Hauchen wir der Konspiration neuen Atem ein


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Ohne gleich eine verschwörerische Absicht zu deuten

In unseren Breitengraden beginnt die Transpiration mit Beginn des Frühlings, jedenfalls im Allgemeinen. Es gibt sogar Augenblicke, da kann man fast nicht umhin, davon auszugehen, daß dahinter eine Konspiration steckt, vor allen Dingen wenn man aus unabwendbaren Gründen in einem Bus, Bahn sitzt. Anderseits dient die Transpiration auch Menschen zur „seelischen Orientierung“ beim Kennenlernen oder zur Testzwecken für neue Antitranspirationsdeos. Hier dient die Transpiration ebenso für neue Inspirationen für ein eventuelles Zusammenleben oder eben für die Kreationen neuer Duftkombinationen.

Und über allem schwebt der Geist der Flüchtigkeit, dem Vergänglichen.

Transpiration, in unserem Sprachgebrauch übernommen aus dem französischen transpirer, mittellateinisch transpirare, zu lateinisch trans, hindurch und spirare, blasen; (be)hauchen, atmen; leben. Andere Wörter sind Ausdünstung, Schweiß und als Verbform schwitzen.

Konspiration, aus dem lateinischen conspirare, eigentlich ursprünglich, einmütig sein, im Einverständnis handeln, abgeleitet von der Vorsilbe con, com, zusammen, mit und spirare, blasen; (be)hauchen, atmen; leben. Andere Ausdrucksform en sind, Komplott, Verschwörung und als Verbform, sich verschwören, sich zusammenrotten, sich verbünden.

Inspiration, aus dem lateinischen inspirare, hineinhauchen, abgeleitet mit der Vorsilbe in, hinein, auf, an und spirare, blasen; (be)hauchen, atmen; leben. Andere Begriffe sind Einfall, Erleuchtung, Gedanke, Idee, Impuls, Intuition, Eingebung und als Verbform, motivieren, anregen, anspornen, animieren, befeuern, motivieren.

Wenn es eine Inspiration gibt auch eine Exspiration?

Exspiration, aus dem lateinischen exspirare, herausblasen, aushauchen, abgeleitet mit der Vorsilbe ex, aus, heraus und spirare, blasen; (be)hauchen, atmen; leben. Dieses Wort findet sich im Sprachgebrauch der Medizin und bedeutet Ausatmung und in der Verbform, ausatmen, ausblasen, auspusten.

Abschließend bleibt noch zu erwähnen, daß das Substantiv von spirare, der Spiritus Atem, Hauch, Luft, Puste und Lebensgeist, Geist bedeutet. Und auch als Begriff sämtlicher vergällter Äthylalkohole, Weingeist, Sprit verwendet wird.

Was ist denn nun an diesem Text und der Bedeutungserklärung von Transpiration, Konspiration, Inspiration, Exspiration und Spiritus so interessant, um so aufgeschlüsselt darüber zu schreiben?

Vielleicht ist Ihnen bei der Aufzählung aufgefallen, daß nur das Wort Konspiration in seiner ursprünglichen Bedeutung heute, möglicherweise aber schon immer vorkam, denn konspiratives Verhalten gab es wohl zu allen Zeiten, eine negative Aussage beinhaltet. Dies ist umso befremdlicher, weil doch gerade ein „zusammen“ atmen, leben eigentlich als positiv zu bezeichnen ist, da ein Handeln im gegenseitigen Einverständnis ein friedliches Miteinander beschreibt. Die Konspiration, die Verschwörung, der Komplott sind aber als Begriffe negativ zu werten, da hierbei von hinterhältigen, geheimen Treffen ausgegangen werden kann, die sogar nur dem Zwecke dienen, mit den Resultaten der Zusammenkünfte anderen zu schaden, also auch in ihrem Handeln nur eine „böse“ Absicht steckt.

Die Inspiration, das Einhauchen, die Flüchtigkeit einer Intuition, Idee kennt nicht nur der Teil der Bevölkerung, die künstlerisch, schöpferisch tätig sind. Die Transpiration, die Ausdünstung, der Schweiß, ist ebenso wohl (oder übel) jedem Menschen bekannt. Die Exspiration, das Ausatmen ist ein lebenserhaltender Vorgang, wie natürlich das Einatmen und wird bis auf Ausnahmen, wenn ein Kind in der Trotzphase den Atem anhält oder wenn der Atem stockt bei einem Schock meist unbewußt von allen Wesen „praktiziert“.

Einzig die Konspiration bleibt auch in diesem Zusammenhang eine Ausnahme, zwar gibt es in der Kinder- und Jugendzeit die Anwandlung, sich verschwörerisch gegen jemanden zu positionieren, entweder um zu ärgern, zu provozieren oder um Freude, eine Überraschung vorzubereiten. Dies sind aber nur vorübergehende „negative“ Zusammenschlüsse und bedeuten nicht, daß diese Menschen generell nur schlechte Absichten verfolgen. Gerade in der Kinder- und Jugendzeit sind solche „Verschwörungen entwicklungsberechtigte Vorkommnisse und wie in dem Wort beinhaltet „flüchtig“, vergänglich.

Wenn aber im Zusammenhang mit Konspiration im gesellschaftlichen Leben gesprochen wird, so deutet hier alles darauf hin, daß dieses Zusammenhauchen keine flüchtige Erscheinung ist, sondern im Gegenteil eine abhängige, teilweise bis zum Ableben eingegangene Geheimniskrämerei, die hinterhältige Absichten hegt.

Das ist sehr schade, auch im Sinne des Wortes, denn was könnten Menschen alles erreichen, würden sie gemeinsam atmen, hauchen? Als Beispiel seien hier die Atemübungen bei Schwangeren mit ihren Partnern oder bei Meditationsübungen genannt.

Warum auch immer die Sprache hier aus einer an und für sich bestens geeigneten gemeinsamen Handlung den Bezug zu Geheimniskrämerei anstatt zu Übereinstimmung von Einmütigkeit vollzogen hat, sei dahingestellt und ist in dem Sprachgebrauch nicht zu ändern. Zu ändern allerdings ist das Bewußtsein, daß nur durch einen gemeinsamen Rhythmus des Atmens, des Geistes, der Inspiration, (Eingebung, Gedanke), der Transpiration, (Ausdünstung), der Exspiration, (Ausatmung) die Möglichkeit besteht, eine auf Dauer starke Gemeinschaft entstehen zu lassen, wenn sie zudem die Fähigkeit der heterogenen (verschiedenartig, uneinheitlich, andersartig) Entwicklung fördert.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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