Erdogans despotischer Kurs nimmt skurile Formen an


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flickr.com/ Prachatei/ (CC BY-NC-ND 2.0)

Verhaftung von Taner Kiliç keineswegs akzeptabel

Da gibt es durchaus noch so manche Steigerung, die eine Weltöffentlichkeit erleben muß hinsichtlich dieses türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, der keinerlei Gewissensbisse kennt, um seine Politik zu rechtfertigen. Die jüngste Verhaftung des Menschenrechtlers und türkischen Chefs von Amnesty International, Taner Kiliç, unter dem Vorwurf, dieser habe die Gülen-Bewegung unterstützt, ist keineswegs akzeptabel, entspricht reiner gezielter Willkür.

Erdoğans despotischer Kurs nimmt inzwischen skurile Formen an, der „türkische Pascha“ läßt immer mehr Menschen einfach wegsperren, so wie die Literaturdozentin Nuriye Gülmen, die sich weiterhin im Hungerstreik befindet und in Lebensgefahr schwebt. Wie lange schaut die Weltpolitik noch weg?

Heute Amnesty International, morgen Ausstieg aus Europa und Nato?

Angesichts dieser erneuten Verhaftungswelle verbleibt viel Raum für Spekulationen, was Erdoğan in nächster Zeit noch so alles einfallen könnte, seine vermeintliche Macht auszubauen. Der schon lange sich anbahnende Schritt zum Alleinherrscher der Türkei wird nicht nur zur Gewißheit, obendrein wächst gleichzeitig der Weg zur internationalen Isolation.

Davon können andere Despoten ein Lied singen, denken wir z.B. an Kim Jong-un, der ziemlich allein in der Weltgemeinschaft dasteht. Was hatte Recep Tayyip Erdoğan alles für Träume und Wunschvorstellungen zu Beginn seiner Führungsrolle, denkt man zurück an die Zeit, als die AKP im Jahre 2002 überragend gewann, er in Folge weitgehende Reformen umsetzte, die Abschaffung der Todesstrafe, die Erweiterung der Meinungsfreiheit, der Wille zum Beitritt in die EU.

Nichts davon ist heute übriggeblieben, auch die Wiedereinführung der Todesstrafe steht zur Diskussion, heute Amnesty International, morgen vielleicht der gänzliche Ausstieg aus Europa und der Nato? Das wäre zwar für die ziemlich angespannten Räume des Nahen und Mittleren Ostens ein zusätzliche Belastung, dennoch durchaus im Bereich des möglichen.

Wenn Menschenrechte in der Praxis mit Füßen getreten werden

Dann haben Menschenrechtsorganisationen, Reporter ohne Grenzen oder eine UN nur noch symbolischen Wert, die Wirklichkeit straft somit deren Bemühungen, die im Rausch mächtiger Regierungen verebben. Welch dramatische Erkenntnis, die einmal mehr aufzeigt, was unsere Spezies in all den Jahrtausenden am Ende gelernt und umgesetzt hat: Der Stärkere setzt sich durch, es zählen nicht Gerechtigkeit und Frieden, sondern die Befriedigung einer nimmersatten Gier einiger Weniger. Der Rest der Welt hat sich ihnen unterzuordnen.

Wer durchschaut das politische Intrigenspiel? Falls ja, es nützt nur nicht viel, wenn Menschen sich verschaukeln lassen, sich verlieren im gegenseitigen Hassen. Drum erkennt endlich den eigentlichen Sinn und Zweck: Sie nehmen Euch die Menschlichkeit weg!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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