Dem eigenen Sein Chancen bieten


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Anreize für den Alltagstrott

Um den Alltagssorgen für eine zeitlang zu entrinnen, kann Abschalten sich als hilfreiches Mittel erweisen, ohne ins Chaos oder unnötige Melancholie zu geraten. Das vermag bei verschiedenen Gelegenheiten seine Berechtigung erhalten, hier spielt eine kritische Hinterfragung durchaus eine Rolle, wirkt äußerst reinigend für Geist und Körper.

Wer ständig im Alltagstrott verweilend dem Leben kaum bis gar keine Anreize liefert, um diesem selbst einen Sinn zu geben, wird meist sich irgendwann fragen, ob da etwas verkehrt läuft. Solche punktuellen Überlegungen sollten nicht mit einer generellen Unzufriedenheit verwechselt werden, sondern lediglich dem eigenen Sein gewisse Chancen bieten, auf eine hilfreiche Veränderung hinwirkend. Der eine bezeichnet es als „über den Tellerrand blicken“, der andere „sich fallen lassen“ bis hin zur Selbstanalyse. Reinigende Prozesse etwa ein Muß, um dem gesellschaftlichen Trott teilweise zu entweichen?

Zwischen Ängsten, Fanatismus und Zweifeln

Die Aufgabe des Menschen besteht darin, Fragen zu stellen, das Sein und seine Umwelt begreifen zu wollen, um überleben zu können. Hierbei erübrigt sich auch, daß die natürliche Angst als lebensrettender Instinkt wirkt, was manche nicht wahrhaben wollen und mit gegenteiliger Forderung zu unerschrockenem Mut verwechseln. Das Tier ohne menschlichen Verstand berücksichtigt diese Hemmschwelle der schützenden Angst völlig selbst-verständlich.

Beim Evangelium des Johannes lautet es, daß am Anfang das Wort gewesen sei. Völlig ohne Religion wird eigentlich schon deutlich, was denn das Sein ausmacht, oder? Verstand kann nur mit dem Wort sich selbst erklären, alles Sein führt darauf zurück. Aber bedenken wir, was Glaubensgemeinschaften ausrichten können, wenn sie andere wiederum nicht tolerieren bis hin zu gewissen Fanatismus. Trotz aller Erklärungen, Gedankenmodellen über das irdische Sein verbleiben die Zweifel bedingt durch offene Fragen, weil es niemals erschöpfende Antworten geben kann. Somit hat der Weise es in der Hand, wider aller Bedenken in der Ruhe selbst eventuell Lösungen bestimmter Probleme zu finden.

Fehlbarkeiten eigener Gefühlsausbrüche

Mit eines der schwierigsten Herausforderungen, die der Homo sapiens bewältigen muß, beinhaltet, seinen Verstand und die eigene Gefühlswelt in Einklang zu bringen. Das verkappte Genie, welches am ganz normalen Alltag gescheitert, wer kennt es nicht? Eine ganze Reihe von Beispielen könnte man aufzählen, die ihr eigenes Leben nicht in den Griff bekamen, obwohl sie großartiges der Nachwelt hinterließen.

Denken wir an den deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer, an den Schauspieler Klaus Kinski oder an den Maler Pablo Picasso, die alle eines gemeinsam hatten: Sie ließen ihre nächsten Mitmenschen ziemlich deutlich das eigene Gefühlschaos spüren, meist an der Grenze der Zumutung bis hin zu unnötigen Aggressionsausbrüchen.

Doch nicht nur der Geniale kämpft mit den Fehlbarkeiten eigener Gefühlsausbrüche, die nicht im Griff das Umfeld belasten. Daher gilt es, stets sich selbst zu reflektieren, wobei Familie oder Freunde Rückhalt bieten, wenn denn diese vorhanden.

Obwohl die Schöpfung es vormacht, ignoriert Mensch das Offensichtliche

Man kommt nicht umhin, festzustellen, daß unser Bildungssystem eines der größten Chancen für heranwachsende Menschen verpaßt, nämlich ihnen wesentlich mehr Kreativität anzubieten. Sie kommt unverkennbar zu kurz und bleibt nur denjenigen vorbehalten, deren betuchtes Elternhaus ihnen Förderschulen gezielt anbietet. Die große Masse hat das Nachsehen, so daß viele eigentlich vorhandene Talente vor sich hin schlummern, unentdeckt letztendlich verkümmern.

Bedeutet Kreativität ein Schlüssel zur inneren Zufriedenheit? Auf alle Fälle, weil die allerwenigsten Menschen keinen Zugang zu ihr haben. Ganz im Gegenteil, das Leben selbst ist exakt auf Kreativität ausgerichtet. Die gesamte Schöpfung, unser Kosmos basiert einzig und allein auf ihrem Wesen. Erfindergeist, alles ausprobieren zu dürfen, in jeder Hinsicht, künstlerisch sich auszutoben, all das entspricht der tiefen Sehnsucht der kreativen Initialzündung.

Verweigert man ihr den nötigen Raum, kann sie sich nicht entfalten. In einer solchen Gesellschaft, wo sie wirklich gefördert wird, kommt es allen zugute, nicht nur in den sichtbaren Ergebnissen, sondern weil die Menschen insgesamt ausgeglichener und glücklicher leben. Verbannen wir all das, was uns kaputt macht und vertrauen den Dingen, die allen zugute kommen, bei denen es keine Diskriminierung gibt, jeder willkommen ist, jeder Mensch Mensch sein darf ohne irgendwelche Vorbehalte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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