Rassisten säumen demonstrierend die Straßen Berlins


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flickr.com/ Igor Netz/ (CC BY-NC-ND 2.0)

Identitäre – eine Minderheit der Neuen Rechten rekrutiert gern Jugendliche

Gerade wenn es um politische Zusammenhänge geht, sollte man stets die Finger in Wunden legen, erst recht wenn manche noch glauben, diese seien längst verheilt. Das Gegenteil offenbarte sich auch am gestrigen Samstag im Berliner Ortsteil Gesundbrunnen, von wo aus mehrere hundert Mitglieder der angeblichen „Identitären Bewegung“ sich sammelten, um per fremdenfeindliche Parolen durch die Straßen zu ziehen.

Verständlicherweise fanden sich 1.400 Gegendemonstranten ein, die den Rassisten entsprechend Paroli boten. Die Verurteilung seitens Heiko Maas, diese Identitären seien keine „Bewegung“, kann man nur gutheißen, eine rassistische und radikale Minderheit hat gerade hier in Deutschland nichts verloren. Das gezielt ausgesuchte geschichtliche Datum zur Demo stellt nicht nur eine spezielle Provokation dar, es zeigt ebenso, wie menschenverachtend die Neue Rechte generell sich präsentiert.

Die Reinkarnation der Nazis übt sich im Gewande völkischer Verharmlosung

Nicht klein zu kriegen dieses nationalistisch-patriotische Gehabe, was obendrein vehement jede multikulturelle Bereicherung aufs Schärfste verteufelt. Insofern nicht weiter verwunderlich, daß daraus Rassismus sich neu rekrutiert, inzwischen erzwungene Heimatliebe gar die Individualität bedroht. Im Gleichschritt marsch, wer nicht folgt, gilt als Volksverräter?

Sogenannte Neonazis organisieren sich immer dreister deutschlandweit, es sind kleine Gruppierungen, gemessen an der großen Masse der Bevölkerung eine verschwindende Minderheit, die dennoch jede Gelegenheit nutzt, um sich gar europaweit zu vernetzen. Dabei kommt ihnen Putins Stillhalten genauso zugute wie ihre geistigen Idole Marine Le Pen, Geert Wilders oder Viktor Orbán. Ewig grüßt das Nazischwein? Fühlt sich trotz dunkler Geschichte nach wie vor allein? Wir sagen zu solcher Entwicklung entschieden nein, das darf nicht sein!

Simple Parolen sollen ihre Gegner verunsichern

Dabei hilft ihnen sicherlich das Versagen der etablierten Parteien, vor allem deren Sozialabbau, obwohl die Neue Rechte, käme sie an die Macht, erst recht keinen Sozialstaat duldet. Jedoch tummelt es sich völlig ungeniert im Fahrwasser dieser AfD. Obwohl jene rechtsradikale Partei angeblich jene Identitären mit Skepsis betrachten, verdeutlicht ein reger Austausch untereinander das glatte Gegenteil.

Wer mit simplen Parolen die Medien als Lügner hinstellt, der kann sich gleichwohl hinter eigenen Unwahrheiten verschanzen, die Ängste der Menschen für seine Zwecke nutzen, Hauptsache möglichst viele verunsichern. Erfreulicherweise lassen sich die allermeisten eben nicht von dieser Neuen Rechten beeindrucken, achten wir darauf, daß dies so anhält, denn eine Wiederholung der Geschichte will niemand.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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