Außenseiter wider der Norm beleben die Gesellschaft


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Wenn manche Menschen durch ihre Anwesenheit ganze Räume füllen

Manch jemand ist aus ganz speziellem Holz geschnitzt, was wiederum Mitmenschen ein Grübeln auf deren sorgenvoll neugierige Stirn zu zaubern vermag. Gleichzeitig entsteht stets eine gewisse Distanz solchem gegenüber, eine spontan einsetzende Nähe zu ihm oder ihr verhindert dessen raumfüllende Aura, die niemand übersehen kann, wer nicht gerade zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

Das wirkt irgendwie verwunderlich, aber wer kennt nicht solche Wesen, deren schlichte Präsenz die Luft zum Vibrieren bringt, wobei keinerlei spezielle affektierte Verhaltensmuster nötig oder gar eine gezielt autoritäre Haltung, sie wirken einfach schlicht im stolzen Sein ihrer dadurch besonders eindrucksvoll anmutenden Gestalt.

Dennoch die Frage im Raum steht, wieso manchmal uns solche Menschen begegnen und vor allem, welche Umstände oder gar tief verwurzelte Anlagen sie zu derart starken Persönlichkeiten werden ließen. Der Möglichkeiten mag es viele geben, zumal die Schöpfung allerlei Überraschungen parat hat, von bestimmten Konstellationen, die keineswegs zufällig vorhanden, einmal ganz abgesehen.

Begabtenförderung steckt immer noch in den Kinderschuhen

Unsere genormte Gesellschaft, die ohnehin gleichgeschaltet alles äußerst mißtrauisch beäugt, was gar nicht in ihr zurechtgelegtes Bild zu passen scheint, macht es verborgenen Talenten besonders schwer, die sich selbstverständlich entfalten wollen. Wer unterdrückt schon freiwillig seine einmal gefundene, entdeckte Begabung, es sei denn, äußere Umstände erzwingen dies.

Das beginnt bereits im Kindergartenalter und kann sich verhängnisvoll im weiteren Verlauf eines unsensibilisierten Schulsystems fortsetzen, welches so gar nicht auf gewisse Talente vorbereitet ist, oftmals die Lehrkräfte oder gar die Schulleitung restlos überfordert oder hilflos sind. Dies hat dann häufig zufolge, daß begabte Schüler keinerlei Förderung erhalten, ihr andersartiges Verhalten, welches zwangsläufig sich einstellt, völlig mißverstanden wird, und die Betroffenen sogar des öfteren in Sonderschulen landen, wenn die Eltern nicht ausdrücklich intervenieren.

Allerdings stellt sich aber ein zunehmendes Wissen darum ein, wenn es auch noch mühsam sich entfalten muß, bis eine Begabtenförderung erkannt und dementsprechend gezielt gehandelt wird. Immerhin, ein träges Schulwesen beginnt langsam, den ganzen Menschen zu erkennen, obwohl dies schon etliche andere Alternativen ihm aufzeigten, denken wir an die Waldorfschulen zum Beispiel.

Kreative und Hochbegabte suchen Anschluß

Nahezu unnahbar begegnen sie einem, manchmal entstehen vertrauensvolle Gespräche, doch meist verbleibt eine ehrfurchtsvolle Distanz mit solchen Ausnahmeerscheinungen. Was nicht dem Muster gewohnten Verhaltens entspricht, erzeugt Skepsis. Solch kreative oder hochbegabte Außenseiter im Trubel der Heiterkeit, denken wir an festliche Anlässe, suchen ihren Weg, wollen auch nur Anschluß, ein ganz normales Leben führen, selbst wenn ihnen über die Jahre längst bewußt, daß sie ständig anecken.

Viele haben kein Verständnis für sie, begreifen nicht deren Außenseiterrolle. Ob der übergroße sichtbar kräftige Zwei-Meter-Hüne, der stets treffsichere Redegewandte, diejenigen mit extravaganter Kleidung, jene bei allen Gelegenheiten Jonglierenden, Tanzenden, Singenden oder Geschichtenerzählenden, der in sich gekehrte ohne irgendeine Regung im Gesicht, sie alle haben eines gemeinsam: Sie fallen aus dem Rahmen gewohnter Gesellschaftsnormen, unterscheiden sich erheblich von der Masse. Fordern einen gewissen eigenen Freiraum. Geben wir ihnen diesen ohne langes Zögern, weil sie eine tolle Bereicherung für alle darstellen.

Manchmal sollte man nicht nur die Kirche im Dorfe lassen, sondern bedenken: Humor darf keinesfalls verlorengehen in einer Welt voller gegenseitiger Gewalt. Welch Gratwanderung! Freude und Tod so dicht beieinander, wer mag hierbei noch lebensfroh in die Zukunft blicken? Optimisten, Karikaturisten, Satiriker und alle Kunstschaffende, erhebt Euch und sagt Nein zu solch Aussichten!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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