Londoner Terroranschlag verdeutlicht ein Klima der Angst


https://www.flickr.com/photos/146873693@N02/33472977410/sizes/z/

flickr.com/ Guillaume Carta/ (CC BY-SA 2.0)

Gewalt wird wesentlich mehr zunehmen

Schon wieder ein Terroranschlag, der dritte in diesem Jahr in Großbritannien, der einmal mehr verdeutlicht, wie schnell und simpel die Sprache der Gewalt sich Mittel und Wege der Entfaltung sucht. Dies dürfen wir unbedingt nahezu wörtlich nehmen. Im Facebook formulierte ein Mitglied, sie wünsche sich einmal Terroropfer „dieser links-grün-versifften“, damit jene mal aufwachen würden von ihrer „ewigen Gutheißung Flüchtlingen gegenüber“.

Schrecklich, wir sind mal wieder angekommen in einem Klima der Angst, und zwar auf allen Seiten. Auftrag ausgeführt, Terror als perfideste Waffe gegen ein friedliches Miteinander. Während weltweit Kriege und Elend die Menschen vor Ort ohnehin tagtäglich erdulden müssen, kommt der Terror ebenso nach Europa. Besonders Clevere argumentieren nunmehr, mit den Flüchtslingswellen gen Europa würde der Terror uns selbst bedrohen.

Mit 9/11 wurde der Islamismus als Feindbild geschürt

Dabei scheinen jene gänzlich zu übersehen, daß die Ursachen derartiger Entwicklungen wesentlich komplexer sind und teilweise ziemlich gezielt ins Leben gerufen wurden. Blicken Sie mal für Momente zurück in die Zeit vor 9/11. Na, fällt Ihnen was auf? Der Islam wurde von einem Tag zum anderen dafür instrumentalisiert, in der westlichen Welt ein neues Feindbild zu erschaffen.

Hatte gerade Europa mit dem Schlußpunkt der Osmanen vor den Toren Wiens, wo Großwesir Kara Mustafa Pascha und sein Heer vom 14. Juli bis 12. September 1683 am Ende erfolglos die Stadt belagert hatte und von dannen gejagt wurde, mit diesem US-amerikanisch größten Terroranschlag insofern den Haß auf den Islam erneut aufblühen lassen, müssen inzwischen nach 16 Jahren die Europäer am eigenen Leib erfahren, wohin dieser Weg führt.

Marek Lieberberg leistet einen Bärendienst für den Rechtsradikalismus

Kein Wunder, daß sich gerade rechtsradikale Gruppierungen das Thema des Fremdenhasses mit dem gezielt provozierten Islamismus auf die eigenen Fahnen schreiben, denken wir an jene Pegida, diese AfD, so leistet der „Rock am Ring“-Veranstalter, Marek Lieberberg, jenen Kräften einen Bärendienst mit der unhaltbaren Behauptung, Muslime hätten gefälligst längst zu Zehntausenden gegen den islamistischen Terror demonstrieren sollen. Erstens gibt es genügend muslimische Gruppierungen und Organisationen, die schon lange sich dagegen engagieren, und zweitens haben die Haßphrasen jener Rechtsradikalen somit ihre Wirkung erreicht, wie man leider feststellen muß.

Auf der anderen Seite haben die Zuschauer vor Ort auf dem Nürburgring sich vorbildhaft gelassen verhalten, trotz jener Terrorwarnung. Einmal mehr zeigen solche Reaktionen, daß die Menschen keineswegs gewillt sind, sich mittels Terroranschläge einschüchtern zu lassen. Andererseits ist leider zu befürchten, daß noch etliche Folgeanschläge auch in Europa stattfinden.

Die unsägliche Behauptung, man könne ihn tatsächlich bekämpfen, wird sich als fataler Irrtum herausstellen. Es gilt viel eher, die Ursachen zu ergründen, dazu zählen auch die geistigen Brandstifter in rechtsextremen Lagern, die nichts anderes im Sinn haben, als ihre eigene Macht auszubauen auf Kosten einer toleranten Gesellschaft. Verhindern wir das mit aller Entschiedenheit!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Terror

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Terror abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Londoner Terroranschlag verdeutlicht ein Klima der Angst

  1. marisasminds schreibt:

    Hat dies auf Marisa's Mind rebloggt und kommentierte:

    Diesen Beitrag von „Querdenkende“ könnte ich so unterschreiben. Leider ist es genau so. Die Saat der Terroristen geht ebenso auf wie die Saat der rechten Hetzer. Lassen wir uns weder von den Einen noch von den Anderen instrumentalisieren, denn beide wollen Angst und Hass schüren. Stellen wir uns also gegen diese auf Hass, Angst und Spaltung basierenden Ideologien!
    Danke an „Querdenkende“ für diesen Text!

    Gefällt 3 Personen

  2. Saxhida schreibt:

    Ganz ehrlich, ich kann diese Forderung nach Distanzierung nicht mehr hören. Pausenlos soll ich mich auf meinem Blog von alledem distanzieren. Wenn ich es nicht tue, wird mir dies als stumme Zustimmung des Terrors ausgelegt.
    Warum stehe ich als Muslim in der Beweisschuld für Dinge, mit denen ich nicht das geringste zu tun habe?

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s