Einen Unschuldigen retten


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Mütze tief in die Stirn gezogen,
den Rücken durchgebogen,
schwere Stiefel stapfen mit Hast
durch den Wald, den Morast.

Die schwarzen Kohlen wiegen,
noch stehen einige Stiegen
beim reichen Kaufmannssohn,
kein Diebstahl, dies ist Lohn.

Der Lebemann und Taugenichts
verschwendet Geld beim Spiel,
gönnt niemanden Glück,
sein Vater die Arbeiter drückt.

Nacht ist es, kalt und dunkel,
Benno schon halb trunken,
vom Schleppen, Schleppen,
Stiefel bleiben im Sumpf stecken.

Maria hilf, laß ihn, nicht mich verrecken!
„Benno, greif nach dem Stecken!“
Sepp, bist du das? Was tust du hier?
„Einen Unschuldigen retten!“

Bennos Hütte war warm im Winter.
Sepp hinterließ Frau und Kinder.
Er hat sich versündigt am Lebemann,
seine Familie bei Benno Heimat fand.

Die Kinder verschlossen die Kiste,
sie kannten die alte Geschichte,
vom Sepp, Benno, dem Kaufmannsohn,
von dessen Tod, und daß Sepp floh.

Aber was nur sie jetzt erfuhren, wissen,
soll bleiben unter der Erde, in den Kisten,
die sie gefunden, vergraben bei der Kapelle.
Sepp lebte noch lange an anderer Erde Stelle.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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