa-Institut kam bei einer repräsentativen Umfrage im Frühsommer des letzten Jahres laut Greenpeace zu dem Ergebnis, daß 83 Prozent der Bundesbürger eine weitere Zulassung von Glyphosat ablehnen. Das beeindruckt unsere gewählten Politiker bisherig nicht. Umso wichtiger, sie daran zu erinnern, wer ihnen zu ihren Posten verhalf, im Sinne der Umwelt, unserer Gesundheit.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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