Fehlende Rettungsgassen sowie Gaffer behindern schnelle Hilfe


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Politiker rügen Autofahrer nach dem Busunglück nahe Münchberg

Bis zu einem gewissen Grad gehört Neugier zur menschlichen Natur, kann durchaus sogar manchmal hilfreich sein, bestimmte Gefahren abzuwenden. Andererseits muß man leider feststellen, daß des öfteren Gaffer bei Unfällen schnelle Hilfe behindern, wenn obendrein Rettungsgassen vor Ort von den Fahrzeugteilnehmern nicht eingehalten wurden.

Ein äußerst fahrlässiges Verhalten, welches auf diese Weise Menschenleben kosten kann, wenn dadurch Rettungseinsatzkräfte verspätet am Unfallort eintreffen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt rügten nach dem Busunglück mit 18 Toten auf der A9 nahe Münchberg völlig zurecht das verantwortungslose Verhalten der Autofahrer.

Busunglück hätte mit hilfreicher Technik vermieden werden können

Und zwar mittels des Notbremsassistenten AEBS (Advanced Emergency Braking System), der per Radaraugen 200 Meter weit nach vorne blickt und bei Gefahr eine Vollbremsung einleitet, wie Jan Schmidt erläutert. Hätte man ein solches im Bus installiert, wäre jener folgenschwere Unfall vermeidbar gewesen. Vorwürfe im Nachhinein nützen nicht viel, es sei denn die Politik ändert solche Versäumnisse mit Nachdruck zusammen mit den betreffenden Busunternehmen.

Gestern beschwerte sich Hans-Ulrich Sander, Kraftfahrtexperte des TÜV Rheinland im ZDF, daß jene Notbremssysteme nicht deaktivierbar sein sollten. Gleichwohl rächt sich die Sparpolitik der Busunternehmen, wenn sie entflammbare Materialien im Innenraum der Busse einbauen. Der Gesetzgeber muß hierbei eingreifen, um derartige Unfälle wenigstens zu mildern.

Wer anderen eine Grube gräbt

Fällt selbst hinein. Das sollten alle jene beherzigen, die Rettungskräfte bei ihren Einsätzen behindern, seien es Gaffer oder aber die Mißachtung, Rettungsgassen bei Unfällen, bei jedem aufkommenden Stau nicht zu bilden. Schaulust gehört in den Abfalleimer der Geschichte, schlimm genug, daß sich Menschen über Jahrtausende das Zuschauen bei Hinrichtungen antrainierten.

In wie weit jene Verhaltensweisen die schnelle Hilfe einschränken, muß man immer wieder feststellen, aber auch fragwürdige Einschränkungen bei Baustellen, was in diesem Fall auf der A7 eintrat, und zwar bei der Baustelle zwischen Kassel-Mitte und Kassel-Ost, selbst wenn eine Rettungsgasse gebildet worden wäre, ein Rüstwagen der Feuerwehr oder ein Abschleppwagen hätten nicht passieren können.

Wie viele Unfälle mit Schwerverletzten und Toten müssen noch geschehen, bis endlich eine verbesserte Lage geschaffen, der Gesetzgeber schärfer durchgreift, jene Gaffer ihr Verhalten überdenken, Rettungsgassen vollkommen selbstverständlich gebildet werden?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Eine Antwort zu Fehlende Rettungsgassen sowie Gaffer behindern schnelle Hilfe

  1. WoMolix schreibt:

    Alles Richtig. Man kann Regeln verschärfen, man kann Strafen für Fehlverhalten einführen oder erhöhen, man kann durch Kontrollen Verhaltensdisziplin verbessern und man kann Technologie einsetzen um Unzulänglichkeiten des Menschen zu korrigieren…. Aber das alles hilft auch nicht gegen Unachtsamkeit und Unbelehrbarkeit.
    Wenn man, wie hier in Nordbayern um Nürnberg und Würzburg herum etliche Großbaustellen so dimensioniert, dass bei hohem Verkehrsaufkommen Unfälle provoziert werden mit täglich mindestens einem Schwerverletzten, die Probleme erkannt sind und es wird trotzdem nicht gehandelt, dann helfen alle neuen Regeln, Strafverschärfungen, Techniken und so weiter auch nichts.
    Inzwischen verhalten sich die Bürger gegenüber der Allgemeinheit, das heißt auch gegenüber dem Staat genauso schnoddrig, wie sich der Staat gegenüber seinen Bürgern benimmt – rücksichtslos und fixiert auf Eigeninteressen.
    Da sollten wir auch mal hinschauen.

    Gefällt 1 Person

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