Neue Inspirationen


https://pixabay.com/de/stadtmauer-skulptur-schere-1826140/

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Mit der großen Schere in der Hand
schneid ich Gestalten aus der Wand,
schneid ab alle alten langen Zöpfe,
mit Hörnern geschmückte Köpfe.

Schere fliegt eilig durch die Lüfte,
Horn an Horn gerieben, verbreitet Düfte
nach zerriebenen Borsten, Haaren,
es wird gespürt, geprüft, erfahren.

Zöpfe liegen verstreut auf dem Boden,
bei den Hörnern durfte ich mich austoben.
Das Werk getan, die Schere stumpf,
an der Wand kein Schatten, kein Triumph.

Die Welt scheint völlig sinnentleert,
kein Treiben Freude mehr beschert.
Alte Zöpfe nicht mehr da, einfach weg,
für Hornspäne kein Verwendungszweck.

Stumpf die Gier, der Geist, die Schere,
ach, wenn es so wie einstmals wäre!
Mit der großen Schere in der Hand
schnitz ich Gestalten in die Wand.

Fremde Wesen zeigen ihre Gesichter,
ihre Körper, ihre Mimik, ihre Geschwister.
Sie wirken kraftlos, still, leblos, allein,
soll ich sie erwecken, bei ihnen sein?

Nach Stunden der Unschlüssigkeit,
schaben, kratzen, polieren, ist es soweit,
sie bewegen sich, reden, sind voll Neugier,
neue Inspirationen teilen ihr Leben mit mir.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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