Berechtigte Aufregung um Rolf Peter Sieferles „Finis Germania“


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flickr.com/ Quer-Illusionisten/ (CC BY 2.0)

Fanatisch verschrobene Bücher haben auf Leselisten nichts verloren

Wo beginnt und wo endet Zensur? Hat sie generell eine Berechtigung? Stets dort, wo Menschen zur Gewalt aufgerufen oder in Haßbotschaften regelrecht gezielt manipuliert werden, sollte sehr wohl die Gesellschaft selbst im eigenen Interesse eines friedlichen Zusammenlebens eingreifen.

Insofern kann man die berechtigte Aufregung um Rolf Sieferles „Finis Germania“ durchaus nachvollziehen, fanatisch verschrobene Bücher haben auf Leselisten nichts verloren. Die Konsequenz des NDRs, die Zusammenarbeit mit der Jury der „Sachbücher des Monats“   auszusetzen, ist somit zu begrüßen. Wer schon im Vorwort Auschwitz als einen „Mythos“ bezeichnet, welcher „der Diskussion entzogen werden soll“, den sollte man mitnichten empfehlen.

NS-Gedankengut durch die Hintertür

Nichts anderes gibt es bei Rolf Peter Sieferle zu deuten, der sich ziemlich offensichtlich mit seinem Buch „Finis Germania“ verrannt hat, eindrucksvoll seinen „Rechtsruck“ sowie seine „giftigen, rechtsradikalen Bücher“, wie die FAZ dies anmahnte, gegen Ende seines Lebens vor seinem Suizid unter Beweis stellte.

Man muß auch nicht den Spiegel-Journalisten Johannes Saltzwedel verstehen, der ganz „bewußt ein sehr provokantes Buch der Geschichts- und Gegenwartsdeutung zur Diskussion bringen wollte“. Obwohl er im Nachhinein sich für seinen Vorschlag entschuldigte, verbleiben offene Fragen, was ihn hierbei wohl geritten haben mag, zumal Sieferle etliche Grenzen überschritten hat.

Ohnehin warnt Andrea Röpke keineswegs zufällig vor rechtem Alltagsterror, der sich längst Wege der Entfaltung sucht, etliche Gruppierungen versuchen mit allen Mitteln Aufmerksamkeit zu erhaschen, denkt man an die Identitären, eine Pegida, an etliche Blogs und Seiten im Internet, die mit ihren Haßtiraden unterwegs sind, meinen, sie könnten das Volk mit rassistisch verklärten Angstszenarien beeindrucken. NS-Gedankengut sucht sich auch noch nach über siebzig Jahren Wege durch die Hintertür.

Antifaschismus obsiegt weiterhin

Nie wieder Faschismus – schlimm genug, daß ein türkischer und ein weißrussischer Despot an europäischer Grenze ihr Unwesen treiben. Die Geschichte hat uns gelehrt, wohin solche Systeme führen. Natürlich darf ebenso kein EU-Diktat noch mehr Möglichkeiten der Gängelung erhalten, oder was hierzulande eine Agenda 2010 und deren menschenverachtende Hartz-IV-Gesetzgebung im Alltag für die Betroffenen bedeutet.

Wer sich jedoch im Fahrwasser einer AfD tummelt, den gilt es, vehement abzulehnen. Die Bundestagswahl wird im Herbst zeigen, in wie weit die große Mehrheit der Bürger verstanden hat, was Demokratie bedeutet. In diesem Kontext kann man nur dem NDR beipflichten, Rolf Sieferles Buch verpönt zu haben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Systemhetze

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